Krisenmanagement: Approbation ausländischer Ärzte in Deutschland beschleunigen!

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Während die Krankenhäuser im Zuge der COVID-19-Pandemie an ihre Belastungsgrenzen stoßen, gibt es in Deutschland eine große Zahl fertig ausgebildeter ausländischer Ärztinnen und Ärzte, die nur noch auf ihre Zulassung warten. Die Bundesregierung schreibt aktuell, dass

viele Krankenhäuser in Deutschland […] seit Jahren über einen Ärztemangel [klagen]. Deutschlandweit ist davon auszugehen, dass die Kliniken mehrere tausend Ärztinnen und Ärzte zusätzlich beschäftigen könnten. Die Nachfrage wird in den nächsten Jahren weiter steigen - zumal im Krankenhausbereich viele Mediziner in Rente gehen werden.Make-it-in-germany.com (Das Portal der Bundesregierung für Fachkräfte aus dem Ausland)

Mein Name ist Maria Paula, ich bin ausgebildete Ärztin mit Berufserfahrung aus Kolumbien. Seit August 2018 bin ich in Deutschland. Ich habe Deutsch gelernt, einen Fachsprachkurs an der Charité besucht und die Fachsprachprüfung abgelegt. Danach habe ich eine Hospitation im Bereich Infektiologie an der Charité absolviert. Mitte März habe ich den Vorbereitungskurs für die medizinische Kenntnisprüfung abgeschlossen und warte nun auf die Prüfung. Nun sitze ich in der Wohnung und sehe die Infektionszahlen steigen, aber mir sind die Hände gebunden. In dieser Situation befinden sich Hunderte ausländischer Ärztinnen und Ärzte wie ich.

Auch wir halten es für wichtig, dass die Fähigkeiten und erforderlichen Kenntnisse ausländischer Ärztinnen und Ärzte überprüft werden, doch die aktuellen Wartezeiten (in Berlin momentan ca. 1 Jahr) machen einen schnellen Einstieg in das deutsche Gesundheitssystem unmöglich. Gerade in Krisenzeiten, wie jetzt, kann ein schnellerer Approbationsprozess dem aktuellen Personalmangel in deutschen Krankenhäusern entgegenwirken und damit Menschenleben retten.

Über dieses Thema berichtet das Ärzteblatt schon seit einiger Zeit:

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Dr. Prof. Lothar H. Wieler, geht von einem globalen Pandemieverlauf von bis zu 2 Jahren aus (Link). Gerade deswegen wird nicht nur jetzt, sondern auch mittel- und langfristig dringend weiteres Ärzte- und Pflegepersonal in Deutschland benötigt, welches auch über die jetzige Krise hinaus das deutsche Gesundheitswesen stärken könnte. Dr. Prof. Wieler appelliert außerdem:

Universitätskliniken, Krankenhäuser sollten unabhängig von Trägerorganisationen Studierende ausbilden, Ärzte aktivieren, wenn sie auch Ärzte im Ruhestand [sind], um sie umgehend auszubilden an Beatmungsplätzen. Wir müssen die Kapazität der Beatmungsplätze maximal erhöhen.Update vom RKI zur Coronakrise

Die aktuelle Krise hat die Missstände in dieser Hinsicht leider nur verstärkt: Zur Anerkennung der Abschlüsse der im Ausland bereits fertig ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte bedarf es einer Sprach- und ggf. einer Kenntnisprüfung. Doch die Termine dieser Prüfungen werden im Zuge der Pandemieabwehr teilweise abgesagt. Wir ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte, wollen in Deutschland unseren Beitrag im Kampf gegen die Pandemie leisten, wir wollen helfen und können zur Entlastung und zur Verstärkung des deutschen Ärzte- und Pflegepersonals beitragen.

Wir appellieren deshalb an das Bundesministerium für Gesundheit – bei Einhaltung der entsprechenden Schutzmaßnahmen – umgehende Approbationsprüfungen durchzuführen, um die ausländischen Ärztinnen und Ärzte im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie einzusetzen.

Mit Ihrer Unterschrift können Sie uns helfen das deutsche Gesundheitssystem und die arbeitenden Ärztinnen und Ärzte zu entlasten, in Krankenhäusern auszuhelfen und so der Krise entgegenzuwirken.