Welttierschutzgesellschaft (WTG e.V.)
28 Mar 2018
"Sie sind die Stars in ihren Ställen", weil bereits über 100.000 Liter Milch aus ihren Eutern geflossen ist. Die vermeintlichen "Superkühe" aber, von denen in dem Artikel der Berliner Zeitung (https://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/rekordhalter-im-milchgeben-super-k%C3%BChe-werden-h%C3%A4ufiger/ar-BBKKLix?li=BBqfP3p&ocid=mailsignoutmd) die Rede ist, haben mit der Realität nur wenig zu tun. Anhand von wenigen Paradebeispielen wird ein allgemein verbessertes Wohl der Kühe in Deutschland propagiert – das ist falsch. Die Landwirte präsentieren sich im Gespräch mit der Autorin vorbildlich und setzen sich für ein hohes Maß an #Tierwohl ein: "Eine Kuh kann eine solche Leistung nur bringen, wenn es ihr gut geht", sagen sie. Das ist löblich, nicht erwähnt bleibt aber, dass sie mit dieser Einstellung einer Minderheit angehören. Es gibt bis heute keine rechtlich verbindliche #Haltungsverordnung für #Milchkühe, an der sich Landwirte orientieren müssen. Im Detail bleibt es ihnen selbst überlassen, wie viel Auslauf, welches Futter und welche Stallform sie ihren Rindern gewähren. Zudem dürfen Kühe noch immer im Stall angebunden werden – davon betroffen ist jede vierte Kuh in Deutschland. Mehr als die Hälfte der Milchkühe darf niemals auf einer Weide grasen. Auch die Züchtung auf Robustheit bleibt – anders als im Artikel propagiert – eine Nische, denn vorranging sind die 4,2 Millionen deutschen Milchkühe auf ihre hohe Milchleistung ausgerichtet. Mittlerweile ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Kühe dadurch eine ganze Reihe Gesundheitsprobleme aufweisen, denen die Landwirte nur schwer gegenwirken können. Fakt ist, dass die durchschnittliche deutsche „Superkuh“ – um bei der Formulierung der Autorin zu bleiben – ganz anders als die im Artikel genannten Beispiele ist. Die durchschnittliche deutsche Milchkuh ist auf Hochleistung getrimmt und bringt es meist – anders als ihre natürliche Lebenserwartung von mehr als 20 Jahren – oft nur auf zwei bis drei Trächtigkeiten – dann landet das Tier im Alter von fünf Jahren aufgrund einer nachlassenden Milchleistung oder Euter- und Klauenerkrankungen auf der Schlachtbank. Diese Punkte hätten dem Artikel und den 4,2 Millionen Milchkühen in Deutschland Recht getan. Alle Informationen und weitere Hintergründe findet Ihr auf unserer Kampagnenseite KUH+DU: »https://welttierschutz.org/kuhplusdu/. Für weitere tierschutzrelevante Neuigkeiten meldet Euch für unsere Tierschutznews an: »https://welttierschutz.org/tierschutznews/
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