Petition updateKeine Abschiebungen nach Afghanistan!Das Elfte Gebot
Thomas Nowotny83071 Stephanskirchen, Germany
Jan 25, 2021

Liebe UnterstützerInnen,

Sie hören nicht auf: Der nächste Abschiebeflug nach Kabul soll am 9. Februar 2021 von München aus starten.

Wie immer gelten die Reisewarnungen des Bayerischen Flüchtlingsrates:

https://www.fluechtlingsrat-bayern.de/sammelabschiebung-nach-afghanistan-am-9-2-2021/

Wir raten allen ausreisepflichtigen Afghanen, dringend eine Beratungsstelle oder eine:n Rechtsanwält:in aufzusuchen. Besonders empfehlen wir darauf zu achten, dass die Ausländerbehörden über bestehende Krankheiten, bevorstehende Ausbildungsaufnahmen und auch andere Integrationsleistungen informiert sind.

Viele Personen aus Afghanistan sind nicht gefährdet. Mehr Informationen auf Dari und Deutsch gibt es bei unseren Warnhinweisen.

https://www.fluechtlingsrat-bayern.de/themen/abschiebungennachafghanistan/#themenmaterial

Wir werden nicht aufhören, gegen diese Flüge zu kämpfen!

Während die Bundesregierung alle anderen Menschen auffordert, unnötige Reisen zu unterlassen, schiebt sie ungerührt Menschen von einem Hochrisikogebiet (Deutschland) ins nächste ab. In mindestens einem Fall hat sie dadurch das Virus weiterverbreitet:

Ein Insasse der Jugendstrafanstalt Berlin-Plötzensee hatte am 7.12.20 Kontakt zu drei später positiv getesteten Menschen (darunter der Leiter der Werkstatt, in der er arbeitete). Er wurde daraufhin am 10.12.20 zur Quarantäne verpflichtet. Ein am 14.12. vorgenommener Test sei negativ gewesen. Zwei Tage später wurde der 21jährige nach Kabul geflogen, wo er Fieber, Übelkeit, Durchfall sowie leichtem Geruchs- und Geschmacksverlust entwickelte. Nach Auskunft des Berliner Flüchtlingsrates wurde der junge Mann vor Abflug erneut „getestet“, indem ihn Polizisten gewaltsam zu Boden brachten und mit einem Wattetupfer seine Zunge abstrichen.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/mehr-angestellte-als-haeftlinge-betroffen-14-corona-faelle-in-der-jugendstrafanstalt-ploetzensee/26744180.html

„Es scheint, als gelten die Maßnahmen der Corona-Verordnungen nicht bei Abschiebungen. Während die Forderung nach Solidarität und gegenseitiger Rücksichtnahme gebetsmühlenartig von Politik und Wissenschaft vorgetragen werden, ist davon bei Abschiebungen keine Rede mehr“, so Sayed Mahdi Hossaini vom Afghanischen Kommunikations- und Kulturzentrum e.V.

https://fluechtlingsrat-berlin.de/presseerklaerung/11-01-2021-afghanistan-ist-nicht-sicher-erst-recht-nicht-waehrend-einer-globalen-pandemie/

Thomas Ruttig hat die gerade unterschriebenen Vereinbarungen zwischen der EU und der Regierung in Afghanistan dokumentiert und kommentiert:

https://thruttig.wordpress.com/2021/01/21/neue-abschiebevereinbarung-eu-afghanistan-36-deutscher-abschiebeflug-offenbar-am-9-2-2021/

 

Nur scheinbar ein Themawechsel. Nein, wie schon öfter betont: Natürlich kann und will ich die Abschiebungen nach Afghanistan nicht mit Auschwitz vergleichen. Aber…

Gestern habe ich anderthalb Stunden gebannt den beeindruckenden Live-Stream zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar verfolgt. Hier kann er nachgehört werden:

www.auschwitz-komitee.de/januar2021

Unter anderem sprachen die Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano und Éva Fahidi-Pusztai. Rolf Becker und Sylvia Wempner lasen Erinnerungen von Primo Levi und Esther Bejarano. Bei den Ausschnitten aus dem neuen Film von Eva Stocker, die zahlreiche Auschwitz-Überlebende portraitiert und interviewt hat, war auch eine Gedenkveranstaltung mit Anita Lasker-Wallfisch in der Mädchenrealschule Rosenheim zu sehen. Das hat mich besonders gefreut: Diese Veranstaltung gab den Ausschlag für die Teilnahme am Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, und ich bin sehr stolz, dass ich dafür die Patenschaft übernehmen durfte.

Ich habe viel Neues erfahren in diesen anderthalb Stunden, Furchtbares und auch Ermutigendes.

Neben dem Moderator der Sendung ist ein Plakat zu sehen (Screenshot mit freundlicher Genehmigung von Jacob Petersein). Darauf steht das Elfte Gebot, das ich bisher auch noch nicht kannte.

Das Elfte Gebot lautet: „Du sollst niemals gleichgültig bleiben. Gleichgültigkeit tötet.“

Es wurde im August 2017 von Auschwitz-Überlebenden formuliert.

Es gilt jetzt und für alle Zeiten.

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