Actualización de la peticiónKeine Abschiebungen nach Afghanistan!Familientrennungsflieger
Thomas Nowotny83071 Stephanskirchen, Alemania
24 feb 2020

Während am morgigen Dienstag ein Abschiebeflieger aus Wien nach Kabul startet, ist der Zeitpunkt der nächsten Deportation aus Deutschland noch nicht bekannt – sehr wahrscheinlich wird sie in der 2. Märzwoche stattfinden.

So möchte hier ich eine Mitteilung des Bayerischen Flüchtlingsrats zum letzten Flug am 12. Februar wiedergeben: „Der CSU-Familientrennungsflieger“

https://www.fluechtlingsrat-bayern.de/beitrag/items/der-csu-familientrennungsflieger.html

 

Auch mit der letzten Abschiebung nach Afghanistan zeigte die Bayerische Regierung, dass es ihr egal ist, wen sie abschiebt.


„Die Familie muss im Zentrum stehen. Familien sind der kostbarste Schatz unserer Gesellschaft. Sie verdienen unsere ganze Anerkennung und Unterstützung. Wir wollen eine familiengerechte und kindergerechte Gesellschaft gestalten. Der Staat sollte Familien mit Zutrauen begegnen und nicht mit Misstrauen. Jede Familie soll frei wählen können, für welchen Lebensplan sie sich entscheidet.“ So steht es auf der Webseite der CSU unter „Themen und Werte“.

Die afghanische Familie ist wohl nicht gemeint. Auf dem letzten Abschiebeflug nach Kabul am 12.02.2020 sollten nach dem Willen des CSU-Innenministers und seiner Behörden drei junge Männer sein, die Familie hier haben:

Jamal N. hat mit seiner afghanischen Lebensgefährtin ein fünf Monate altes Mädchen. Obwohl er gearbeitet hat, bis es ihm verboten wurde, obwohl er sich um seinen Pass bemüht hat, damit er über ein Visumverfahren einen legalen Aufenthalt bekommen kann (der Pass ist inzwischen da), will die Zentrale Ausländerbehörde Schwaben ihn jetzt abschieben.

Nach intensiven Protesten und Intervention eines Anwalts wurde Jamals Abschiebung von bayerischen Innenminister ausgesetzt.
https://www.proasyl.de/pressemitteilung/afghanistan-abschiebungen-faelle-zeigen-neue-dimension-der-haerte/

Diese beiden aber mussten mitfliegen:

Masoud ist mit seiner afghanischen Lebensgefährtin verheiratet. Er kam als unbegleiteter Jugendlicher, saß versehentlich 11 Monate in U-Haft (die Staatsanwaltschaft erkannte erst dann, dass er nicht schuldig war), versemmelte deshalb sein Asylverfahren, könnte eine Ausbildung machen, durfte aber nicht. Trotz Heirat wurde er abgeschoben.

Amin wird voraussichtlich im August Vater eines Kindes, das die deutsche Staatsbürgerschaft haben wird. Er kam 2015 nach Deutschland, lernte Deutsch bis B1 Niveau, arbeitete, hatte eine Lehrstelle, der Antritt der Lehre wurde ihm aber von der Ausländerbehörde verboten. Amin war wegen schwerer Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, hat aber die drei Jahre Bewährung schon hinter sich gebracht. Er lernte vor gut einem Jahr seine deutsche Freundin kennen, sie sind seitdem zusammen, mittlerweile verlobt, seit drei Monaten ist die Freundin schwanger.

Wie in vergleichbaren Fällen zuvor, kannten auch hier die Behörden kein Erbarmen: Amin wurde abgeschoben.

Auch aus Sachsen war ein junger Mann kurz vor der Heirat mit seiner deutschen Verlobten abgeschoben worden. Insgesamt mussten 31 junge Afghanen ihre Zuflucht in Deutschland verlassen, 13 von ihnen aus Bayern.

https://thruttig.wordpress.com/2020/02/13/csu-familientrennungsflieger-afghanistan-abschiebeflug-nr-32-mit-31-betroffenen-in-kabul-gelandet/

Die Proteste dagegen sind phantasievoll und weitreichend, aber leider nicht erfolgreich…

Vom Münchner Rathausturm hing an Tag der letzten Abschiebung ein rotes Tuch mit weißen Lettern: "Stoppt Abschiebungen nach Afghanistan“. In einem Schreiben erklären die Aktivisten: "Jeden Monat werden junge Menschen in Bayern aus ihrem Leben gerissen" und über Nacht nach Kabul abgeschoben. Doch "Afghanistan ist ein Land im Krieg, Kabul ist laut dem Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen nicht sicher".

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-ein-rotes-tuch-1.4795065

 

https://thruttig.wordpress.com/2020/02/21/afghanistan-waffenruhe-oder-trickserei/

 

Brutale Familientrennung gibt es leider nicht nur in Bayern und Sachsen. Aus dem rot-rot-grün regierten Berlin erreicht uns diese Meldung:  

„Rafala* ist seit Anfang Dezember wegen einer schweren Erkrankung in Deutschland im Krankenhaus. Sie ist schwanger, Ende April soll ihre Tochter Sofia zur Welt kommen. Ihr Mann Karim* ist die einzige Person, die sie stützen und aufbauen kann. Im Januar wurde er mitten in der Nacht aus der Asylunterkuft abgeschoben und nach Schweden gebracht. Dort sitzt er im Abschiebegefängnis. Sein Name steht auf einer Liste von 40 Personen, die am 3.März nach Afghanistan abgeschoben werden sollen.
Zusammen war das Paar zuvor aus Schweden weiter nach Deutschland geflohen, weil sie vor familiären Konflikten Schutz suchen mussten.
Seit er nicht mehr da ist, hat sich Rafalas Zustand massiv verschlechtert. Wir machen uns große Sorgen um ihr Wohl und das Wohl des Kindes.

Die Behörden argumentieren, dass die Ehe nach deutschem Recht nicht anerkannt ist. Die Vaterschaft sei somit rechrtlich nicht gegeben. Eine Vaterschaftsanerkennung war aufgrund fehlender Originaldokumente aus dem Heimatland nicht möglich
Rafala gibt sich große Mühe, wird aber wegen der Schwere ihrer Erkrankung wahrscheinlich nicht in der Lage sein, ihre Tochter Sofia allein großzuziehen. Aufgrund der aufenthaltsrechtlichen Situation gibt es Probleme bei der Kostenübernahme für geeignete Hilfen, um Rafala bei der Versorgung ihres Kindes zu unterstützen.
Rafala und Sofia brauchen Karim* an ihrer Seite.
Wir fordern: Holt ihn zurück nach Deutschland!“

 

Bitte unterstützt diese Petition! Ihr Titelfoto zeigt die Hände des jungen Paares. Danke, dass ich das Bild auch für dieses Update verwenden darf.

http://chng.it/jnHWnn4XQs

 

*Die Namen haben wir zum Schutz der Betroffenen geändert.

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