Petition updateKeine Abschiebungen nach Afghanistan!Never give up!
Thomas Nowotny83071 Stephanskirchen, Germany
Aug 12, 2019

Warnung: Hinweise auf die nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan in der letzten Augustwoche
 

Es gibt aufgrund einiger Haftbeschlüsse mehrere Hinweise, dass die nächste Afghanistan Abschiebung in der letzten Augustwoche (Kalenderwoche 35) stattfinden könnte. Wir vermuten hier den Di, 27. August 2019. Wir raten allen ausreisepflichtigen Afghanen, dringend eine Beratungsstelle oder eine*n Rechtsanwält*in aufzusuchen. Besonders empfehlen wir darauf zu achten, dass die Ausländerbehörden über bevorstehende Ausbildungsaufnahmen und auch andere Integrationsleistungen informiert sind.

 

Wieder warnt der Bayerische Flüchtlingsrat. Mehr Infos hier:

https://www.fluechtlingsrat-bayern.de/abschiebungen-nach-afghanistan.html

 

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

Alles andere, was ich heute schreiben wollte, hat dankenswerterweise Thomas Ruttig in seinem Blog zusammengefasst:

https://thruttig.wordpress.com/2019/08/10/ende-rechtsstaat-nachrichten-aus-dem-asylwesen-wie-freiwillig-ist-freiwillig-abschiebung-aus-familien-balkanroute-u-v-m/

Zwei Nachrichten haben mich besonders bewegt, denn sie beleuchten besonders gut, wie das europäische Asylsystem Geflüchtete wie Helfer zermürbt und krank macht:

Asif N., dessen Festnahme in einer Nürnberger Berufsschule im Juli 2017 eine breite Welle der Solidarität auslöste (die in der Folge auf unglaubliche Weise kriminalisiert wurde) – Asif N., ist „freiwillig“ nach Afghanistan zurückgekehrt. „Freiwillig?“ Asif sagt nein:

„Weil ich dort nicht freiwillig hingehe. Ich bin hier machtlos und ich kann nicht mehr ohne irgendwas mein Leben verbringen, sie zwingen mich. Für mich ist das eine neue Flucht. Ich gehe zurück in ein Land aus dem ich mit 13 geflohen bin, ich habe keine Ahnung davon. Rückkehr heißt du gehst zurück zu deiner Stadt zu deiner Familie und Freundschaft. Aber bei mir ist so, ich kann nicht zu meiner Familie. Ich war noch nie in Kabul. Es ist keine freiwillige Rückkehr, bei mir ist ein neuer Fluchtweg, ich fliehe von dem ganzen scheiß System hier.“

https://www.nordbayern.de/politik/asif-n-sie-haben-mich-wie-einen-verbrecher-behandelt-1.9169925

Asif weiter: „In Afghanistan stirbt man einmal, weißt du, in Deutschland stirbt man jeden Tag, bei jedem Stress. Viele sagen in Deutschland ist Frieden, in Afghanistan ist Krieg. Aber Deutschland ist wie ein Friedhof für mich, du liegst nur da und kannst nicht machen, dich nicht bewegen.“

 

Die zweite Meldung kommt aus Österreich. Der renommierte und engagierte Anwalt Ronald Frühwirth, spezialisiert auf Asylrecht, schließt seine Kanzlei,

„…weil zu viele Gespräche mit Blicken voller Verzweiflung geendet haben.

…weil ich nicht mehr ständig mit dem Kopf gegen die Wand rennen will

…weil sich strukturell nichts ändern lässt.“

 

http://www.ronald-fruehwirth.at/shutdown.html

Nur zu verständlich – und doch wünsche ich Asif N. und Ronald F. von ganzem Herzen, dass sie auf ihren Fluchten und Umwegen (die bekanntlich die Ortskenntnis erweitern) auf einen guten Weg kommen. Never give up!

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