Petition updateDeutsche Schlachthäuser müssen videoüberwacht werdenWie viel offensichtliche Tierqual braucht es noch?

Daniela BoehmLandsberg, Germany

Mar 16, 2018
Liebe Unterstützer*innen,
lange Zeit haben Sie keine Neuigkeiten mehr zu dieser Petition erhalten. Das lag auch daran, dass ich gemeinsam mit vielen anderen Menschen gespannt auf das Ergebnis der neuen Regierungsbildung gewartet habe, das für mich wegen der geplanten Übergabe der Petition Ende April/Anfang Mai auch in direktem Zusammenhang stand. Die neue Landwirtschaftsministerin heißt Julia Klöckner und es bleibt abzuwarten, wie sehr sie sich für das Tierwohl einsetzen wird.
Der Schlachtofskandal in Tauberbischofsheim, den Soko Tierschutz e.V. Mitte Februar aufdeckte, schlug große Wellen und erschütterte angesichts vorsätzlicher Tierqual unzählige Menschen. Und zeigt wieder einmal, dass eine gesetzliche Videoüberwachung (die eine unabhängige Sichtung des Materials beinhalten muss) und eine verstärkte amtstierärztliche Präsenz, die tatsächlich zum Schutz der Tiere da ist und situationsbedingt dementsprechend handelt, mehr als dringend notwendig ist. Doch laut Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Maria Flachsbarth, auf eine Anfrage der SPD-Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag, lehnt die Bundesregierung nach wie vor eine rechtliche Verpflichtung zur Anfertigung von Videoaufzeichnungen ab, mit der Begründung, dass sie einen erheblichen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht der Beschäftigten darstellten. Ich habe mir aufgrund dieser Begründung die Frage gestellt, weshalb eine Videoüberwachung an bestimmten Orten zum Schutz von Menschen vor möglichen Gewalttaten oder Terrorangriffen, die im Falle eines Falles auch zur Erfassung der Täter führen kann, möglich ist, für Lebewesen aber, die für den Menschen sterben müssen, und ihm ausgeliefert sind, nicht möglich sein soll. In der EU haben sich bereits die Niederlande, Frankreich und Großbritannien für eine gesetzliche Videoüberwachung in Schlachthöfen ausgesprochen oder diese bereits eingeführt - warum sträubt sich ein Land wie Deutschland, das ansonsten in vielen anderen Bereichen eine Vorbildfunktion hat?
Auch aufgrund der gestrigen und für mich unfassbaren Nachricht, dass die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zu den qualvollen Lebendtiertransporten im EU-Parlament abgelehnt wurde, frage ich mich: Wie viel offensichtliches und unwiderlegbares Tierleid, wie viele erschütternde Bilder und Berichte braucht es noch, damit verantwortliche Politiker endlich handeln? Und drängt sich einem nicht zwangsläufig die Frage auf, ob Politiker eher im Interesse der Wirtschaft handeln, in diesem Fall im Interesse der Fleischindustrie, als im Sinne des Tierwohls?
Wir brauchen eine Politik, die sich in erster Linie um die Rechte derjenigen kümmert, die zu den Schwächsten gehören und dazu zählen auch die Tiere.
Und wir brauchen eine Gesellschaft, die Eigenverantwortung übernimmt. Diesem unhaltbaren System, das so viel Leid bedingt und durch die enorme Ressourcenverschwendung und Umweltzerstörung zu einem regelrechten Kollaps führen wird, kann letzten Endes nur Einhalt geboten werden, wenn sich jeder Einzelne für eine tierleidfreie Ernährung entscheidet.
Im Namen der Tiere danke ich Ihnen weiterhin für Ihre Unterstützung und bin Ihnen auch dankbar, wenn Sie diese in den sozialen Netzwerken teilen oder Ihre Bekannten und Freunde in Kenntnis setzen.
Herzliche Grüße
Daniela Böhm
Weiterführende Links zu den o.g. Themen:
https://www.welt.de/newsticker/news1/article173599583/Lebensmittel-Schlachthof-in-Tauberbischofsheim-nach-Stern-TV-Bericht-geschlossen.html
http://www.wir-sind-tierarzt.de/2017/11/ab-2018-videoueberwachung-in-englischen-schlachthoefen-pflicht/
http://stefan-bernhard-eck.de
https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad/37-geheimsache-tiertransporte-100.html
http://www.animalequality.de/neuigkeiten/bundesregierung-sagt-nein-zu-videokontrolle-in-schlachthoefen
© Bildquelle: pixabay.com (Atarythm)
Support now
Sign this petition
Copy link
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
Email
X