Die Teilbarkeit von Medikamenten muss deutlicher erkennbar sein!

Die Teilbarkeit von Medikamenten muss deutlicher erkennbar sein!

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Bei 500 Unterschriften wird die Petition mit höherer Wahrscheinlichkeit in den Empfehlungen gelistet!
Lea Schneider hat diese Petition an Bundesinstitut für arzneimittel und medizinprodukte gestartet.

Medikamente gibt es in vielen Darreichungsformen - Tabletten, Film Tabletten, Dragees, Retard Tabletten, Kapseln und viele weitere. Die Darreichungsform hat unter anderem direkten Einfluss darauf, wo im Körper das Medikament seine Wirkung entfalten kann beziehungsweise resorbiert, also aufgenommen, wird. Tabletten mit Retard Überzug sorgen dafür, dass die Freisetzung des Wirkstoffes verlängert wird. Zudem gibt es Tabletten mit einem magensaftresistenten Überzug, welcher den Wirkstoff vor der Magensäure schützt. Wird das Medikament im Ganzen eingenommen, wirkt es in der Regel wie vorgesehen.
Wird ein Medikament jedoch nicht in der für die Patientinnen und Patienten notwendigen Dosis angeboten, ordnet die Ärztin beziehungsweise der Arzt oftmals halbe Tabletten an. Schaut man sich die Medikamente genauer an, sind vermeintliche Bruchkerben zu erkennen, die eine Teilbarkeit des Medikaments implizieren. Es kann sich dabei aber um seine Schmuckkerbe handeln, also eine Kerbe, die nicht zum Teilen des Medikaments, sondern zur Identifizierung und Unterscheidungsfähigkeit der Tablette dient. Ob es sich nun bei dem Medikament um eine Bruchkerbe oder eine Schmuckkerbe handelt, ist auf den ersten Blick nicht erkennbar. Wird nun eine Tablette mit Schmuckkerbe geteilt, kann die Wirkung des Medikaments bei Retard Tabletten verkürzt sein, wodurch das Risiko für Nebenwirkungen steigt. Beim Teilen einer Tablette mit magensaftresistentem Überzug, wird der Wirkstoff bereits im Magen freigesetzt, wo er zerstört wird und das Medikament somit unwirksam ist.

Die Information bezüglich der Teilbarkeit einer Tablette befindet sich lediglich auf dem Beipackzettel. Patientinnen und Patienten, die ihre Medikamente selbst verwalten, lesen den Beipackzettel häufig nicht, da sie über Nebenwirkungen und Berücksichtigungsfaktoren der Einnahme bereits vom Arzt aufgeklärt wurden. Deshalb wird es häufig als irrelevant erachtet, den Beipackzettel zu lesen. Ein weiteres Problem ist die Schriftgröße des Beipackzettels. Viele ältere Menschen leiden unter Sehstörungen, weshalb sie den Beipackzettel oft gar nicht mehr lesen können. Dazu kommt die je nach Hersteller unterschiedlich positionierte Angabe bezüglich der Teilbarkeit von Tabletten. Es ist dadurch nicht möglich, die Information sofort zu finden oder sie wird einfach überlesen. So kommt es dazu, dass eine Schmuckkerbe als Bruchkerbe erachtet wird und eine Tablette, die nicht geteilt werden darf, geteilt wird. 

Aber nicht nur für Patient*innen stellt das ein Problem dar, sondern auch für Pfleger*innen. In Zeiten des Pflegenotstands haben Pfleger*innen leider oftmals nicht die Zeit, von jedem Medikament den Beipackzettel zu lesen. Durch die Medikamentenlehre in der Ausbildung ist man sich über Wirkung/Nebenwirkung der zu verabreichenden Medikamente bewusst, weshalb in der Alltagshektik oft darauf verzichtet wird, den Beipackzettel zu lesen. Man hält sich an die Anordnung der Ärztin beziehungsweise des Arztes und verlässt sich dabei viel zu häufig darauf, dass die Ärztin beziehungsweise der Arzt das anordnet, was umsetzbar ist. Aufgrund unzureichender Informationen bezüglich der gesamten Medikamentenarten sowie der Unterschiede zwischen den Herstellern, ist es auch für Mediziner*innen nicht möglich, alle Besonderheiten zu wissen, weshalb es dazu kommen kann, dass ein nicht teilbares Medikament halbiert verordnet wird.  

Um dieses Problem zu lösen, gibt es eine einfache Möglichkeit – die Teilbarkeit einer Tablette soll auf der Verpackung des Medikaments gedruckt sein. So ist es auf den ersten Blick erkenntlich, ob eine Tablette geteilt werden darf oder nicht, beziehungsweise ob sie unter bestimmten Voraussetzungen geteilt werden darf. Diese können im Beipackzettel genau deklariert werden. Wie das aussehen könnte, ist als Beispielbild eingefügt. Es ist eine kleine Änderung, mit großer Wirkung, von der sowohl Patient*innen als auch Pfleger*innen und Ärztinnen beziehungsweise Ärzte sehr profitieren. Deshalb fordere ich die Ergänzung vom §10 des Arzneimittelgesetzes, welcher die Pflicht Daten der Arzneimittelverpackung festlegt, um die Angabe der Teilbarkeit einer Tablette.

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