Digitalisierung
„Noch immer wird in Deutschland gefaxt“
Scharfe Kritik an der Digitalisierung des Gesundheitswesens kommt aus der Ärzteschaft in Rheinland-Pfalz. Die TI sei gescheitert und symptomatisch für die Planlosigkeit der Politk. Es brauche jetzt einen Neustart, die Sanktionen für Ärztinnen und Ärzte müssten solange ausgesetzt werden.
KVRLP-Vorstandsmitglied Staub: „Erst wenn die TI 2.0 nahezu störungsfrei einsetzbar ist, sodass sie als „Plug and Play“ funktioniert, sollte der Prozess in den Praxen fortgesetzt werden."©KVRLP
„Die TI 1.0 in der jetzigen Form“ müsse man als völlig gescheitert betrachten. Diese ist ein Paradebeispiel für den planlosen deutschen Weg in die Digitalisierung des Gesundheitswesens“, kritisiert Peter Andreas Staub Vorstand der Kassenärztlichen Rheinland-Pfalz in der aktuellen Ausgabe des „Ärzteblatt Rheinland-Pfalz“. Statt einer durchdachten Strategie habe Ex-Bundesgesundheitsminister es mit einer „Holzhammerstrategie und Strafsanktionen“ versucht.
Hinzu käme, dass die Finanzierungsregeln zugunsten der Industrie verhandelt, beziehungsweise den Krankenkassen abgerungen worden seien. Den Preis „in Euro und Mehrarbeit“ zahlten die Praxen. Die Folge sei eine „verheerende und verständliche Renitenz“ unter Ärztinnen und Ärzten.
„Eine sichere digitale Kommunikation und Vernetzung zwischen Praxen, Krankenhäusern, Krankenkassen oder mit Patientinnen und Patienten: Fehlanzeige. Noch immer wird in Deutschland gefaxt“, ärgert sich Staub.
In Krisenzeiten hätten Praxen weder Zeit noch Energie, „sich mit scheiternder Technik den Betrieb lahmlegen zu lassen“. Die Forderung an die Politik laute daher: „die TI in der jetzigen Form und die Strafsanktionen aussetzen und eine neue Strategie entwickeln. Staub: „Erst wenn die TI 2.0 nahezu störungsfrei einsetzbar ist, sodass sie als „Plug and Play“ funktioniert, sollte der Prozess in den Praxen fortgesetzt werden. Denn die Potenziale und die Notwendigkeit der digitalen Gesundheitsversorgung sind völlig unbestritten. Nur: Sie muss funktionieren.“
Sehr geehrte Damen und Herren Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigungen, unterstützen Sie bitte nicht weiter die von der Politik und der Gematik gepriesene TI! Sie funktioniert nicht! Mehr als 5Mrd Euro wurden für politische Inkompetenz und Ärger in den Praxen verschleudert ! Dies darf nicht so weitergehen, stoppen Sie diesen Wahnsinn und lehnen Sie die TI in dieser Form ab!
15.05.2022, 07:38, Autor: mm
Quelle Ärztenachrichtendienst