Grundeinkommen für Musiker*innen jetzt!

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Zum Leben zu wenig – zum Sterben zu viel…

Schon vor Corona lebten zehntausende Musiker*innen in Deutschland am Existenzminimum.

So kamen 2019 die 53.341 offiziell bei Künstersozialkasse (KSK) angemeldeten Musiker*innen auf ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 14.628 Euro. Das sind pro Monat 1.219 Euro. Und damit nur knapp über der offiziellen Armutsgefährdungsgrenze.

Mit Corona wurde diesen Musiker*innen die Existenzgrundlage nun vollends entzogen. Abgesagte Konzerte. Geschlossene Spielstätten. Keine Auftrittsmöglichkeiten mehr. In diesem Jahr werden die Einnahmen der meisten Musiker*innen gegen Null gehen. Alle bisherigen staatlichen Zuschüsse oder zurückzahlbaren Überbrückungshilfen reichten allenfalls für drei Monate und sind verdampft wie ein Tropfen Wasser auf dem heißen Stein. Viele Musiker*innen sind bereits am Ende und mussten aufgegeben. Und angesichts der zweiten massiven Coronoa-Welle, die durch unser Land geht, sehen ihre Zukunftsaussichten noch düsterer aus. 

Die Folgen sind absehbar: Unserem Land droht ein musikalischer Aderlass, der Verlust künstlerischer Vielfalt und die musikalische Verödung. Und aufwachen werden wir erst, wenn in unserem Live-Musik-Club um die Ecke der nächste Burger-Laden eingezogen ist.

Wieviel ist uns eine lebendige, vielfältige Musikkultur wert?

Wer rettet die Musik?

Wir von Metality fordern:

Rettet die Musik jetzt!

Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen für Musiker*innen!

Die Kosten dafür sind überschaubar: Bei 1.000 Euro im Monat wären das 640 Millionen Euro im Jahr.

Was? 640 Millionen Euro? So viel?

640 Millionen sind gerade einmal 0,18 Prozent von den rund 350 Milliarden, die die Bundesregierung als Corona-Schutzschild für Beschäftigte, Selbstständige und Unternehmen beschlossen hat.

Allein auf 600 Millionen Euro und mehr schätzt der Bundesrechnungshof die Kosten für den geplanten Erweiterungsbau des Bundeskanzleramtes.

Ist uns unsere Musik so viel wert wie ein Regierungs-Anbau?

Metality meint: JA!

Aber kann da nicht jeder kommen, der drei Akkorde auf der Gitarre kann, und die Hand aufhalten?

Nein.

Anspruchsberechtigt sollen nur Musiker*innen sein, die nach strenger Prüfung in die staatliche Künstlersozialkasse aufgenommen worden sind und dort auch ihre Krankenkassen- und Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Genauso wie übrigens schon seit Jahr und Tag ihre Steuern.

Mehr zahlen für die Musiker*innen wird der Staat vermutlich eh müssen. Denn die Hälfte der Beiträge für die Krankenkasse und die gesetzliche Renten- und Pflegeversicherung werden (ähnlich wie beim Arbeitgeberzuschuss) von der KSK gezahlt. Und die bekommt ihr Geld dafür über Zuschüsse des Bundes (20 Prozent) und aus den Sozialabgaben von Unternehmen (30 Prozent), die Kunst und Publizistik verwerten. Da sich die Höhe dieser Beiträge aber wie im normalen Arbeitsleben auch nach dem gemeldeten Einkommen der Künstler*innen richtet, droht der Künstlersozialkasse und damit auch dem Staat schon bald ein Millionen-Loch. Denn wo kein Einkommen mehr, da fallen auch die Beitragseinnahmen der KSK weg.

Und was dann?

Die 53.341 bei der KSK versicherten Musiker*innen im Regen stehen lassen? Sprich: unversichert?

Nein.

Die Beitragslücken wird der Staat schließen müssen. Mit neuen Millionen-Zuschüssen

Dann doch lieber gleich ein Grundeinkommen.

Oder, Herr Finanzminister, Herr Wirtschaftsminister, Frau Staatsministerin?

P.S.: Was ist eigentlich mit all den anderen, ohne die keine Live-Musik möglich ist? Den Ton- und Lichttechnikern, den Roadies, den Clubbetreibern und all den anderen Betroffenen? Selbstverständlich solidarisieren wir uns auch mit allen Mitgliedern der Kultur- und Veranstaltungsbranche, die, ebenso wie die Musiker, unter den Corona-bedingten Einschränkungen leiden. Unterstützt daher bitte auch das Aktionsbündnis Alarmstufe Rot.