
Gemeinsam mit dem „Freundeskreis Alassa“ habe ich die Petition für die Rückholung von Alassa Mfouapon, der nach Italien deportiert wurde, gestartet – nicht nur, weil sein Schicksal so grausam ist: sein Kind ertrank im Mittelmeer, seine Frau ist seitdem schwer krank – ein Schicksal wie das von vielen Tausenden. Sondern weil Alassa auch besonders ist: er klagt nicht – er klagt an: den institutionellen Rassismus, die Dublin-Vereinbarung, die Flüchtlingspolitik in Europa und den Imperialismus! Und er organisiert und motiviert andere, nicht aufzugeben, sondern aufzustehen, Mut zu fassen, zu kämpfen. In meiner ehrenamtlichen Arbeit mit Geflüchteten hatte ich neulich ein Erlebnis, was deutlich macht, worin Alassas besondere Fähigkeit liegt: Ich versuche einem jungen Afrikaner zu helfen – er ist wie so viele „ohne Bleibeperspektive“, da aus einem „sicheren Herkunftsland“, hat nachts Alpträume und flashbacks und tagsüber Angst vor Abschiebung. Doch keine Technik der Traumaheilung konnte ihm wirklich helfen, weil die existentielle Drohung der Abschiebung immer noch seine tägliche Realität ist. Da zeigte ich ihm einen Film von Alassa, in dem er den Geflüchteten zuruft: Leute, die Zeit der Angst ist vorbei! Wenn die Polizei und die Regierungen uns mit Abschiebung drohen, dann müssen wir uns umso stärker organisieren! Lasst euch nicht unterkriegen! Hoch die internationale Solidarität! Die Wirkung auf diesen jungen Mann war unglaublich: es war, als ob er sich innerlich aufrichtet, die Verzagtheit wich einem Ausdruck von Stolz und Mut.
Unsere online-Petition war von Anfang an auch damit verbunden, auf der Straße, in Betrieben und im persönlichen Umfeld Unterschriften zu sammeln – täglich gingen ausgefüllte Unterschriften-Listen ein von vielen Aktivisten aus dem ganzen Land. Über 6.000 Menschen haben so unterschrieben und so kann ich mit Stolz sagen: es wurden mit Tausenden von Menschen Gespräche geführt, von Angesicht zu Angesicht, Argument um Argument. Das finde ich ungeheuer wertvoll.
Diese Woche hat die Landesregierung Baden-Württemberg es mit einer fadenscheinigen Begründung abgelehnt, diese Unterschriften und damit den Standpunkt von fast 20.000 Menschen überhaupt zur Kenntnis zu nehmen! Leute, lasst euch das nicht bieten! Teilt die Petition, lasst uns noch viel mehr werden – Mindestens 25.000 noch vor Weihnachten sind das Ziel!
Protestiert mit uns am Donnerstag, 20. Dezember, um 18 Uhr in Stuttgart auf der Königstraße/Ecke Marstallstraße!
Wir laden alle Aktivisten und Interessierte herzlich ein zu unserem „Weihnachtsfest der Internationalen Solidarität“ am 21.12. nach Stuttgart! Hier findet Ihr die Einladung als download
https://c.gmx.net/@609835061755248931/j1Wjp_WSSmGkVMEMlVs5_A