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Blutspenden auch durch Homo- und Bisexuelle

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Die Richtlinie 2004/33/EG vom 22.03.2004 schreibt vor, dass „Personen, deren Sexualverhalten ein hohes Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten birgt, als Spender von Vollblut und Blutbestandteilen auszuschließen sind. Als „schwere Infektionskrankheiten“ werden in der Richtlinie u.a. HIV-1/2 und Hepatitis C genannt (Art. 4 i.V.m. Anhang III, Abschnitt 2.1). Die Richtlinie ist in Deutschland durch das Transfusionsgesetz (TFG) umgesetzt worden.

Nach § 12a Abs. 1 TFG hat die Bundesärztekammer in den Richtlinien den allgemein anerkannten Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft und Technik zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen im Einvernehmen mit der zuständigen Bundesoberbehörde festzustellen. Das ist durch die „Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie)“ geschehen.

Vom Blutspenden ausgeschlossen sind laut Richtlinie "Personen, deren Sexualverhalten ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten, wie HBV, HCV oder HIV bergen:
* heterosexuelle Personen mit sexuellem Risikoverhalten, z. B. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern,
* Männer, die Sexualverkehr mit Männern haben (MSM) [= v. a. bi- und homosexuelle Männer]
* männliche und weibliche Prostituierte."

Zwischen 2000 und 2008 wurden in Deutschland 5 HIV-Übertragungen durch Transfusionen gemeldet. Seitdem sind keine Neuinfektionen mehr bekannt geworden. Die Spender, die die Neuinfektionen verursacht haben, hatten sich durch Sexualkontakte infiziert. Zwei Spender hatten Sexualkontakte mit Männern, ein Spender hatte heterosexuelle Sexualkontakte und zwei Personen sexuelle Kontakte zu Personen aus Hochprävalenzländern. Dabei handelt es sich offenbar um heterosexuelle Sextouristen. Sonst hätte man sie der Gruppe der MSM zugerechnet.

Somit haben Männer, die Sex mit Männern haben, seit 2000 weniger Neuinfektionen verursacht als Personen mit heterosexuellen Sexualkontakten.

Es fragt sich deshalb, ob es tatsächlich zu Mehrinfektionen durch MSM käme, wenn diese nicht mehr generell von Blutspenden ausgeschlossen werden, sondern wie heterosexuelle Personen nur noch bei sexuellem RisikoVERHALTEN.

Und weiter: Ob es zu HIV-Neuinfektionen kommt, hängt nicht von der Zahl der Sexualkontakte und dem spezifischen Sexualverhalten ab, sondern allein davon, ob das Sexualverhalten SAFE oder UNSAFE ist.

Ich fordere daher, dass überprüft werden soll, ob der im Fragebogen zur Blutspende bisher unterschiedlich formulierte Ausschluss von Heterosexuellen und MSM (= bi- und homosexuelle Männer) durch einen generellen Ausschluss aller Personen ersetzt werden kann, die ungeschützten Sexualverkehr mit wechselnden Personen haben.



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