Bildung statt Kinderaufbewahrung - gegen das Kinderbildungsgesetz NRW


Bildung statt Kinderaufbewahrung - gegen das Kinderbildungsgesetz NRW
Das Problem
Wir vom KT Institut arbeiten als Fortbildnerinnen im Kita-Bereich und erleben täglich die Herausforderungen und die bereits hohe Belastung, unter der pädagogische Fachkräfte und Eltern stehen.
Umso mehr erschüttert uns der Referentenantrag der Grünen Familienministerin für das Kinderbildungsgesetz der Kitas in NRW. Es wird vorgeschlagen, dass pädagogische Fachkräfte künftig mindestens fünf Stunden die Kernzeit betreuen sollen, während die Randzeiten mit Hilfskräften abgedeckt werden.
Darüber hinaus soll die Anzahl der zu betreuenden Kinder im Ü3 Bereich von 25 auf 29 Kinder und im U3 Bereich von 10 auf 13 Kinder erhöht werden können. Bei diesen Änderungen würde die Qualität der Betreuung und Bildung ein weiteres Mal drastisch verschlechtert.
Das bisherige Kinderbildungsgesetz ist von Anfang an nicht realistisch angelegt, denn es sieht unter anderem im Personalschlüssel weder Krankheits- noch Urlaubstage der Mitarbeitenden vor. Die Realität in vielen Einrichtungen sieht dann so aus, dass Fachkräfte gegen besseren Wissens zwischenzeitlich gegen die Aufsichtspflicht verstoßen, um den Anforderungen zu entsprechen. Im Bewusstsein, weder den eigenen Ansprüchen zu entsprechen, noch den Bedürfnissen von Kindern gerecht werden zu können.
Seit vielen Jahren wird darauf hingewiesen, dass die Qualität der frühkindlichen Bildung den größten Einfluss für die Entwicklung von Kindern hat. Erfolgt ein Wechsel von Personen während des Tages, zu denen Kinder keine bindungsähnliche Beziehung aufgebaut haben, gerät das noch unreife Nervensystem von Kindern unter Stress, wodurch Lernen und Bildung blockiert werden.
Anstatt die Bedingungen für alle Beteiligten zu verbessern und die Arbeitslast der Fachkräfte zu verringern, sollen nun Maßnahmen ergriffen werden, die die Situation weiter verschlechtern. Studien zeigen, dass die Betreuung in größeren Gruppen nicht nur die Entwicklung der Kinder negativ beeinflusst. Sie führen auch zu einem höheren Stresslevel und zu Überforderungen bei den pädagogischen Fachkräften, mit denen sich das Risiko von Grenzüberschreitungen der Fachkräfte gegenüber Kindern erhöhen kann.
🧒🧒 Für Kinder, die bis zu 45 Stunden und mehr in Kindertagesstätten verbringen, brauchen wir bessere Rahmenbedingungen:
- Kleine Gruppengrößen
- Pädagogisch ausgebildetes Fachpersonal
Wir alle stehen in der Verantwortung, Kinderrechte zu sichern und diejenigen zu schützen, die sich noch nicht selbst schützen können. Die geplanten Änderungen ignorieren diese Verantwortung und setzen Fachkräfte und Kinder unzumutbaren Bedingungen aus.
Möchten wir den Fokus auf Qualität legen und neue Wege gehen, müssen wir sicherstellen, dass Kinder nicht die Opfer von politischen Fehlentscheidungen werden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen gefährden die seelische Gesundheit von Kindern und die Bildungsstandards erheblich. Sie ignorieren sowohl die Bedürfnisse der Kinder, als auch ihrer pädagogischen Bezugspersonen.
📢 Wir fordern daher die Landesregierung und insbesondere die Familienministerin auf, dieses Vorhaben umgehend zu stoppen!
Kindertagesstätten sollten sichere Orte für die Jüngsten unserer Gesellschaft sein. Unterstützen Sie die qualitative frühkindliche Bildung - für die Zukunft unserer Kinder und für die Gesundheit und Zufriedenheit ihrer Begleitungen.
✍️ Bitte unterzeichnen Sie diese Petition, um ein starkes Signal gegen die geplanten Verschlechterungen im Kinderbildungsgesetz NRW zu senden!
Lassen Sie uns gemeinsam für die Rechte unserer Kinder und für faire Arbeitsbedingungen in den Kitas einsetzen!
-------
Hier ein wichtiges Update
Nach den bereits untragbaren Gruppenvergrößerungen in Kitas und den drohenden Schließungen kleiner Einrichtungen infolge der Reformpläne der Familienministerin Paul liegt nun ein weiterer Entwurf vor, der sogenannte ABC-Klassen vorsieht.
Diese Maßnahme bedeutet konkret, dass vier - bis fünfjährige Kinder aus ihrem vertrauten Kita-Alltag herausgelöst und für mehrere Stunden zu fremden Personen gebracht werden, um dort Sprachunterricht zu erhalten. Dabei werden zentrale Erkenntnisse aus Entwicklungspsychologie und frühkindlicher Pädagogik ignoriert: Kinder dieses Alters benötigen Sicherheit, stabile Beziehungen und vertraute Bezugspersonen, um lernen zu können.
Die geplanten ABC-Klassen missachten grundlegende Bindungsbedürfnisse und Kinderrechte. Bildung kann nicht losgelöst von Beziehung stattfinden. Ohne Bindung keine Bildung – insbesondere nicht im frühen Kindesalter. Wird Kindern die emotionale Sicherheit entzogen, fehlen die Voraussetzungen für nachhaltiges Lernen, Sprachentwicklung und Teilhabe.
Statt Kinder an neue Orte mit unbekannten Erwachsenen zu verlagern, braucht es qualitativ gut ausgestattete Kitas, ausreichend Fachkräfte, kleine Gruppen und Zeit für Beziehung. Frühkindliche Bildung muss dort stattfinden, wo Kinder sich sicher fühlen – in ihrer Kita, mit vertrauten Menschen.
Update vom 29.01.2026
Gestern wurde die neue Familienministerin Schäffer im Landtag vereidigt. Der Wechsel der Ministerinnen, wäre eine Gelegenheit gewesen, das KiBiz grundlegend zu reformieren. Dies ist leider nicht geschehen. Nach wie vor können Kinder in Randzeiten von Hilfskräften betreut werden. Trotz besseren Wissens soll die Gruppengröße aufgestockt werden. Im Jahr 2024 hat eine Studie der Bertelsmann-Stiftung gezeigt, dass nur sechs Prozent der Kitas in Nordrhein-Westfalen die Empfehlungen zur Personalausstattung vollständig erfüllten. Mit den jetzt geplanten Regelungen der Randzeiten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Abweichungen von empfohlenen Personalschlüsseln noch problematischer werden.
Viele Eltern sind darüber nicht informiert. Sprechen Sie gerne auch Eltern auf diese Petition an, damit auch sie sich für das Wohl ihrer Kinder einsetzen können.
Lasst uns die Petition gemeinsam verbreiten, damit Bildung statt Kinderaufbewahrung wieder in Kitas gelebt werden kann.
46.098
Das Problem
Wir vom KT Institut arbeiten als Fortbildnerinnen im Kita-Bereich und erleben täglich die Herausforderungen und die bereits hohe Belastung, unter der pädagogische Fachkräfte und Eltern stehen.
Umso mehr erschüttert uns der Referentenantrag der Grünen Familienministerin für das Kinderbildungsgesetz der Kitas in NRW. Es wird vorgeschlagen, dass pädagogische Fachkräfte künftig mindestens fünf Stunden die Kernzeit betreuen sollen, während die Randzeiten mit Hilfskräften abgedeckt werden.
Darüber hinaus soll die Anzahl der zu betreuenden Kinder im Ü3 Bereich von 25 auf 29 Kinder und im U3 Bereich von 10 auf 13 Kinder erhöht werden können. Bei diesen Änderungen würde die Qualität der Betreuung und Bildung ein weiteres Mal drastisch verschlechtert.
Das bisherige Kinderbildungsgesetz ist von Anfang an nicht realistisch angelegt, denn es sieht unter anderem im Personalschlüssel weder Krankheits- noch Urlaubstage der Mitarbeitenden vor. Die Realität in vielen Einrichtungen sieht dann so aus, dass Fachkräfte gegen besseren Wissens zwischenzeitlich gegen die Aufsichtspflicht verstoßen, um den Anforderungen zu entsprechen. Im Bewusstsein, weder den eigenen Ansprüchen zu entsprechen, noch den Bedürfnissen von Kindern gerecht werden zu können.
Seit vielen Jahren wird darauf hingewiesen, dass die Qualität der frühkindlichen Bildung den größten Einfluss für die Entwicklung von Kindern hat. Erfolgt ein Wechsel von Personen während des Tages, zu denen Kinder keine bindungsähnliche Beziehung aufgebaut haben, gerät das noch unreife Nervensystem von Kindern unter Stress, wodurch Lernen und Bildung blockiert werden.
Anstatt die Bedingungen für alle Beteiligten zu verbessern und die Arbeitslast der Fachkräfte zu verringern, sollen nun Maßnahmen ergriffen werden, die die Situation weiter verschlechtern. Studien zeigen, dass die Betreuung in größeren Gruppen nicht nur die Entwicklung der Kinder negativ beeinflusst. Sie führen auch zu einem höheren Stresslevel und zu Überforderungen bei den pädagogischen Fachkräften, mit denen sich das Risiko von Grenzüberschreitungen der Fachkräfte gegenüber Kindern erhöhen kann.
🧒🧒 Für Kinder, die bis zu 45 Stunden und mehr in Kindertagesstätten verbringen, brauchen wir bessere Rahmenbedingungen:
- Kleine Gruppengrößen
- Pädagogisch ausgebildetes Fachpersonal
Wir alle stehen in der Verantwortung, Kinderrechte zu sichern und diejenigen zu schützen, die sich noch nicht selbst schützen können. Die geplanten Änderungen ignorieren diese Verantwortung und setzen Fachkräfte und Kinder unzumutbaren Bedingungen aus.
Möchten wir den Fokus auf Qualität legen und neue Wege gehen, müssen wir sicherstellen, dass Kinder nicht die Opfer von politischen Fehlentscheidungen werden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen gefährden die seelische Gesundheit von Kindern und die Bildungsstandards erheblich. Sie ignorieren sowohl die Bedürfnisse der Kinder, als auch ihrer pädagogischen Bezugspersonen.
📢 Wir fordern daher die Landesregierung und insbesondere die Familienministerin auf, dieses Vorhaben umgehend zu stoppen!
Kindertagesstätten sollten sichere Orte für die Jüngsten unserer Gesellschaft sein. Unterstützen Sie die qualitative frühkindliche Bildung - für die Zukunft unserer Kinder und für die Gesundheit und Zufriedenheit ihrer Begleitungen.
✍️ Bitte unterzeichnen Sie diese Petition, um ein starkes Signal gegen die geplanten Verschlechterungen im Kinderbildungsgesetz NRW zu senden!
Lassen Sie uns gemeinsam für die Rechte unserer Kinder und für faire Arbeitsbedingungen in den Kitas einsetzen!
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Hier ein wichtiges Update
Nach den bereits untragbaren Gruppenvergrößerungen in Kitas und den drohenden Schließungen kleiner Einrichtungen infolge der Reformpläne der Familienministerin Paul liegt nun ein weiterer Entwurf vor, der sogenannte ABC-Klassen vorsieht.
Diese Maßnahme bedeutet konkret, dass vier - bis fünfjährige Kinder aus ihrem vertrauten Kita-Alltag herausgelöst und für mehrere Stunden zu fremden Personen gebracht werden, um dort Sprachunterricht zu erhalten. Dabei werden zentrale Erkenntnisse aus Entwicklungspsychologie und frühkindlicher Pädagogik ignoriert: Kinder dieses Alters benötigen Sicherheit, stabile Beziehungen und vertraute Bezugspersonen, um lernen zu können.
Die geplanten ABC-Klassen missachten grundlegende Bindungsbedürfnisse und Kinderrechte. Bildung kann nicht losgelöst von Beziehung stattfinden. Ohne Bindung keine Bildung – insbesondere nicht im frühen Kindesalter. Wird Kindern die emotionale Sicherheit entzogen, fehlen die Voraussetzungen für nachhaltiges Lernen, Sprachentwicklung und Teilhabe.
Statt Kinder an neue Orte mit unbekannten Erwachsenen zu verlagern, braucht es qualitativ gut ausgestattete Kitas, ausreichend Fachkräfte, kleine Gruppen und Zeit für Beziehung. Frühkindliche Bildung muss dort stattfinden, wo Kinder sich sicher fühlen – in ihrer Kita, mit vertrauten Menschen.
Update vom 29.01.2026
Gestern wurde die neue Familienministerin Schäffer im Landtag vereidigt. Der Wechsel der Ministerinnen, wäre eine Gelegenheit gewesen, das KiBiz grundlegend zu reformieren. Dies ist leider nicht geschehen. Nach wie vor können Kinder in Randzeiten von Hilfskräften betreut werden. Trotz besseren Wissens soll die Gruppengröße aufgestockt werden. Im Jahr 2024 hat eine Studie der Bertelsmann-Stiftung gezeigt, dass nur sechs Prozent der Kitas in Nordrhein-Westfalen die Empfehlungen zur Personalausstattung vollständig erfüllten. Mit den jetzt geplanten Regelungen der Randzeiten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Abweichungen von empfohlenen Personalschlüsseln noch problematischer werden.
Viele Eltern sind darüber nicht informiert. Sprechen Sie gerne auch Eltern auf diese Petition an, damit auch sie sich für das Wohl ihrer Kinder einsetzen können.
Lasst uns die Petition gemeinsam verbreiten, damit Bildung statt Kinderaufbewahrung wieder in Kitas gelebt werden kann.
46.098
Die Entscheidungsträger*innen
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Petition am 16. Dezember 2025 erstellt