Bewertungsmaßstäbe anpassen: Englisch‑LK‑Abitur Niedersachsen 2025


Bewertungsmaßstäbe anpassen: Englisch‑LK‑Abitur Niedersachsen 2025
Das Problem
Sehr geehrte Damen und Herren des Niedersächsischen Kultusministeriums,
wir, die Unterzeichnenden dieser Petition, wenden uns mit großem Anliegen an Sie: Die Hörverstehensaufgaben im Englisch-Leistungskurs-Abitur 2025 (Niedersachsen) waren nachweislich deutlich über dem üblichen Schwierigkeitsniveau und haben zahlreiche Abiturientinnen und Abiturienten in unfaire Bewertungssituationen gebracht. Wir bitten Sie daher eindringlich um eine Anpassung der Bewertungsmaßstäbe bzw. einen angemessenen Punkteausgleich, damit keine Schülerin und kein Schüler aufgrund unzumutbar hoher Anforderungen benachteiligt wird.
Zudem weisen wir auf die zusätzliche Belastung der Lehrkräfte hin: Der äußerst kurze Korrekturzeitraum und erste eingereichte Gefährdungsanzeigen machen deutlich, dass auch die Rahmenbedingungen für eine faire und sorgfältige Bewertung dringend verbessert werden müssen.
1. Außergewöhnlich hohes Sprechtempo
In beiden Teilen des Hörverstehens (Aufgabe 1 und Aufgabe 3) war das Tempo der gesprochenen Texte so hoch, dass selbst geübte Englischsprecher wesentliche Informationen kaum erfassen konnten. Das unnatürlich schnelle Sprechtempo ließ nur sehr wenig Zeit zum Notieren der Kernpunkte und erschwerte ein fokussiertes Zuhören erheblich. Mehrere Lehrkräfte bestätigten, dass in dieser Form weder in Prüfungen noch im Unterricht vergleichbare Übungen zum Einsatz kommen – hier wurde ein Maß an Geschwindigkeit verlangt, das den Rahmen einer fairen Abiturprüfung sprengt.
2. Irreführende Auswahloptionen
In Aufgabe 1 waren die Antwortoptionen inhaltlich fast identisch und boten keine klare Unterscheidung, welche Aussage tatsächlich zutraf. Dies führte dazu, dass viele Prüflinge nach dem Prinzip „Raten“ vorgingen, statt ihre Hörverstehenskompetenz unter Beweis zu stellen. Eine Prüfung, in der die Auswahlmöglichkeiten die tatsächliche Aufgabe überlagern, misst nicht die angestrebten Kompetenzen, sondern das Zufallsprinzip.
3. Überlappende Informationsstränge
In Aufgabe 3 waren wichtige Informationen derart komprimiert und verschachtelt, dass während des Ausfüllens einer Antwort bereits die nächste Teilaufgabe begonnen hatte. Dadurch gingen zentrale Bestandteile der folgenden Fragen verloren und legten die Prüflinge in einen unhaltbaren Zeitdruck. Dieses Ineinandergreifen der Textpassagen widerspricht den Prüfungsprinzipien eines klar strukturierten Hörverstehens.
4. Gefährdungsanzeige und riskierte Korrekturqualität
Lehrkräfte mehrerer Gymnasien, darunter am Braunschweiger Lessinggymnasium, haben eine offizielle Gefährdungsanzeige gestellt, weil ihnen für die Korrektur und das Verfassen der Gutachten im Fach Englisch lediglich 18 Werktage zur Verfügung stehen – zwei dieser Tage sind bereits durch das mündliche Abitur belegt. Unter diesem enormen Zeitdruck warnten sie vor gesundheitlichen Gefahren und einer massiven Einbuße an der Qualität ihrer Bewertungen. (Quelle: NDR, https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Ueberlastung-durch-Abi-Korrektur-Lehrer-stellen-Gefaehrdungsanzeige-Kultusministerium,abitur608.html )
Eine Anpassung der Bewertungsmaßstäbe käme nicht nur den Prüflingen zugute, die durch die überdurchschnittliche Schwierigkeit der Listening-Aufgaben bereits benachteiligt wurden, sondern entlastet zugleich die Lehrkräfte und sichert so eine faire sowie qualitätsgesicherte Korrektur.
Unsere Bitte um fairen Ausgleich
Um Chancengleichheit und eine gerechte Bewertung sicherzustellen, fordern wir:
- Anpassung der Bewertungsmaßstäbe: Eine Absenkung der Punkteanforderungen im Hörverstehen, die die überdurchschnittliche Schwierigkeit neutralisiert.
- Zukunftssichere Prüfungsformate:
Eine Überarbeitung der Hörverstehensaufgaben zugunsten realitätsnaher Sprechgeschwindigkeiten und klar differenzierter Antwortoptionen. - Entlastung der Lehrkräfte als Grundlage fairer Prüfungen:
Zukünftig ist die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte stärker zu berücksichtigen. Es muss sichergestellt sein, dass genügend Zeit für Vorbereitung, Korrektur und individuelle Betreuung bleibt – denn nur unter fairen Bedingungen für Lehrkräfte kann auch eine faire Bewertung der Schüler*innen erfolgen.
Wir vertrauen darauf, dass Sie im Sinne der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte handeln und eine faire Lösung herbeiführen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass das Abitur 2025 ein echter Leistungstest ist und keine Frage des Glücks oder Ratens. Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen
Die Unterzeichnenden Abiturientinnen und Abiturienten
2.385
Das Problem
Sehr geehrte Damen und Herren des Niedersächsischen Kultusministeriums,
wir, die Unterzeichnenden dieser Petition, wenden uns mit großem Anliegen an Sie: Die Hörverstehensaufgaben im Englisch-Leistungskurs-Abitur 2025 (Niedersachsen) waren nachweislich deutlich über dem üblichen Schwierigkeitsniveau und haben zahlreiche Abiturientinnen und Abiturienten in unfaire Bewertungssituationen gebracht. Wir bitten Sie daher eindringlich um eine Anpassung der Bewertungsmaßstäbe bzw. einen angemessenen Punkteausgleich, damit keine Schülerin und kein Schüler aufgrund unzumutbar hoher Anforderungen benachteiligt wird.
Zudem weisen wir auf die zusätzliche Belastung der Lehrkräfte hin: Der äußerst kurze Korrekturzeitraum und erste eingereichte Gefährdungsanzeigen machen deutlich, dass auch die Rahmenbedingungen für eine faire und sorgfältige Bewertung dringend verbessert werden müssen.
1. Außergewöhnlich hohes Sprechtempo
In beiden Teilen des Hörverstehens (Aufgabe 1 und Aufgabe 3) war das Tempo der gesprochenen Texte so hoch, dass selbst geübte Englischsprecher wesentliche Informationen kaum erfassen konnten. Das unnatürlich schnelle Sprechtempo ließ nur sehr wenig Zeit zum Notieren der Kernpunkte und erschwerte ein fokussiertes Zuhören erheblich. Mehrere Lehrkräfte bestätigten, dass in dieser Form weder in Prüfungen noch im Unterricht vergleichbare Übungen zum Einsatz kommen – hier wurde ein Maß an Geschwindigkeit verlangt, das den Rahmen einer fairen Abiturprüfung sprengt.
2. Irreführende Auswahloptionen
In Aufgabe 1 waren die Antwortoptionen inhaltlich fast identisch und boten keine klare Unterscheidung, welche Aussage tatsächlich zutraf. Dies führte dazu, dass viele Prüflinge nach dem Prinzip „Raten“ vorgingen, statt ihre Hörverstehenskompetenz unter Beweis zu stellen. Eine Prüfung, in der die Auswahlmöglichkeiten die tatsächliche Aufgabe überlagern, misst nicht die angestrebten Kompetenzen, sondern das Zufallsprinzip.
3. Überlappende Informationsstränge
In Aufgabe 3 waren wichtige Informationen derart komprimiert und verschachtelt, dass während des Ausfüllens einer Antwort bereits die nächste Teilaufgabe begonnen hatte. Dadurch gingen zentrale Bestandteile der folgenden Fragen verloren und legten die Prüflinge in einen unhaltbaren Zeitdruck. Dieses Ineinandergreifen der Textpassagen widerspricht den Prüfungsprinzipien eines klar strukturierten Hörverstehens.
4. Gefährdungsanzeige und riskierte Korrekturqualität
Lehrkräfte mehrerer Gymnasien, darunter am Braunschweiger Lessinggymnasium, haben eine offizielle Gefährdungsanzeige gestellt, weil ihnen für die Korrektur und das Verfassen der Gutachten im Fach Englisch lediglich 18 Werktage zur Verfügung stehen – zwei dieser Tage sind bereits durch das mündliche Abitur belegt. Unter diesem enormen Zeitdruck warnten sie vor gesundheitlichen Gefahren und einer massiven Einbuße an der Qualität ihrer Bewertungen. (Quelle: NDR, https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Ueberlastung-durch-Abi-Korrektur-Lehrer-stellen-Gefaehrdungsanzeige-Kultusministerium,abitur608.html )
Eine Anpassung der Bewertungsmaßstäbe käme nicht nur den Prüflingen zugute, die durch die überdurchschnittliche Schwierigkeit der Listening-Aufgaben bereits benachteiligt wurden, sondern entlastet zugleich die Lehrkräfte und sichert so eine faire sowie qualitätsgesicherte Korrektur.
Unsere Bitte um fairen Ausgleich
Um Chancengleichheit und eine gerechte Bewertung sicherzustellen, fordern wir:
- Anpassung der Bewertungsmaßstäbe: Eine Absenkung der Punkteanforderungen im Hörverstehen, die die überdurchschnittliche Schwierigkeit neutralisiert.
- Zukunftssichere Prüfungsformate:
Eine Überarbeitung der Hörverstehensaufgaben zugunsten realitätsnaher Sprechgeschwindigkeiten und klar differenzierter Antwortoptionen. - Entlastung der Lehrkräfte als Grundlage fairer Prüfungen:
Zukünftig ist die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte stärker zu berücksichtigen. Es muss sichergestellt sein, dass genügend Zeit für Vorbereitung, Korrektur und individuelle Betreuung bleibt – denn nur unter fairen Bedingungen für Lehrkräfte kann auch eine faire Bewertung der Schüler*innen erfolgen.
Wir vertrauen darauf, dass Sie im Sinne der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte handeln und eine faire Lösung herbeiführen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass das Abitur 2025 ein echter Leistungstest ist und keine Frage des Glücks oder Ratens. Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen
Die Unterzeichnenden Abiturientinnen und Abiturienten
2.385
Die Entscheidungsträger*innen
Petition am 13. Mai 2025 erstellt