Für das Weiterführen des Türkischen-Konsulatsunterrichts an Berliner Schulen

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Liebe Mitbürger*innen,

Seit ca. 50 Jahren wird an Berliner Schulen seitens des Türkischen Konsulats Türkischunterricht angeboten. Nun wird schrittweise dieser Unterricht von den Bezirken abgesetzt.
Wir als Berliner Eltern appellieren jedoch den Schüler*innen die Möglichkeit zu geben, das Erlernen ihrer Sprache zu ermöglichen.

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Leider brachten wir kürzlich in Erfahrung, dass der Bezirk Neukölln ab dem nächsten Schuljahr die Aufhebung des muttersprachlichen Türkischunterrichts in Erwägung zieht.

Auch ist uns bekannt, dass dies einige Bezirke bereits veranlasst haben. Für uns Eltern ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar. Wir sind davon überzeugt, dass Ihnen als Berliner Senatsverwaltung bewusst ist, welch eminente Rolle ein ausgeprägter Spracherwerb in der Entwicklung des Kindes spielt. Um dem Kind die Möglichkeit zu geben, ein positives Selbstbild zu entwickeln, muss die Erstsprache wertgeschätzt werden. Die jeweilige Sprache in das schulische Lehrangebot zu inkludieren, ist ein wichtiger Schritt in diese Zielrichtung. Denn das bis dato zugrundeliegende Angebot sicherte den Spracherwerb in der jeweiligen Hochsprache wie auch in ihrer Schriftsprache mitsamt Orthografie, was für die Sprachförderung essenziell ist.

Zu dieser ist bekannt, dass Kinder die ihre Erstsprache beherrschen, weniger Schwierigkeiten beim Erwerb einer zweiten Sprache haben, weil sie bereits in der Erstsprache grundlegende sprachliche, kommunikative, soziale, emotionale und kognitive Fähigkeiten erworben haben, die wiederum das Erlernen einer zweiten Sprache begünstigen.

 

Wir wissen, dass der Senat versucht an einigen Berliner Schulen „Herkunftssprache Türkisch“ anzubieten. Jedoch sind wir einstimmig der Meinung, dass dieses Angebot seitens des Türkischen Konsulats den muttersprachlichen Türkischunterricht nicht zureichend ersetzen kann. Folgende Punkte sind hierbei nämlich besonders wichtig:

-          Wer erteilt den Unterricht? Welche Ausbildung hat die Lehrkraft?

Türkisch zu sprechen reicht als Kompetenz unter keinen Umständen aus. Als Beispiel: Wir unterrichten trotz unserer Deutschfähigkeiten ja auch nicht Deutsch als Schulfach.

-          Nach welchem Rahmenplan wird unterrichtet?

Die Lehrkraft kann und darf nicht nach eigenem Ermessen unterrichten. Jeglicher Schulstoff bedarf eines ausgefeilten Rahmenplans.

-          Welche Medien werden eingesetzt?

Es fehlen Bücher sowie Arbeitshefte, die im Unterricht eingesetzt werden können.

-          Das Angebot seitens des Senats setzt eine bestimmte Teilnehmerzahl voraus. Was ist, wenn sich in einem Jahrgang nur zwei Kinder einfinden?

Der Konsulatsunterricht findet in diesem Fall auch statt, denn jedes Kind ist wichtig.

 

Den Konsulatsunterricht aus politischen Gründen absetzen zu wollen, unterstellt den Eltern eine Unmündigkeit. Es ist natürlich, dass die Elternschaft politisch nicht gleichgesinnt ist. Deswegen liegt ein apolitischer und neutraler Unterricht auch in unserem Interesse. Wenn dem nicht so wäre, würden wir als Elternschaft die ersten sein, die protestierten.

Des Weiteren betrachten wir als Steuerzahler*innen die Begründung, es gebe keine räumlichen Möglichkeiten an den Schulen, als eine offenkundige Ungleichbehandlung. Wir sind Bürger*innen dieser Stadt; gewahr dessen kommen wir unseren Verpflichtungen gewissenhaft nach, beanspruchen gleichermaßen aber auch die uns zustehenden Bürgerrechte. Denn es ist unser Recht, in dieser Angelegenheit Mitsprache zu haben. Und wir sagen:
„WIR WOLLEN TÜRKISCHUNTERRICHT FÜR UNSERE KINDER“.   

Wir hoffen auf Ihre aktive Unterstützung, denn nur gemeinsam können wir etwas bewegen.

Ahmet Macar
Im Namen der Berliner Eltern