

Liebe Unterstützer*innen,
vor genau 10 Jahren erschütterte das Foto von Alan Kurdi die Welt: der 2-jährige Junge, ertrunken im Mittelmeer, zusammen mit seinem Bruder Ghalib und seiner Mutter Rehanna. Große Trauer, große Empörung. Und das Bekenntnis aus der Politik: Wir müssen helfen.
Fast auf den Tag ein Jahrzehnt später entscheidet die Bundesregierung genau das Gegenteil: Gestern wurde der Plan durchgewunken, die komplette staatliche Förderung für die zivile Seenotrettung zu streichen – 2 Millionen Euro pro Jahr. Einfach weg. Das ist nicht nur ein großer Vertrauensbruch, sondern auch ein klares Signal: Die Rettung von Menschen in Seenot ist Deutschland keinen Cent mehr wert. Eine moralische Bankrotterklärung.
Wir haben alles versucht:
- Seit Bekanntwerden der Kürzungspläne Ende Juni haben wir das Thema großflächig in die Medien getragen – vom heute journal bis zur Tagesschau: um zu zeigen, dass ohne staatliche Förderung Einsätze ausfallen und Menschen sterben könnten.
- Wir haben mit euch über 7.000 E-Mails an Abgeordnete geschickt: v.a. um die SPD an ihren Parteitagsbeschluss zur Förderung der zivilen Seenotrettung zu erinnern.
- Rund 94.000 Menschen haben unsere WeAct-Petition unterschrieben. Sie wurde vor der gestrigen Bereinigungssitzung von Britta Haßelmann und Ricarda Lang (Bündnis 90/die Grünen) in den Bundestag getragen – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sowie Außenminister Johann Wadephul (CDU) waren zu einer Petitionsübergabe nicht bereit.
- Wir haben vor der entscheidenden Sitzung gemeinsam mit WeAct vor dem Reichstag protestiert – mit Merz- und Klingbeilmasken, mit Rettungswesten und einem zerbrochenen moralischen Kompass haben wir gezeigt: Ihr habt die Orientierung verloren!
Trotz allem: Gestern hat der inhumane Plan von Union und SPD die Bereinigungssitzung passiert. Es ist offiziell: Deutschland spart an Menschlichkeit.
Jetzt liegt es wieder an der Zivilgesellschaft, ALLE Einsätze zu finanzieren. Allein in diesem Jahr fallen schon ganze 1,1 Millionen Euro für die zivile Seenotrettung weg. Diese riesige Lücke muss nun durch uns alle gefüllt werden. Jeder noch so kleine Beitrag hilft, die geplanten Einsätze noch weiter durchzuführen – und weiter Leben retten zu können.
Jetzt für die Seenotrettung spenden!
Gemeinsam kämpfen wir weiter mit allen Kräften dafür, dass Menschlichkeit Kurs hält – danke, dass du mit an Bord bist.
Herzliche Grüße,
Anna Dütsch