Petition updateBefreit die Rettungsschiffe!Bundestagswahl: 30.411 Gründe weiterzumachen…
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Feb 26, 2025

Liebe Freund*innen von Sea-Eye,

es herrscht Bestürzung auf der SEA-EYE 4, im Hafen von Licata und überall an Land: Jede 5. Stimme bei der Bundestagswahl ging an eine faschistische Partei, über die Hälfte des Landes wählte migrationsfeindlich. Doch aufgeben? Niemals! Heute senden wir dir daher drei Nachrichten der Solidarität gegen den Rechtsruck…

Harte Wochen liegen hinter uns: Der Wahlkampf war ein skandalöser Wettstreit, wer besser und schneller abschieben könne – ein Überbieten in rassistischer Migrationspolitik. Ausgrenzung, Abschiebung, Abschottung: All das wurde unter dem Deckmantel der „Sicherheit“ propagiert, statt endlich ein Leben in Sicherheit und Würde für alle zur Realität zu machen. Die Entrechtung von Menschen, die wir an Europas Außengrenzen erleben, dringt immer tiefer auch in unser Land ein. „Germany first. Festung Europa first. Asyl last.“ Dem entgegnen wir entschieden: Auf keinen Fall – nicht mit uns! Wir verteidigen unsere solidarische Gesellschaft.

Eins ist klar: Menschen auf der Flucht haben keine Wahl. Sie werden fliehen. Und wir werden da sein. Auch wenn ein Sturm autoritärer Kräfte aufzieht. Ob durch Meloni, Musk oder im Zweifel auch durch eine migrationsfeindliche Regierung Merz: Rechte Angriffe auf die solidarische Zivilgesellschaft sind uns vertraut – und wir haben durchdachte Strategien, wie wir handlungsfähig bleiben. Doch wir sind uns bewusst: Die Zeiten werden rauer werden. Bei zunehmendem Einfluss von rechten Kräften kann es immer dazu kommen, dass bisherige staatliche Förderungen für zivilgesellschaftliche Organisationen angegriffen werden. Zusätzlich ist auch in Zeiten der Inflation nie garantiert, wie lange Menschen weiter spenden können. Das schmerzt. Ausgerechnet jetzt, wo es so viel zu tun gibt. Daher unsere Bitte: Wenn du kannst, hilf jetzt mit einer Spende.

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Denn jetzt gilt es, besonders aktiv zu bleiben – und dem rechten Gegenwind extra Solidarität entgegenzusetzen. Genau das haben wir uns vorgenommen und setzen es in diesen emotionalen Tagen nach der Wahl bereits um. Hier sind unsere drei Nachrichten der Solidarität aus den ersten Tagen nach der Wahl:

Tag 1: In unmenschlichen Zeiten braucht es menschliche Gesten. Deswegen rufen wir seit dem Tag nach der Wahl „21 Tage der Stille“ aus – mit 30.411 realen Schweigeminuten im Gedenken an mindestens 30.411 Menschen, die seit 2014 im Mittelmeer gestorben sind oder als vermisst gelten. Um zu zeigen, wohin Abschottung führt. Um Respekt und Menschlichkeit zu demonstrieren – und dem Rechtsruck entgegenzutreten. Mehr dazu erfährst du hier: 21 Tage Stille

Tag 2: Als aktives Zeichen der Solidarität in der Zivilgesellschaft fahren wir gerade mit Sea-Watch einen gemeinsamen Einsatz im zentralen Mittelmeer. Gestern brachte die Crew der SEA-EYE 4 in Neapel 41 Menschen an Land – sie wurden in der Nacht zum Wahlsonntag aus Seenot gerettet. Jeder Mensch, der in diesen Tagen von unseren Schiffen sicher an Land geht, ist ein wichtiger Sieg für die Menschlichkeit.

Tag 3 und darüber hinaus: In Licata trainiert die Crew der SEA-EYE 5 in diesen Stunden intensiv, um auch unser zweites Rettungsschiff möglichst noch in dieser Woche in den Einsatz zu bringen. Wir stehen weiter solidarisch an der Seite von Schutzsuchenden. Jetzt mehr denn je.

Für uns ist klar: Ja, wir sind bestürzt über das Wahlergebnis. Aber nein, wir resignieren nicht. Es gibt viel zu tun und wir können viel tun, packen wir es an: Gemeinsam gegen den Rechtsruck, gemeinsam mit dir. Solidarity first – jetzt erst recht!

Liebe Grüße, 

Anna Dütsch - Referentin für Kommunikation

Danke für deine Spende!

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