Petition updateBefreit die Rettungsschiffe!SEA-EYE 4 rettet 416 Menschen aus Seenot
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Jun 15, 2022

Liebe Freund*innen von Sea-Eye,

vor Beginn der derzeit laufenden Rettungsmission haben wir Sie eindringlich um Spenden gebeten, weil der Treibstoffpreis in den letzten Wochen explosionsartig angestiegen war. Viele sind unserem Aufruf gefolgt, sodass wir unser Schiff in den Einsatz schicken konnten.

Und Ihre Hilfe kam an: Denn heute darf ich Ihnen mitteilen, dass wir am Mittwochmorgen in einem schwierigen Rettungseinsatz 290 Menschen aus einem großen, stark überfüllten Holzboot mit zwei Decks retten konnten. Nachdem wir alle Menschen in einem dreistündigen Einsatz sicher an Bord der SEA-EYE 4 holen konnten, kam die sogenannte libysche Küstenwache. Sie hatte bereits den gesamten Einsatz beobachtet und vertäute nun das Holzboot an ihrem Schiff, um es zurück an Land zu bringen.

Während wir diesen Einsatz durchführten, erreichte das spanische Rettungsschiff AITA MARI unweit unserer Position einen Seenotfall mit über 100 Menschen. Der Einsatz wurde jedoch von einem anderen Schiff der sogenannten libyschen Küstenwache gestört. 17 Menschen, die ins Wasser gesprungen waren, konnten an Bord der AITA MARI geholt werden. Die auf dem Schlauchboot verbliebenen Menschen wurden von der sogenannten libyschen Küstenwache auf deren Schiff gezwungen und nach Libyen entführt.

Beide Fälle zeigen den Charakter und die Absichten der sogenannten libyschen Küstenwache deutlich. Von der EU als Abschottungswerkzeug eingesetzt, entführt sie flüchtende Menschen in einen Bürgerkrieg, wo sie schwersten Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Gleichzeitig bringt die sogenannte libysche Küstenwache Boote zurück an Land, um mit Schlepperei ein zweites Geschäft zu bedienen. Es ist seit langem bekannt, dass die Personen der sogenannten libyschen Küstenwache mit Schleppern kooperieren oder selbst welche sind.

Es ist ein absolutes Armutszeugnis, dass unsere europäischen Regierungen mit solchen Akteuren zusammenarbeiten. Die Ereignisse zeigen wieder einmal, die sogenannte libysche Küstenwache hat den Namen Küstenwache genauso wenig verdient wie die EU den Friedensnobelpreis.

Dennoch sind wir froh, dass wir während dieser Mission 416 Menschen in insgesamt drei Einsätzen retten und vor dem Ertrinken oder einer Verschleppung in den Bürgerkrieg bewahren konnten.

Ihr Gorden Isler
- Vorsitzender von Sea-Eye e. V.

PS: Die gestiegenen Preise, besonders der hohe Ölpreis, belasten unsere Finanzen weiter sehr. Bitte unterstützen Sie unsere Rettungsmissionen weiterhin mit Ihrer Spende!

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