Petition updateBefreit die Rettungsschiffe!SEA-EYE 4 bricht zur dritten Rettungsmission auf
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24 Oct 2021

Liebe Unterstützer*innen,
 
meine heutige Nachricht an Sie hat einen besonderen Grund. Fernab von einer größeren öffentlichen Aufmerksamkeit erreichte die humanitäre Lage im zentralen Mittelmeer in den vergangenen Wochen neue traurige Tiefpunkte. Die zivilen Rettungsschiffe SEA-WATCH 3, AITA MARI und GEO BARENTS konnten innerhalb von wenigen Tagen mehr als 800 Menschenleben retten. Zu dieser Stunde haben die AITA MARI und die GEO BARENTS keine Häfen zur Ausschiffung der Überlebenden. In diesem Jahr sind schon jetzt deutlich mehr Menschen auf der Flucht nach Europa ums Leben gekommen als im vergangenen Jahr.

Die sogenannte libysche Küstenwache hat, seitdem sie von den EU-Mitgliedsstaaten unterstützt wird, mehr als 90.000 Menschen auf dem Meer von der Flucht aus Libyen abgehalten. Ein italienischer Kapitän wurde nun genau dafür von einem italienischen Gericht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, denn in 2018 lieferte er rund 100 Menschen der sogenannten libysche Küstenwache aus. Während Kapitän*innen zurecht wegen solcher Verbrechen verurteilt werden, haben die EU-Mitgliedsstaaten genau diese Zurückweisungen systematisiert und an die sogenannte libysche Küstenwache ausgelagert.

Sea-Eye fordert die zukünftige Bundesregierung deshalb dazu auf, die Zusammenarbeit mit diesen libyschen Milizen zu beenden und sichere Fluchtwege zu schaffen. Deutschland darf sich nicht länger an der Kriminalisierung schutzsuchender Menschen beteiligen, sie den Händen von Menschenschmuggler*innen überlassen oder an die sogenannte libysche Küstenwache ausliefern. Wir fordern eine Außenpolitik aus Berlin, die bedingungslos auf den Menschenrechten basiert.

Doch ich will Ihnen auch eine gute Nachricht senden. Die SEA-EYE 4 hat am Samstagabend den Hafen von Palermo verlassen und setzte zum dritten Mal in diesem Jahr Kurs auf die libysche Such- und Rettungszone. Zu Beginn des Jahres sind wir davon ausgegangen drei Rettungsmissionen unternehmen zu können. Dank Ihrer Unterstützung haben wir dieses Ziel erreicht und planen nun eine vierte Mission, die am 6. Dezember starten soll. Auch dieses Ziel ist nur mit Ihrer Hilfe erreichbar. Bitte unterstützen Sie uns dabei!

Mein Team wird seinen Teil dazu beitragen und in den kommenden Wochen alles dafür tun, die Ressourcen für eine vierte Mission zu organisieren, sodass die Such- und Rettungszone im Dezember nicht zu einer unbewachten Todeszone wird. Helfen Sie uns weiter?

Herzliche Grüße
Ihr Gorden Isler
- Vorsitzender von Sea-Eye e. V.

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