
Initiative Phoenix - Bundesnetzwerk für angemessene Psychotherapie e.V.
14 Feb 2017
Liebe Interessierte und Unterstützende,
nachdem Ende 2016 die "Strukturreform" mit Änderungen in der Psychotherapie-Richtlinie beschlossen wurde, die in der Praxis (auch) für die ambulante Behandlung (komplex) traumatisierter Menschen statt der nötigen Ergänzung eher eine Verschlechterung der Versorgungssituation bringt, ist unser "Ur"-Anliegen weiterhin aktuell.
Die Petition mit unserer in der AG ausgearbeiteten Forderung an den Gemeinsamen Bundesausschuss zählt aktuell 2703 Unterzeichnungen im Internet plus 84 auf dem Papier. Der Patientenvertreter im Unterausschuss, mit dem wir in Kontakt standen bevor die Änderung beschlossen wurde, hat trotz umfangreicher Informationen von uns eine Notwendigkeit, sich dafür zu interessieren, nicht erkennen können. Wie wir mit der Veröffentlichung unserer Forschungsergebnisse im November 2016 allerdings nachweisen konnten, sind "wir" keine Einzeljammerer, sondern viele Menschen sind betroffen - Menschen, die mit Traumafolgen leben (wollen) und die, die sie privat, mit-menschlich und fachlich begleiten und behandeln.
Das heißt für uns also: "Jetzt erst recht, auf zur nächsten Runde." Es war ja absehbar, dass wir gut gepolsterte Nasen brauchen, vor denen sie uns erstmal alle Türen zuschlagen können. Nun... wir sind immernoch da. Und wir gehen nicht weg bis wir gehört werden und bis sich etwas zu ändern anfängt. Und dann gibt es SO viel zu tun... Fangen wir (weiterhin) mit der Richtlinie an.
Ihr/ Sie kennt/kennen unsere Forderung, die Begründung und was wir bisher getan haben aus unseren Mails, von der Internetseite, aus Pressemitteilungen und aus den Texten zur Petition. Wer gern zu unserem nächsten AG-Treffen kommen möchte, um sich anzuhören was wir als nächste Schritte planen und um mit uns darüber nachzudenken, ist herzlich eingeladen, am 1.4.2017 zu unserem nächsten Arbeitstreffen zu kommen. Bisher sind sowohl "Betroffene" als auch ÄrztInnen und TherapeutInnen in der AG vertreten, es sind auch Angehörige und Interessierte willkommen. Man muss dafür nicht Mitglied im Verein sein. (Und falls jemand vom GBA diese Mail lesen sollte... bitte gerne.)
Wer gern kommen möchte, sollte sich bitte bis spätestens 2.3.17 bei uns melden, damit für den Fall, dass sich mehr Menschen als erwartet anmelden, die Planung angepasst werden kann.
Viele Grüße und vielleicht bis bald,
Johanna Sommer
*
Initiative Phoenix
Bundesnetzwerk für angemessene Psychotherapie e.V.
www.initiative-phoenix.de
initiative-phoenix(at)gmx.de
Ihre Unterschrift hilft uns: https://www.change.org/p/bedarfsgerechte-psychotherapie
----
Angie Hen hat über Facebook gefragt:
"Liebe Petitionseröffner Initiative Phönix....
die Petition hat bisher nicht viel Unterstützung gefunden, nichtmal 3000 Unterzeichner haben es für wichtig erachtet, diese Petition zu zeichnen.
Woran hat es gefehlt?
Wieso wurde diese Petition nicht bekannter gemacht?
Ich alleine war schon in der Lage, ca. 170 Unterstützer für diese Peition zu finden.
Wie?
Durch mehrfaches Teilen bei Facebook mit direkter und offener Ansprache, warum diese Petition für mich äusserst wichtig ist....und auch durch einen Bericht auf meinem PTBS.Blog
Ich habe jedoch bei einigen Themenverwandten Seiten vergeblich nach einem Hinweis auf diese Petition gesucht.
Wo sitzen die Menschen, die mit Trauma zu tun haben?
Bei Wildwasser e.V., Frauenverbänden, Heilpraktikern, Psychotherapeuten, 3Pflegediensten, Betreuungsdiensten...Feuerwehr, Bundeswehr, Polizei....etc.
Dort findet man die Betroffenen und diejenigen, die die Betroffenen therapieren.
Und es ist mehr als verwunderlich, dass von diesen Menschen nur 2701 bisher diese Petition gezeichnet haben.
Die Teilnehmer der oben genannten Studie hätten schon 1334 Stimmen sein können.
Nutzt doch auch das Netzwerk, liebes Bundesetzwerk für angemessene Psychotherapie"
Liebe Angie Hen,
das tun wir. Wir nutzen unsere Netzwerke und da sind so schätzungsweise 2000 Menschen durch uns direkt erreichbar, die jeweils auch wieder Verteiler haben und für Verbreitung über eben die Medien sorgen, die Sie nennen. Wir können allerdings niemanden dazu zwingen, zu unterschreiben. Vereinzelt gibt es Bedenken, im Internet oder speziell bei change.org etwas zu unterzeichnen (das Problem haben interessanterweise Petitionen wie die gegen eine "Tamponsteuer" nicht) - dafür haben wir die Möglichkeit eingerichtet, uns Unterschriften per Post zuzusenden. In Foren, die uns bekannt sind, haben wir die Petition bekannt gemacht, und wer darüber kommunziert wirbt auch über Facebook, Twitter usw. Wir fahren zu Tagungen, verschicken Pressemitteilungen, Rundmails und arbeiten weiter am Thema. Nur Anzeigen haben wir noch keine gekauft, weil man dafür eine Kreditkarte braucht - und Geld. Was (das liegt in der Natur der Sache, für die wir uns einsetzen) nicht unsere größte vorhandene Ressource ist.
Wenn Sie selbst jetzt Werbung für die Petition machen, werden Sie evtl. schnell merken, wie gespalten die Meinungen zu dem Thema sind und wie aggressiv gegen einen Bedarf an-argumentiert wird. Es werden immer wieder Dinge verbreitet und mit deutlich mehr Lobby und Finanz im Rücken unterstützt, die zeigen, wie wenig sich viele Menschen damit auseinandersetzen, worum es uns hier geht. Da stehen die Interessen vieler Bedürftiger (unnötigerweise) in manchen Köpfen gegeneinander und vor allem aber die Interessen derer, die daran verdienen, dass alles genau so bleibt wie es ist.
Wir machen Werbung. Wir nutzen die Netzwerke. Das können Sie mir glauben. Es ist ein dickes Brett, wie man so schön sagt. Für Sie und mich und uns ist es logisch, was wir fordern. Es ist gerecht und begründbar und merkwürdig, warum es nicht schon längst normal ist, dass nach Bedarf behandelt wird und nicht nach "Richtlinie". Für viele Andere dagegen ist nicht nachvollziehbar, dass Menschen mit komplexen Traumafolgestörungen "den Hals nicht voll genug" kriegen. ... Nichts verstanden, sage ich da nur. Aber so ist es eben. Leider.
Helfen Sie gern weiter beim Bekanntmachen - wir sind dran und bleiben auch dran. Und wenn am Ende nur diejenigen hier als Unterzeichnende in Zahlen auftauchen, die sich ernsthaft auseinandersetzen mit dem Thema, dann ist das besser als alle großen Zahlen hinter denen nur Luft steckt statt ernstgemeinte Unterstützung des Anliegens.
Vielen Dank, dass Sie sich so einsetzen und auch für die Rückmeldung. 2700 Menschen sind - für dieses Anliegen - eine riesige Zahl und wir freuen uns darüber.
Freundliche Grüße
Johanna Sommer
Support now
Sign this petition
Copy link
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
Email
X