Erlauben Sie Razaq Yar, die Ausbildung zum Altenpflegehelfer zu beginnen!

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Abschiebung von künftigem Altenpflege(helfe)r nach Afghanistan?

Seit Monaten schon hofft Razaq darauf endlich seine Ausbildung zum Altenpflegehelfer zu beginnen zu dürfen. Doch statt in einer Zeit, in der Pflegekräfte so nötig sind wie noch nie, in der tagtäglich die Überforderung der Pflegekräfte usw.  beklagt wird, wird ihm die Ausbildungsaufnahme versagt. Dreimal wurde ein Antrag eingereicht, dreimal wurde er abgelehnt.

Seit April 2020 war er in einem Kulmbacher Seniorenheim als Hilfskraft tätig. In dieser Zeit hat er ein gutes Verhältnis zu den Bewohner_innen auf der Station entwickelt und auch Respekt für seine Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit seitens der Kolleg_innen erfahren. Weil schließlich sein Asylverfahren rechtskräftig abgeschlossen war, entzog die ZAB Bayreuth dem jungen Helfer die Arbeitserlaubnis.

Statt einen Beitrag durch tatkräftige Mitarbeit leisten zu können, muss Razaq nun fürchten, in das von Corona schwer gebeutelte und durch den Krieg lebensgefährliche Afghanistan abgeschoben zu werden.

Das Seniorenwohnheim und die Trägerinstitution, die AWO Kulmbach, haben im September eine Petition beim Bayerischen Landtag eingereicht, in der dieser um die Erteilung der Ausbildungserlaubnis gebeten wird. Bislang wurde hierüber noch nicht entschieden.

Razaq gehört zu den vielen, inzwischen jungen Erwachsenen, die als Minderjährige vor der Gewalt, der täglichen Bedrohung aus Afghanistan geflohen sind. Auf Razaq´s Vater wurde ein Anschlag verübt, an dessen Folgen er zwei Jahre später starb.  Auch Razaq selbst wurde damals direkt bedroht und musste sich bis er endlich fliehen konnte verstecken.

Doch Razaq´s Fluchtgründe waren für das BAMF und das Gericht nicht ausreichend und glaubwürdig genug. Zudem sei es für ihn als jungen, gesunden Mann möglich, sich in anderen Regionen Afghanistans ohne verfolgt zu werden als Tagelöhner den Lebensunterhalt zu verdienen. 

Ungewissheit und Angst vor Abschiebung als ständige Begleiter, Sorgen um die Familie, deren restliche Mitglieder inzwischen nach Tadschikistan geflüchtet sind, bedingten, dass es Razaq schwerfiel, sich hier in Deutschland zu orientieren und nach Erreichen des Schulabschlusses sich auf die schulische Ausbildung zum Hauswirtschafter zu konzentrieren.

Aber jetzt hat es Razaq geschafft, seine Eignung für den Beruf des Altenpflegehelfers unter Beweis zu stellen. Jetzt, wo Senioren und Seniorinnen Vertrauen zu ihm gefasst hatten, wird ihm der Weg zur Ausbildung versagt. Die Mitarbeiter_innen und die Leitung des Wohnheims sind betroffen und können für die Entscheidung der ZAB kein Verständnis aufbringen. 

Als Kulmbacher Helferkreis und mit Unterstützung vieler anderer Akteure haben wir es geschafft, den 2019 abgeschobenen Mohammad Zaki aus Afghanistan zurückzuholen. Unsere Bemühungen laufen ad absurdum, wenn gleichzeitig andere junge, gut integrierte und engagierte Menschen wie Razaq abgeschoben werden, die in der Pflege arbeiten wollen und können, während gleichzeitig im Ausland Menschen angeworben werden um den Pflegenotstand zu bekämpfen. Das ist doch Irrsinn!

Wir möchten Euch/ Sie darum bitten, unsere an den Landtag und den Innenminister gerichtete Petitionzu unterstützen und diese zu unterzeichnen. Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer: lasst uns bis Ende Januar mindestens 30.000 Unterschriften dem Innenministerium und dem Petitionsausschuss vorlegen!

 

Sehr geehrter Herr Innenminister,

Sehr geehrte Mitglieder des Bayerischen Landtages und des Petitionsausschusses,

während der aktuellen Pandemie werden in Seniorenheimen Fachkräfte und Helfer so dringend wie nie benötigt.

Bitte gestatten Sie, Herrn Razaq Yar ab sofort das Beschäftigungsverhältnis in dem Seniorenwohnheim wiederaufzunehmen und erlauben Sie Herrn Yar, die Ausbildung zum Altenpflegehelfer zum nächstmöglichsten Zeitpunkt zu beginnen.