
Ein offener Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Ravensburg
und den Ravensburger Gemeinderat.
Sehr geehrter Herr OB Dr. Daniel Rapp,
sehr geehrte Mitglieder des Ravensburger Gemeinderates,
zunächst muss ich Ihnen, Herr Oberbürgermeister, meinen Respekt dafür zollen, dass Sie im Gemeinderat eine Baumschutzverordnung für Ravensburg mit Überzeugung befürwortet haben. Dass ich da eines besseren belehrt worden bin (wo ich doch immer alles besser weiß), geschieht mir ganz recht, tut mir aber auch gut. Denn geglaubt habe ich das nicht wirklich. Dass trotzdem die Mehrheit der Räte gegen eine Baumschutzsatzung gestimmt hat, ist traurig, bedauerlich und ärgerlich.
Wer im Kontext einer geforderten Baumschutzsatzung mit Begriffen wie "Gängelung und Bevormundung" argumentiert und dabei wiederholt an die deutsche dunkle Vergangenheit erinnert und mit ihrem Vergleich spielt, wie es seitens eines CDU-Stadtrates mir gegenüber getan wird, der verlässt nicht nur den freiheitlich-demokratischen Diskurs, sondern hat darüber hinaus ein rein egoistisches und nicht solidarisches Bild von "Freiheit". In diesem Zusammenhang gilt mein Dank nicht nur Ihnen, Herr Dr. Rapp, sondern auch der Grünenfraktion mit Frontfrau Maria Weithmann, den "Bürgern für Ravensburg" und der SPD.
Respektieren (= anerkennen) muss ich diesen Mehrheitsbeschluss, nicht aber akzeptieren (befürworten) und tolerieren. Beschlüsse können rückgängig gemacht werden (siehe "Causa Maaßen" in Berlin), wenn diese unter (moralischem, politischem) Druck oder mit falschen oder bei zurückgehaltenen und nicht eingeholten Informationen gefällt wurden. Bitte prüfen Sie, ob die Baumschutzverordnung für Ravensburg neu verhandelt werden kann, oder gar muss. Wenn es um die Zukunft des Menschen über weitere Generationen hinweg geht, dann können und dürfen wir nicht nur mit juristischen, sondern müssen auch mit moralischen und ethischen Grundsätzen arbeiten und argumentieren.
Ich werde diesen Brief auch auf die Petition "Pro Baumschutzverordnung für Ravensburg" updaten.
Mit umweltfreundlichen Grüßen,
Stefan Weinert, RAVE