Petition updateBAUMSCHUTZVERORDNUNG FÜR RAVENSBURG !!Alter Kämpfer, Peter Schröder, schreibt an die Stadtspitze Ravensburg

Stefan Weinert88212 Ravensburg, Germany

Oct 14, 2017
Peter Schröder, lange Zeit Stadtrat und Vorsitzender des KV der ÖDP schrieb heute diese Mail - Cc auch an mich -, die ich hier wiedergebe, weil sie nicht nur inhaltlich wichtig ist, sondern auch zeigt, wielange schon (über 30 Jahre) im Rathaus Ravensburg über Generationen hinweg die Devise gilt: Nach uns die Sintflut.
Danke, lieber Peter!
Betr.: Mein jahrzehntelanges vergebliches Bemühen für eine Baumschutzverordnung in Ravensburg und die dringliche Bitte endlich für eine Baumschutzverordnung, die auch den Namen verdient, etwas Konkretes in die Wege zu leiten
Sehr gehrte Damen und Herren,
ich habe heute Stefan Weinerts Rundmail mit dem Thema „Baumschutzverordnung jetzt“ erhalten. Er bezieht sich in seinem Schreiben auch auf mein früheres Engagement für eine Baumschutzverordnung, ist darüber aber nicht in Einzelheiten informiert.
Die Luftqualität in Ravensburg wird seit Jahren immer schlechter. Es geht dabei nicht nur um Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen, die in Ravensburg leben, sondern wir sollten dabei ergänzend auch unseren Ravensburger Beitrag zum dringlich notwendigen Klimaschutz (vor Ort und weltweit) leisten.
Von Seiten der Politik kommen aber zumeist nur schöne Worte und Absichtserklärungen, ohne dass auch nur halbwegs einschneidende Maßnahmen gegen die weitere Zerstörung unserer Lebensgrundlagen beschlossen würden.
„Freie Fahrt für freie Bürger“ scheint nach wie vor absoluten Vorrang zu haben vor einem echten Engagement dafür, unseren Kindern und Enkeln eine lebenswürdige Erde zu bewahren.
Als langjähriger (Deutsch-)und Religionslehrer möchte ich mich auch auf die Worte Jesu aus der Bergpredigt beziehen: Niemand kann zwei Herren dienen, ihr könnt nicht Gott und dem Geld (Mammon) dienen.
Der kurzfristige Geldgott scheint vielen Menschen und Politikern aber wichtiger zu sein, als ein langfristiges Engagement für die Bewahrung unserer Lebensgrundlagen. „Augen zu und weiter so“ scheint bei vielen Menschen die vorherrschende Devise zu sein.
Betr.: Gefällte Linden bei der Räuberhöhle. Erinnerung an meinen Antrag vom 2.8.1983 zu einer Baumschutzverordnung für Ravensburg (siehe pdf-Anlage) sowie Erinnerung an meine zehnte (!!!) schriftliche vergebliche Anmahnung dieses Antrags zum Schutz der Bäume vom 26.7.1990 bei Oberbürgermeister Vogler (siehe die pdf-Anlage)
Außerdem im P.S. ein kurzer Nachtrag zum Neubaugebiet Schornreute, betreffs seiner Auswirkung auf die Luftqualität in Ravensburg
Lieber Herr Oberbürgermeister Rapp,
vermutlich hatten Sie, was die Linden bei der Räuberhöhle anbetrifft, tatsächlich keine rechtliche Handhabe in der Hand. Ob es für Sie andere Wege gegeben hätte, diese Fällung zu verhindern, vermag ich nicht zu beurteilen.
Der Ravensburger Gemeinderat hatte und hat es aber in der Hand.
Das folgende macht deutlich, wie der Ravensburger Gemeinderat in der Frage eines wirklichen Schutzes der Bäume versagt hat. Ich bitte Sie dringlichst, dem Schutz der Bäume in Zukunft einen anderen Stellenwert zu geben, als wie es bisher der Fall war.
Das folgende habe ich nicht etwa 2010 formuliert, sondern vor über 20 Jahren. Sie werden bei der Lektüre bemerken, dass jede Zeile auch heute noch hochaktuell ist.
Aus dem Schreiben meiner zehnten schriftlichen Anmahnung einer Baumschutzverordnung vom 26.7.1990 (siehe Anlage):
Sehr geehrter Herr Vogler,
leider bin ich ein äußerst hartnäckiger Mensch, und so gebe ich auch im 7. Jahr keine Ruhe, sondern bohre penetrant nach. Die Bäume brauchen uns nicht, aber wir brauchen die Bäume. ...
Erlauben Sie mir auch , an dieser Stelle an die "Weissagung der Cree" zu erinnern:
"Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet Ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann!"
Selbstverständlich wissen Sie das alles, aber machen wir nicht trotzdem weiter wie bisher?
Aus meinem Schreiben an den damaligen Oberbürgermeister Vogler vom 9.8.1988 zum "fünfjährigen Jubiläum meines Antrags auf eine Baumschutzverordnung für Ravensburg"
"Was uns die Autos in Ravensburg wert sind, erlebe ich in fast jeder Gemeinderatssitzung. ...
Wenn es um Bäume geht, reagiert unser Gemeinderat völlig anders. Er reagiert - entschuldigen Sie bitte den Ausdruck, aber er ist meiner Ansicht nach zutreffend - er reagiert schizophren: Alle bekunden ihre höchste Sympathie für Gesundheit und Erhalt der Bäume, wirksame Maßnahmen zu ihrem Schutz aber unterbleiben. Ganz im Gegenteil. ...
Ihnen liegen zwei verabschiedungsreife Baumschutzverordnungen vor. Die von mir am 2.8.83 eingereichte und die vom BUND am 31.10.84 eingereichte. Beide Baumschutzverordnungen sind, wie jeder Fachkundige bestätigen wird, inhaltlich ausgereift. Einer Beratung hätte nichts, aber auch gar nichts im Wege gestanden! ... Auch in diesem Herbst und Winter werden wieder einige der immer weniger werdenden großen Bäume beseitigt werden. Das Ravensburger Klima und die Ravensburger Luftqualität werden sich damit weiter verschlechtern. ...
Nach einer vor kurzem durchgeführten Auswertung der Erfahrungen von mehr als 25 Städten in der Bundesrepublik Deutschland werden die Baumschutzverordnungen überwiegend positiv bewertet.
Soweit stark gekürzt aus meinen damaligen Schreiben. Ich füge Ihnen Herr Rapp (per Post) den Text meiner damaligen Baumschutzverordnung als Muster bei. Bitte nehmen Sie sich dieses Themas für die Zukunft an!
Es grüßt Sie freundlich
Peter Schröder
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