

Schon 1982 stand LPT unter dringendem Verdacht der Tierquälerei. Damals noch hatte ein Grünen-Politiker Herz, Mut und Verstand, dies in einer Anfrage an den Niedersächsischen Landtag zum Ausdruck zu bringen, wie nachfolgender Text zeigt. Ebenso geht daraus hervor, wie lapidar und interesselos die Regierung damals schon das Thema abtat.....
""" Bereits 1982 gab es einen Riesenskandal um das LPT Mienenbüttel.
Ein Bericht der „Bild am Sonntag“ vom 5.9.82, bewog den Grünenpolitiker Fruck eine "Kleine Anfrage" an die Niedersächsische Landesregierung zu stellen.
Die „Kleine Anfrage“ vom 7.9.1982 zeichnet genau die schrecklichen Zustände auf, die wir durch die Undercover Recherche des Verein „Soko Tierschutz“, die am 26.Nov.19 in der Sendung „FAKT“ und in zahlreichen Printmedien und den sozialen Netzwerken zu sehen waren. Und die so schrecklich sind, dass man verzweifeln könnte.
Frage 1 der "Kleinen Anfrage": Trifft es zu das bei der Erprobung des Krebsmittels Cisplatinum 48 Hunden über 78 Wochen hinweg intravenös in die Vorderbeine gespritzt wird?
Antwort Landesregierung: Es werden Tierversuche mit Cisplatinum durchgeführt. Dieses Mittel wird über einen Zeitraum von 78 Wochen an fünf aufeinander folgenden Tagen in Abständen von 16 Tagen verabreicht. Die intravenöse Injektion wird bei Hunden am Vorderbein vorgenommen.
-aus Kosten- und Zeitgründen eine Kanüle 16mal benutzt wird, obwohl laut Gesetz nach dreimaliger Anwendung die Kanüle gewechselt werden sollte?
Antwort Landesregierung: Es gibt keine gesetzlichen Vorschriften, die die Häufigkeit der Benutzung einer Kanüle vorschreibt. Die Kanüle wird dann gewechselt, wenn es medizinisch Notwendig ist.
-bei Verträglichkeitsstudien für ein neues Parfüm den Versuchshunden das Präparat per Schlauch in den Magen gespritzt wird, wobei es häufig vorkommt, dass der Schlauch in die Lunge eindringt und zur Folge hat, dass der Hund qualvoll binnen weniger Minuten stirbt?
Antwort Landesregierung: Fehlsondierungen kommen nur in seltenen Fällen vor, wobei die Häufigkeit solcher Fehlsondierungen im Human- und Veterinärbereich nicht übersteigt.
-bei Versuchen mit Jodmitteln, die in die Vene gespritzt werden, diese Mittel ständig auch in das Gewebe der Hunde geraten, welches dann weg fault und große Löcher in die Beine reißt, die auf das doppelte ihres Formates anschwellen und furchtbar heiß werden?
Antwort Landesregierung: Schäden nach Verabreichung von Jodmitteln sind bisher bei Überprüfungen durch den Landkreis Harburg nicht beobachtet worden. Nach Auskunft des Instituts ist es bisher nur bei einem Versuch mit einem jodhaltigen Präparat zu paravenösen Applikationen mit erheblicher Schädigung der Gefäße gekommen. Daraufhin wurde der Versuch sofort abgebrochen.
-bei Versuchen, bei denen die Dosierung für ein Mittel festgestellt wird, viele Hunde regelmäßig qualvoll verenden?
Antwort Landesregierung: In Vorversuchen wird der optimale Dosierungsbereich für den Hauptversuch ermittelt. Dabei wird die jeweilige Dosis minimal gesteigert. Hierbei kommen einzelne Todesfälle vor, die bei 1 Promille liegen.
-Leuschners Beagles, die er selbst züchtet, unter schlimmen Bedingungen leben?
Die Hunde sollen auf engstem Raum, ohne Auslauf, auf zum Teil feuchtem Boden schlafen und fast ausschließlich nur Mehl und Wasser zu fressen bekommen?
Die Versuchstiere werden tierartgerecht gehalten und ernährt. Die Boxen verfügen teilweise über Fußbodenheizung, in den anderen Boxen bestehen Liegeflächen aus Holz oder Leichtmetall. Alle Boxen haben einen Auslauf, der von den Hunden jederzeit aufgesucht und genutzt werden können.
Nach Ablauf der jeweiligen Versuchsabschnitte müssen die Hunde pathologisch anatomisch untersucht werden. Die Tötung der Tiere erfolgt mit dem Spezialmittel T-61. Diese Art der Tötung entspricht den Vorschriften des Tierschutzgesetzes. Die Landesregierung sieht keine Veranlassung, dem Institut zusätzliche Auflagen zu erteilen.
Aus der zweiten Frage ist zu erlesen, dass schon damals das Personal im LPT aus ehemaligen Hilfsarbeitern, Autoschlossern, Friseusen, Bäckern u.a. bestand, die die als Versuchstierpfleger Anlernlinge den Tieren Magensonden legten und intravenöse Spritzen verabreichten.
Lakonische Antwort der Niedersächsischen Landesregierung vom 28.12.82:
Nach dem Hundediebstahl aus dem Institut für Toxikologie und Pharmakologie Prof. Dr. Leuschner- Mienenbüttel - sind auch der Landesregierung verschiedenen Pressemitteilungen über angebliche Missstände in diesem Institut bekannt geworden. Aufgrund dieser Meldungen wurden die zuständigen Behörden-Bezirksregierung Lüneburg und Landkreis Harburg-aufgefordert, in diesem Institut sowohl die Versuchstierhaltung, als auch die Tierversuche selbst zu überprüfen.
Wie bei früheren Kontrollen konnten auch bei diesen Überprüfungen keine Verstöße gegen Vorschriften des Tierschutzgesetzes festgestellt werden.
Seitdem sind 38 Jahre vergangen. 38 Jahre bestialische Tierquälerei.
Ich frage mich, was sind das für sind die Menschen, die dort arbeiten? Sind es überhaupt Menschen?
Wer züchtet Tiere und verkauft sie gewissenlos an Institute, die für andere gewissenlose Geschäftemacher, Tiere planmäßig auf grausame Weise vergiften?
Was sind das für Behördenmitarbeiter die derartiges genehmigen und dieses System der Gewalt durch Geheimhaltung und Verharmlosung erst ermöglichen?
Was sind das für Politiker die gebetmühlenartig in ihren Standartantworten schreiben (lassen), dass Tierversuche für unser aller Wohl weiterhin auf unbestimmte Zeit durchgeführt werden müssen?
Und was ist mit uns? Sind wir uns bewusst, dass wir uns durch unser Schweigen, durch unser Kaufverhalten, durch die Verdrängung der belastenden Bilder und der Berichte zu Mittätern machen?
Diese Frage muss jeder für sich beantworten. """""""
Wir brauchen endlich wieder einen Herrn Fruck - dann werden vielleicht auch die Grünen wieder wählbar !
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