Petition updateNordzubringer Nein Danke! (B523 Nein Danke!)Newsletter Nr. 7
Initiative B523 Nein Danke!Villingen-Schwenningen, Germany
Sep 16, 2024

Liebe Gegner des Weiterbaus der B523 / Nordzubringer,


nach der Sommerpause hat die Bürgerinitiative erneut getagt und wir möchten Sie / Euch über den aktuellen Sachstand informieren. Es gibt im Moment keine „brandheißen“ Entwicklungen, deshalb mal ein bisschen mehr Hintergrund.
Wir haben bei der jüngsten Sitzung vor allem über die Schadstoffsituation am ehemaligen städt. Verbrennungsplatz Biswurm (westlich des Industriegebiets Vockenhausen) diskutiert. Zwischen 1960 und 1974 wurden dort in großer Menge Lösemittel in offenen Erdbecken gelagert und teilweise auch abgefackelt. Außerdem wurden Kabelabfälle verbrannt, um das Buntmetall zurückzugewinnen. Dies alles hat zu einer erheblichen Bodenbelastung mit Kohlenwasserstoffen und polychlorierten Biphenylen geführt. Das Biswurm-Gelände gilt als eine der schlimmsten Altlasten in Baden-Württemberg. Es würde bei jeder der derzeit diskutierten Trassenvarianten der B523 tangiert.
Von 2004 bis 2018 ist das Gelände teilsaniert worden. Man hat die obere Bodenschicht ausgetauscht und mit einem Dampfinjektionsverfahren versucht, die Schadstoffe aus den tiefer liegenden Schichten zu entfernen. Bis 2021 folgten danach zwei weitere 
Nachsorgephasen. Im Oktober 2020 hieß es, dass bei hohen Grundwasserständen die täglich abgehenden Schadstofffrachten weiterhin oberhalb des Sanierungsziels liegen. In der Bewertungskommission Altlasten des Landes Baden-Württemberg wurde deshalb beschlossen, die Schadstoffentwicklung in Abhängigkeit von der Höhe des 
Grundwasserstandes weiter zu überwachen.
Uns liegen derzeit keine Erkenntnisse darüber vor, ob dieses Monitoring seitdem 
stattgefunden hat und zu welchen Ergebnissen es geführt hat. Wir bleiben dran und fragen nach. Mehr Informationen dazu auf unserer Homepage: https://nordzubringer-nein-danke.de/argumente/verbrennungsplatz-biswurm/

Auffallend ist, wie das Regierungspräsidiums Freiburg mit seiner Terminplanung zum 
Planungsverfahren B523 in Verzug geraten ist. Nach der ursprünglichen, im Juli 2023 vom Regierungspräsidium Freiburg angekündigten Zeitplanung sollte im Dezember 2023 der sogenannte „fachübergreifende Variantenvergleich“ (der verschiedenen 
Trassierungsmöglichkeiten, Anm.) mit der Festlegung auf eine „Vorzugsvariante“ 
abgeschlossen werden. Dieser Termin wurde dann auf spätestens Sommer 2024 verschoben: Man rechne, so hieß es im Dezember, mit „dem Abschluss des fachübergreifenden Variantenvergleichs sowie der Entscheidung zur weiterzuverfolgenden Variante zum Ende derersten Jahreshälfte 2024.“
Doch auch dieser Termin ist erneut verstrichen. Die Umweltverträglichkeitsstudie müsse zunächst abgeschlossen werden, hieß es nun im Mai, sie befinde sich aber „auf der Zielgeraden“. Voraussichtlich Mitte 2024 werde dann ein Variantenvorschlag erarbeitet sein und dieser werde dann zunächst – das war für uns neu! – mit den zuständigen Ministerien abgestimmt. Erst danach könne die Vorzugsvariante der Öffentlichkeit vorgestellt werden. 


Im Gespräch mit Bürgern hören wir vereinzelt, das Projekt sei ja wohl sowieso gestorben, weil kein Geld vorhanden, bzw. zu teuer geworden. Im „Südkurier“ vom 17. August titelt Redakteur Jürgen Dreher „Stockt der Lückenschluss der B523?“ und hält fest, dass das Regierungspräsidium Freiburg jetzt kein Zeitfenster mehr nenne für den Abschluss der Vorplanung.
Wir sind überzeugt, dass das Projekt keineswegs vom Tisch ist, wie manche glauben oder auch glauben machen wollen. Die Verzögerungen sehen wir allerdings als Indiz dafür, dass die Vorplanungen offenbar schwieriger sind als ursprünglich angenommen. Dabei dürfte auch die exorbitante Kostensteigerung eine Rolle spielen. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 sind ja noch 25,9 Millionen Euro als Gesamtkosten ausgewiesen (basierend auf Berechnungen von 2012/13), inzwischen dürfte man vom 2- bis 4-fachen ausgehen. Und wenn wir die marode Infrastruktur an anderer Stelle sehen (Bahngleise, Stellwerke) und den hohen Sanierungsbedarf in Milliardenhöhe an den bestehenden Autobahnen und Bundesstraßen, dann verbietet sich eigentlich der Bau eines so unnötigen Projekts wie das des Nordzubringers II. 

Wie gesagt: Wir bleiben am Ball! 


Zum Schluss noch der Hinweis auf unsere Website www.nordzubringer-nein-danke.de. Diese wird laufend aktualisiert – es lohnt sich also, die Seite immer wieder mal aufzurufen. Seit Sommer 2024 zeigen wir dort unter dem Titel „Das hohe Lied vom Natur- und Landschaftsschutz“ (https://nordzubringer-nein-danke.de/das-hohe-lied-vom-natur-undlandschaftsschutz/ wie wenig ernst das Natur- und Landschaftsschutzgebiet Mönchsee Weiherwiesen genommen wird.
Und wenn Sie / Ihr uns in unserer ehrenamtlichen Arbeit unterstützen möchtet (bei den Kosten z. B. für Drucksachen, Gebühren für Info-Stände, Serverkosten der Website etc.), noch die Bankverbindung unseres Unterstützer-Kontos bei der Sparkasse Villingen-Schwenningen: „Bürgerinitiative Villingen Nord“, IBAN: DE58 6945 0065 1151 7654 28.


Herzliche Grüße von der BI „Nordzubringer Nein Danke“


Peter Sachse & Thomas Schumacher (Sprecher der BI)


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b523neindanke@posteo.de

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