Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg müssen ihre Wahlversprechen zu Ernährung einhalten

Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg müssen ihre Wahlversprechen zu Ernährung einhalten

Das Problem

Die Grundlage der Regierungsarbeit in Baden-Württemberg zwischen Bündnis 90/Die Grünen und der CDU wurde am 11. Mai in Form des neuen Koalitionsvertrags „Jetzt für morgen“ unterzeichnet. Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg hatte vor den Wahlen Wahlprüfsteine erstellt und ist enttäuscht, wie wenig Punkte aus diesen Versprechen im Vertrag zu finden sind.

„In unseren Wahlprüfsteinen bekundeten die Grünen ihr großes Anliegen, die vegetarische und vegane Ernährungsweise zu unterstützen“, so Julia Thielert von Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg. „Im Koalitionsvertrag findet man unter vegetarisch und vegan nur einen Treffer. Es soll täglich eine vegetarische oder vegane Mahlzeit in Kantinen angeboten werden. So positiv das auch ist, hatten wir uns doch etwas mehr Ziele für einen Vertrag gewünscht, der bis 2026 die Basis der politischen Arbeit bildet.“

Im Koalitionsvertrag wird erwähnt, dass die Speisepläne in Kantinen an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) angepasst werden sollen. Das würde, auch wenn nicht weiter definiert, eine klare Reduktion von Tierprodukten in Kantinen bedeuten. Immerhin konsumieren die Deutschen etwa doppelt so viel Fleisch, wie es von der DGE empfohlen wird (1). Auch wenn diese Veränderung zu begrüßen ist, erscheint sie zu der in den Wahlprüfsteinen abgegebenen Aussage zu milde. Hier wurde sich wie folgt geäußert: „Wenn wir Fleisch konsumieren, dann in geringen Mengen und von artgerecht gehaltenen Tieren“ (2). Allein über ein vegetarisches oder veganes Gericht in Kantinen, werden sich diese geringen Mengen kaum erreichen lassen. Es wird im Koalitionsvertrag zwar auch über Bildungsprogramme im Ernährungsbereich gesprochen, doch hier bleibt alles eher schwammig formuliert; allgemein findet sich im Vertrag viel zu regionaler und artgerechter Tierhaltung. Dass diese Haltungsformen nur möglich sind, wenn der Verzehr von Tierprodukten drastisch reduziert wird, findet keine Erwähnung. Auch das Wort „pflanzlich“ taucht nicht einmal im Vertrag auf. Für eine Partei, die allgemein für Naturschutz steht, ist dies ein bedauerliches Fazit. Gerade in der Koalition mit der CDU wäre es wichtig gewesen, sich klar auszudrücken. So war im Wahlprogramm noch von einer Reduktion der Tierhaltung die Rede.

Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg ist über den nicht zu Ende gedachten Koalitionsvertrag enttäuscht. Von einer Klimapartei hätten wir erwartet, dass sie die Tierhaltung als den größten Einflussfaktor auf den Klimawandel deutlicher in den Fokus stellt (3). Laut einer aktuellen UNO-Studie stellt Fleisch den größten Umweltzerstörer dar - dazu gehört auch das Fleisch aus ökologischer Tierhaltung (4). Dass eine pflanzliche Ernährung der "wahrscheinlich größte Hebel" sei, "um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern", äußerte Umweltwissenschaftler Joseph Poore von der Universität Oxford, nachdem er mehr als 500 Studien zu den Ökobilanzen der Lebensmittelproduktion ausgewertet hatte. Durch die pflanzliche Ernährungsweise gelangen nicht nur weniger Treibhausgase in die Atmosphäre, sondern auch andere Umweltauswirkungen wie der Land- und Wasserverbrauch, die Überdüngung und die globale Versauerung werden reduziert (5).

Wir fordern von den Grünen, dass sie die versprochene Reduktion der Tierhaltung umsetzen. Die Unterstützung der vegetarischen und veganen Lebensweise muss, wie in den Wahlprüfsteinen angegeben, ausgebaut werden.

 

Quellen

1:  https://www.tierrechte-bw.de/index.php/wahlen-ba-wue-2021.html
2: https://www.krankenkassenzentrale.de/magazin/deutsche-essen-zu-viel-fleisch-welche-folgen-das-fuer-die-gesundheit-hat-115745
3: https://www.andrewknight.info/articles/climate-change/
4: https://www.theguardian.com/environment/2018/may/31/avoiding-meat-and-dairy-is-single-biggest-way-to-reduce-your-impact-on-earth
5: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/uno-bericht-fleischkonsum-ist-groesster-naturzerstoerer-a-0b441812-4ed4-44ca-91a9-a83dedca4dbc

 

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Menschen für Tierrechte Baden-WürttembergPetitionsstarter*inMenschen für Tierrechte Baden-Württemberg e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 1983 für den Schutz und die Rechte der Tiere einsetzt. tierrechte-bw.de
Diese Petition hat 983 Unterschriften erreicht

Das Problem

Die Grundlage der Regierungsarbeit in Baden-Württemberg zwischen Bündnis 90/Die Grünen und der CDU wurde am 11. Mai in Form des neuen Koalitionsvertrags „Jetzt für morgen“ unterzeichnet. Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg hatte vor den Wahlen Wahlprüfsteine erstellt und ist enttäuscht, wie wenig Punkte aus diesen Versprechen im Vertrag zu finden sind.

„In unseren Wahlprüfsteinen bekundeten die Grünen ihr großes Anliegen, die vegetarische und vegane Ernährungsweise zu unterstützen“, so Julia Thielert von Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg. „Im Koalitionsvertrag findet man unter vegetarisch und vegan nur einen Treffer. Es soll täglich eine vegetarische oder vegane Mahlzeit in Kantinen angeboten werden. So positiv das auch ist, hatten wir uns doch etwas mehr Ziele für einen Vertrag gewünscht, der bis 2026 die Basis der politischen Arbeit bildet.“

Im Koalitionsvertrag wird erwähnt, dass die Speisepläne in Kantinen an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) angepasst werden sollen. Das würde, auch wenn nicht weiter definiert, eine klare Reduktion von Tierprodukten in Kantinen bedeuten. Immerhin konsumieren die Deutschen etwa doppelt so viel Fleisch, wie es von der DGE empfohlen wird (1). Auch wenn diese Veränderung zu begrüßen ist, erscheint sie zu der in den Wahlprüfsteinen abgegebenen Aussage zu milde. Hier wurde sich wie folgt geäußert: „Wenn wir Fleisch konsumieren, dann in geringen Mengen und von artgerecht gehaltenen Tieren“ (2). Allein über ein vegetarisches oder veganes Gericht in Kantinen, werden sich diese geringen Mengen kaum erreichen lassen. Es wird im Koalitionsvertrag zwar auch über Bildungsprogramme im Ernährungsbereich gesprochen, doch hier bleibt alles eher schwammig formuliert; allgemein findet sich im Vertrag viel zu regionaler und artgerechter Tierhaltung. Dass diese Haltungsformen nur möglich sind, wenn der Verzehr von Tierprodukten drastisch reduziert wird, findet keine Erwähnung. Auch das Wort „pflanzlich“ taucht nicht einmal im Vertrag auf. Für eine Partei, die allgemein für Naturschutz steht, ist dies ein bedauerliches Fazit. Gerade in der Koalition mit der CDU wäre es wichtig gewesen, sich klar auszudrücken. So war im Wahlprogramm noch von einer Reduktion der Tierhaltung die Rede.

Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg ist über den nicht zu Ende gedachten Koalitionsvertrag enttäuscht. Von einer Klimapartei hätten wir erwartet, dass sie die Tierhaltung als den größten Einflussfaktor auf den Klimawandel deutlicher in den Fokus stellt (3). Laut einer aktuellen UNO-Studie stellt Fleisch den größten Umweltzerstörer dar - dazu gehört auch das Fleisch aus ökologischer Tierhaltung (4). Dass eine pflanzliche Ernährung der "wahrscheinlich größte Hebel" sei, "um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern", äußerte Umweltwissenschaftler Joseph Poore von der Universität Oxford, nachdem er mehr als 500 Studien zu den Ökobilanzen der Lebensmittelproduktion ausgewertet hatte. Durch die pflanzliche Ernährungsweise gelangen nicht nur weniger Treibhausgase in die Atmosphäre, sondern auch andere Umweltauswirkungen wie der Land- und Wasserverbrauch, die Überdüngung und die globale Versauerung werden reduziert (5).

Wir fordern von den Grünen, dass sie die versprochene Reduktion der Tierhaltung umsetzen. Die Unterstützung der vegetarischen und veganen Lebensweise muss, wie in den Wahlprüfsteinen angegeben, ausgebaut werden.

 

Quellen

1:  https://www.tierrechte-bw.de/index.php/wahlen-ba-wue-2021.html
2: https://www.krankenkassenzentrale.de/magazin/deutsche-essen-zu-viel-fleisch-welche-folgen-das-fuer-die-gesundheit-hat-115745
3: https://www.andrewknight.info/articles/climate-change/
4: https://www.theguardian.com/environment/2018/may/31/avoiding-meat-and-dairy-is-single-biggest-way-to-reduce-your-impact-on-earth
5: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/uno-bericht-fleischkonsum-ist-groesster-naturzerstoerer-a-0b441812-4ed4-44ca-91a9-a83dedca4dbc

 

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Menschen für Tierrechte Baden-WürttembergPetitionsstarter*inMenschen für Tierrechte Baden-Württemberg e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 1983 für den Schutz und die Rechte der Tiere einsetzt. tierrechte-bw.de

Die Entscheidungsträger*innen

Winfried Kretschmann
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Ministerpräsident Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg
Sandra Detzer
Sandra Detzer
Landesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg
Oliver Hildenbrand
Oliver Hildenbrand
Landesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg

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