Auffahrt Auerberg 2028 sichern – Verkehrsprobleme nicht bis in die 2030er verschieben

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Das Problem

Update 28.09.2026

Heute um 19 Uhr entscheidet der Rat über einen Antrag der Grünen zur Auffahrt Auerberg. Sie soll bereits beim Neubau der linksrheinischen Vorlandbrücke in Richtung Beuel wiederhergestellt werden. Der Oberbürgermeister soll sich dafür bei Bund und Autobahn GmbH einsetzen. Die geplante Fertigstellung der Brücke bis Ende 2028 soll dabei eingehalten werden.

https://www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?VOLFDNR=2029222&refresh=false&TOLFDNR=2097735

Zum Livestream: https://www.bonn.de/service-bieten/stadtpolitik-ortsrecht/livestream.php

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An die Stadt Bonn, den Rat der Stadt Bonn, die Autobahn GmbH sowie die zuständigen Stellen bei Bund und Land

Wir fordern, die Auffahrt von der Graurheindorfer Straße/Auerberg auf die Nordbrücke in Richtung Beuel als dauerhafte, leistungsfähige Verbindung in den Neubau der linksrheinischen Vorlandbrücke aufzunehmen und spätestens mit der Freigabe der Brücke in Betrieb zu nehmen.

Kein jahrelanges Provisorium auf Kosten ganzer Stadtteile, wenn eine Auffahrtsrampe das Problem nachhaltig lösen kann!

Verkehrschaos mit Ansage

Nach dem derzeit öffentlich bekannten Planungsstand soll die neue linksrheinische Vorlandbrücke bis Ende 2028 zunächst ohne die Auffahrt Auerberg in Richtung Beuel entstehen. Der Verkehr aus Auerberg, Graurheindorf und der Nordstadt müsste dann über Tannenbusch und den Verteilerkreis am Potsdamer Platz auf die Autobahn gelangen.

Damit würde zusätzlicher Verkehr gezielt auf einen Knotenpunkt und in Straßen verlagert, die bereits heute stark belastet sind. Ein Verkehrsexperte warnt, dass der Verteilerkreis in den Spitzenstunden schon jetzt am Limit liegt. Bereits wenige Prozent Mehrverkehr können dort überproportionale Rückstaus verursachen – mit Auswirkungen auf die B 9, die Kölnstraße und die umliegenden Wohngebiete. Auch Lievelingsweg, An der Josefshöhe und die Kennedybrücke könnten zusätzlich belastet werden.

Das drohende Verkehrschaos ist deshalb keine überraschende Entwicklung. Es ist bereits heute absehbar.

Ein „Turbo-Kreisverkehr“ ersetzt keine Auffahrt

Der geplante Umbau des Verteilerkreises am Potsdamer Platz zum sogenannten „Turbo-Kreisverkehr“ löst das eigentliche Problem nicht. Er soll lediglich versuchen, zusätzlichen Verkehr an einem ohnehin stark belasteten Knotenpunkt besser abzuwickeln. Eine direkte Auffahrt auf die Nordbrücke kann er nicht ersetzen.

Wer heute auf der Kölnstraße oder dem Lievelingsweg unterwegs ist und den Verkehr dort erlebt, sollte sich konkret vorstellen, was passiert, wenn zusätzlich ein erheblicher Teil des Verkehrs aus Auerberg und Graurheindorf über genau diese Achsen in Richtung Potsdamer Platz geführt wird. Wie sollen diese Straßen und Kreuzungen den zusätzlichen Verkehr aufnehmen? Und was soll ein Turbo-Kreisverkehr am Potsdamer Platz daran ändern, wenn der Rückstau und die Belastung bereits weit vorher auf Kölnstraße, Lievelingsweg und den angrenzenden Straßen entstehen? Das eigentliche Problem liegt nicht in der Form des Kreisverkehrs. Es liegt darin, dass eine direkte Verbindung zur Nordbrücke fehlt und der Verkehr deshalb erst durch andere Stadtteile geführt werden soll.

Ein leistungsfähigerer Verteilerkreis kann möglicherweise die Verkehrsführung unmittelbar am Potsdamer Platz verbessern. Er schafft aber keine zusätzliche direkte Verbindung über den Rhein und verhindert auch nicht, dass Fahrzeuge zunächst über das Bonner Straßennetz bis zu diesem Knotenpunkt gelangen müssen.

Hinzu kommt, dass der Umbau selbst mehrere Monate dauern und weitere Baustellen, Staus und Einschränkungen verursachen soll. Damit würde ausgerechnet der ohnehin stark beanspruchte Verkehrsknoten zusätzlich belastet.

Verkehrsprobleme werden nicht gelöst, indem man sie vom Brückenanschluss auf Kölnstraße, Lievelingsweg, Tannenbusch und die angrenzenden Wohngebiete verlagert. Die entscheidende Frage muss deshalb lauten: Warum soll zusätzlicher Verkehr überhaupt erst bis zum Potsdamer Platz geführt werden, wenn er über eine Auffahrt in Auerberg unmittelbar auf die Nordbrücke gelangen könnte?

Verkehrsprobleme werden nicht gelöst, indem man sie aus dem Brückenprojekt in die umliegenden Stadtteile verlagert.

Nicht auf dem Rücken der Bürgerinnen und Bürger

Tausende Anwohnerinnen und Anwohner in Auerberg, Graurheindorf, der Nordstadt, Tannenbusch und den angrenzenden Vierteln wären betroffen.

Mehr Umwegverkehr bedeutet:

  • mehr Stau und verlorene Lebenszeit
  • mehr Lärm und Abgase in Wohnstraßen
  • gefährlichere Schulwege und Straßenquerungen,
  • unzuverlässigere Busverbindungen,
  • längere Wege für Pflegedienste, Handwerksbetriebe, Taxis und Lieferdienste,
  • zusätzliche Belastungen für Unternehmen und Beschäftigte,
  • mögliche Verzögerungen für Feuerwehr und Rettungsdienste.

Die Menschen im Bonner Norden dürfen nicht jahrelang die Folgen einer vermeidbaren Planungslücke tragen.

Aus „zunächst“ kann schnell „auf unbestimmte Zeit“ werden

Die Formulierung, die Auffahrt werde „zunächst“ nicht gebaut, bietet keine Sicherheit. Große Bauvorhaben verzögern sich. Politische Mehrheiten wechseln. Öffentliche Haushalte können künftig noch stärker unter Druck geraten.

Niemand kann garantieren, dass eine heute eingesparte Rampe von einer späteren Regierung tatsächlich finanziert und gebaut wird. Was als vorübergehende Lösung angekündigt wird, kann deshalb viele Jahre oder sogar dauerhaft bestehen bleiben.

Gerade jetzt, während die Vorlandbrücke geplant und gebaut wird und verschiedene Optionen noch möglich sind, muss die dauerhafte Auffahrt gesichert werden. Ein späterer Umbau würde voraussichtlich erneut Baustellen, höhere Kosten und weitere Verkehrseinschränkungen verursachen.

Verkehrspolitik braucht Verlässlichkeit

Die Sperrung der Nordbrücke belastet die Menschen und Betriebe bereits erheblich. Wenn Brücken, Straßen und Schienenverbindungen ausfallen oder eingeschränkt sind, braucht Bonn eine vorausschauende und robuste Verkehrsplanung – keine weitere Kette von Notlösungen.

Bei vielen Bürgerinnen und Bürgern entsteht zunehmend der Eindruck, dass Fehlentscheidungen und Versäumnisse immer wieder auf ihrem Rücken ausgetragen werden. Dieses Vertrauen darf nicht weiter verspielt werden.

Sicherheitsbedingte Sperrungen können notwendig sein. Nicht akzeptabel ist es jedoch, eine bereits absehbare neue Engstelle sehenden Auges zu schaffen.

Die Belastung trifft weit mehr als nur Rheinpendler

Die Folgen einer fehlenden Auffahrt Auerberg betreffen nicht nur Autofahrerinnen und Autofahrer, die von Auerberg oder Graurheindorf nach Beuel fahren. Sie betreffen auch die Menschen, die in der Nordstadt, in Graurheindorf, Auerberg oder Tannenbusch wohnen und dort arbeiten.

Wer beispielsweise in der Nordstadt wohnt und auch in der Nordstadt arbeitet, könnte auf den ersten Blick meinen, mit der Nordbrücke wenig zu tun zu haben. Doch wenn zusätzlicher Verkehr auf Kölnstraße, Lievelingsweg, Graurheindorfer Straße und über den Potsdamer Platz geführt wird, steht dieser Mensch im selben Stau: auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Einkauf, zum Arzt oder nach Hause. Busse benutzen dieselben Straßen, Liefer- und Pflegedienste ebenfalls. Die Auswirkungen enden deshalb nicht an der Autobahnauffahrt.

Genauso betrifft die Verkehrsführung die Beschäftigten der zahlreichen Unternehmen, Behörden, Kliniken und sonstigen Einrichtungen im Bonner Norden – unabhängig davon, ob sie selbst aus Auerberg kommen. Beschäftigte aus anderen Bonner Stadtteilen oder aus dem Rhein-Sieg-Kreis müssen ihre Arbeitsplätze weiterhin erreichen. Unternehmen benötigen verlässliche Wege für Beschäftigte, Kunden, Handwerksbetriebe und Lieferverkehr. Eine Verkehrsverlagerung kann deshalb auch Menschen treffen, deren eigentlicher Start- oder Zielpunkt gar nicht an der Nordbrücke liegt.

2028 bedeutet nicht automatisch: Das Verkehrsproblem ist gelöst

Besonders wichtig ist die zeitliche Perspektive. Die Autobahn GmbH nennt Ende 2028 als Ziel für die Wiederfreigabe der Nordbrücke nach dem Ersatzneubau der linksrheinischen Vorlandbrücke. Gleichzeitig soll die Auffahrt Auerberg in Richtung Siegburg/Hennef bei diesem Ersatzneubau zunächst nicht wiederhergestellt werden. Nach Angaben der Autobahn GmbH soll sie erst bei den Planungen für den späteren Ersatzneubau der Strombrücke berücksichtigt werden. 

Das bedeutet: Die Wiederöffnung der Brücke Ende 2028 wäre für den Bonner Norden nicht automatisch die Rückkehr zur früheren Verkehrssituation. Die neue Vorlandbrücke soll zunächst vier Fahrstreifen erhalten; die fehlende Auffahrtrampe bleibt nach dem derzeit veröffentlichten Stand ein gesondertes Thema. 

Für den vollständigen Neubau der Rheinquerung und den vorgesehenen sechsstreifigen Ausbau zwischen dem Autobahnkreuz Bonn-Nord und der Anschlussstelle Bonn-Beuel nennt die Autobahn GmbH derzeit sogar einen Baubeginn frühestens in den 2030er Jahren. 

Damit stellt sich eine entscheidende Frage: Wie lange sollen die Menschen und Betriebe im Bonner Norden mit einer Übergangssituation leben? Zwischen der anvisierten Wiederöffnung 2028 und einer späteren umfassenden Neuordnung der Rheinquerung können viele Jahre liegen. Deshalb sollte schon jetzt verbindlich geklärt werden, wann die Auffahrt Auerberg wieder zur Verfügung steht und welche Verkehrsbelastungen bis dahin tatsächlich zu erwarten sind.

Unsere Forderungen

  • Die Auffahrt Auerberg/Graurheindorfer Straße auf die Nordbrücke Richtung Beuel muss dauerhaft in das laufende Brückenprojekt aufgenommen werden.
  • Es darf keine zeitliche Lücke ohne leistungsfähige Auffahrt geben.
  • Falls vorübergehend eine Übergangslösung unvermeidbar ist, muss sie ausreichend leistungsfähig sein und einen verbindlichen Endtermin besitzen. Sie darf keine jahrelange Ersatzlösung werden.
  • Die Stadt muss eine vollständige Verkehrsprognose einschließlich der Folgen für Wohnstraßen, Lärm, Luftqualität, Busverkehr, Rettungsdienste, Gewerbe und Schulwege veröffentlichen.
  • Stadtspitze und Rat müssen gegenüber der Autobahn GmbH, dem Bund und allen weiteren zuständigen Stellen geschlossen für die Interessen der Bonner Bürgerinnen und Bürger eintreten.

Unser Appell

  • Prüfen allein reicht nicht. Die Stadt Bonn muss jetzt handeln.
  • Bauen Sie die Auffahrt Auerberg Richtung Beuel im Zuge des aktuellen Brückenprojekts. Verhindern Sie ein jahrelanges Verkehrsprovisorium. Sorgen Sie für eine tragfähige Lösung, bevor das vorhersehbare Chaos beginnt.

Bitte unterstützen Sie diese Petition mit Ihrer Unterschrift.

Ein ganz normaler Mittwoch im September- ohne zusätzlichen Verkehr durch die fehlende Auffahrt. So soll es nach Autobahn GmbH bis in die 2030er weitergehen. 

Quellen 

Es gibt derzeit keinen veröffentlichten konkreten Termin für die Rückkehr dieser Auffahrt. Die Autobahn GmbH sagt lediglich, die Wiederherstellung solle bei der Planung des späteren Ersatzneubaus der Strombrücke berücksichtigt werden. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet ebenfalls, dass die Autobahn GmbH keinen Zeitpunkt für die Wiederherstellung genannt habE.

Die Auffahrt von der Graurheindorfer/Herseler Straße auf die A565 Richtung Hennef wird „zunächst nicht umgesetzt“. Auch eine provisorische Auffahrt soll nicht gebaut werden. Stattdessen sollen Fahrzeuge aus Auerberg entweder zunächst Richtung Meckenheim fahren und am Kreuz Bonn-Nord drehen oder die Auffahrt am Potsdamer Platz benutzen

 

 

 

 

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