Masterplan für Schulen während der Pandemie

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Während einer Pandemie muss für die Schulen ein bundesweit einheitlicher, langfristig umsetzbarer Masterplan her.

Ich verfasse diese Petition als Mutter zweier Grundschulkinder, die fast 10 Jahre beim örtlichen Schulträger gearbeitet hat und daher mit der Situation an Schulen, besonders im Bereich Hygiene, nicht nur als Privatperson vertraut ist.

Da sowohl Gesundheitsschutz, als auch Bildung unumgängliche Rechte sind, können die Bürger in einer akuten Krise erwarten, dass man sich parteiübergreifend an einen Tisch setzt und die beste Möglichkeit erarbeitet, wie sowohl die Bildung sichergestellt werden kann, als auch der Gesundheitsschutz und das nicht noch weitere Menschenleben sinnlos geopfert werden. Das bedeutet Demokratie.

Das plötzliche Aussetzen der Präsenzpflicht und die Schulschließungen im Dezember haben bei vielen Eltern zu Kopfschütteln geführt, da sich seit Oktober angezeichnet hat, dass es zu diesen Infektionszahlen kommen wird und vielfach davor gewarnt wurde.

Die Kultusministerkonferenz hat es seit März nicht geschafft, eine aussagekräftige Studie dazu in Auftrag zu geben, wie ansteckend Kinder tatsächlich sind. Reihentestungen werden grundsätzlich nicht durchgeführt. Aussagekräftige Studien aus dem Ausland, z.b. die Princeton Studie, werden nicht anerkannt.

Die Empfehlungen des RKI und des Umweltbundesamtes bezüglich AHA+L werden , entgegen jeder Vernunft, an Schulen nicht umgesetzt. Dies führt dazu, dass viele Kinder und Jugendliche nicht verstehen können, dass für Schule und Freizeit unterschiedliche Regelungen gelten und es für sie schwer wird, umzusetzen, was man da von ihnen verlangt.

Professor Wieler vom RKI hat zwar tatsächlich gesagt, dass Schulen keine Pandemietreiber sind, aber auch, dass es hunderte Ausbrüche gegeben hat und er dringend nahelegt, die Empfehlungen des FRKI umzuzsetzen. Und zwar ab einer Inzidenz von 50/100.000 und nicht erst ab 200.

Dazu kommt, dass in Deutschland bisher völlig ignoriert wird, dass Kinder ebenfalls schwer an Covid erkranken und sowohl LongCovid erleiden, als auch Folgeschäden erleiden können. Ob diese reparabel sind, kann man noch nicht absehen.

Viele Eltern würden ihre Kinder während der Pandemie zu Hause betreuen, wenn sie dafür finanziell entschädigt würden.

Niemand bestreitet, dass der Präsenzunterricht wertvoll, und besonders für Kinder aus bildungsfernen Haushalten und Kinder mit Migrationshintergrund essentiell ist.

Es hat aber auch in zahlreichen Familien im Frühjahr mit dem Distanzlernen gut funktioniert und funktioniert in den Risikohaushalten, teilweise auch auf Dauer, seit März gut. Grundschulkinder können erfahrungsgemäß oft auch ohne digitale Begleitung von zu Hause aus lernen.

Wie lange und zu welchen Bedingungen Präsenzunterricht stattfinden kann, muss während einer Pandemie mit dem Gesundheitsschutz für Schüler, Lehrer und Eltern und den Todesfällen, die dies in der Gesamtbevölkerung fordert, in Relation gebracht werden.

In der aktuellen Krise hat sich gezeigt, dass Deutschland die Digitalisierung der Schulen bisher schlichtweg verpennt hat und dass es oft schon an der benötigten schnellen Internetverbindung hapert.

Überdies kann man nicht mit der Minderheit der „abgehängten Kinder“ und der Kinder, die zu Hause keine optimale Betreuung oder gar Gewalt erfahren, gegen die Minderheit der Risikohaushalte, die durch den Präsenzunterricht extrem gefährdet werden und deren Kinder oft unter Androhung von Zwangsmitteln in die Schule gezwungen werden, argumentieren. Wenn ein Kind durch Covid19 ein Familienmitglied verliert, ist das nicht weniger traumatisch.

Die Kultusministerkonferenz hat dazu zunehmend den Eindruck hinterlassen, dass sie eher die Interessen der Wirtschaft, als die der Familien vertritt.

Statt bei Entscheidungen die offiziellen, von den Eltern gewählten Landeselternvertretungen, die durchgängig für mehr Infektionsschutz werben, mit einzubeziehen, bezieht man Initiativen ein, das sich gerade erst gegründet haben und nur eine Minderheit der Eltern vertreten.

Und die Lehrer müssen ebenfalls umfassender geschützt und vor allem gehört werden. Viele Schulen hatten gute Ideen , die sie nicht umsetzen durften.

Und es ist schade, dass der Politik unsere Kinder so wenig wert sind, dass man es in 8 Monaten nicht geschafft hat, sie besser zu schützen, sondern sie in kalte Räume setzt, den Präsenzunterricht alle 20 Minuten zum Lüften unterbricht und wenn es ganz schlimm wird, muss die Maskehalt dann auch mal für einige Wochen im Unterricht getragen werden. Das ist kein Hygienekonzept, das ist eine Zumutung!

Für Schüler, Lehrer und Eltern ist der derzeitige Zustand auf Dauer nicht tragbar.

Viele Menschen möchten auch nicht aktiv daran mitarbeiten, dass tausende Menschen wegen der Konzeptlosigkeit sterben.

Um den Schulbetrieb dauerhaft sicherzustellen, fordern wir daher:

- statt kurzfristiger Entscheidungen einen langfristigen Plan
- Einbindung der offiziellen Vertretungen von SuS, LuL und Eltern bei allen wichtigen  Entscheidungen
- umfassenden Arbeitsschutz für die LuL
- Sorgen und Nöte der SuS in der Pandemie ernst nehmen!
- schnellstmögliche Ausstattung der SuS und LuL mit den notwendigen Materialien für digitalen Unterricht
- digitalen Unterricht ausbauen, ggf auch schulübergreifend
- Transparenz bei den Infektionzahlen, d.h. Reihentestungen an den einzelnen Schulformen, um herauszufinden, wie das Infektionsgeschehen an Schulen tatsächlich aussieht
- Einhaltung der Empfehlungen des RKI und des Umweltbundesamtes ohne Einschränkungen für alle Klassenstufen
- Anschaffung von Luftfiltern, wo es nötig ist
bei Maskenpflicht längere Pausen an der Luft zum Essen und Trinken
- Notbetreuung in Kleingruppen für alle Eltern, die dies benötigen
- formlose, langfristige Befreiung vorerkrankter Schüler und Schüler mit vorerkrankten Angehörigen
- Einbindung von Lehramtsstudenten und Referandaren
- Auslagerung des Unterrichts in alternative Räumlichkeiten und in der warmen Jahrezeit ins Freie
- Anpassung des Lehrplans an die Pandemiesituation
- Rückstellung der Schüler, die durch die Pandemiesituation Defizite haben
- solange eine Infektionsgefahr nicht ausgeschlossen werden kann, müssen die Eltern entscheiden dürfen, ob sie ihre Familien diesem Risiko aussetzen möchten, also das generelle Aussetzen der Präsenzpflicht
- niemand darf weiter gezwungen werden, sich einem vermeidbaren Risiko auszusetzen, besonders, da ja nun eine Impfunhg in Sicht ist
- Hybrid- und Wechselunterricht an Schulen, an denen dies möglich ist
- Erlaubnis von Online Schulen als Alternative während der Pandemie
- Erlaubnis von gemeinsamem Distanzlernen in Kleingruppen von höchstens 2-3 Familien, wo dies möglich ist

Es gibt viele Möglichkeiten und sowohl Schulen, als auch Eltern, die vollen Einsatz und lösungsorientiertes Handeln zeigen und vom Ministerium ausgebremst werden. Das darf nicht sein! In dieser Situation muss jede individuelle Lösung angenommen werden.

Und es muss endlich akzeptiert werden, dass Bildung in vielen Fällen auch zu Hause erfolgen kann, besonders, da es sich ja um eine zeitlich begrenzte Situation handelt.

Gerade, um die Schüler zu schützen, die zu Hause nicht die Möglichkeit und den Raum haben und auf den Präsenzunterricht und das soziale Miteinander in der Schule angewiesen sind, muss die Möglichkeit geschaffen werden, dass die Familien und Schulen, die Lösungen schaffen können, dazu auch die Möglichkeit erhalten. In der jetzigen Situation sind die Kinder, die ständig als Begründung für den Präsenzunterricht um jeden Preis vorgeschoben werden, tatsächlich die, die den kürzeren ziehen.

In den Brennpunkten beispielsweise, gibt es Kinder, die seit den Sommerferien schon viermal in Quarantäne waren. Dies schadet der Entwicklung wohl deutlich mehr als eine Unterricht auf Distanz, bei dem man hinterher draußen spielen kann.

Quellen:

Die Helmholtz-Studie hat aufgedeckt, das in Bayern sechsmal mehr Kinder infiziert waren, als angenommen:


https://www.helmholtz-muenchen.de/aktuelles/uebersicht/pressemitteilungnews/article/48939/index.html

Das Umweltbundesamt führt aus, warum AHA und Lüften nur in Kombination effektiv ist:

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2546/dokumente/irk_stellungnahme_lueften_sars-cov-2_0.pdf


Das RKI als Bundesbehörde für Seuchenschutz hat diese Empfehlungen für Schulen herausgegeben:


https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Praevention-Schulen.html;jsessionid=C60E9BB2D72DB2FE15F8642F72A9D121.internet102


Eine aktuelle Studie des Karlsruher Institues für Technologie zeigt auf, dass Schulschließungen sehr effektiv in der Pandemiebekämpfung sind:

https://www.kit.edu/kit/pi_2020_114_signifikanter-effekt-von-schulschliessungen.php


Berichte von Eltern über LongCovid bei Kindern:

https://www.longcovidkids.org/