Petition update

Achtung: Defender 2020 hat bereits begonnen.

Ursula Mathern
Merxheim, Germany

Jan 23, 2020 — 

Liebe UnterstützerINNEN,

anders als bisher angekündigt, hat Defender 2020  in der Praxis jetzt schon begonnen: die ersten Truppenverlegungen laufen ab heute durch die BRD. Nach Angaben der BW wird dieser erste Schub erst Anfang Mai abgeschlossen sein.
Damit beginnen die Verlegungen ein Viertel Jahr (!) vor offiziellem
Manöverbeginn. Ananlog nach hinten würde das bedeuten Truppenverlegungen noch bis in den September. Das wären insgesamt fast neun Monate! Das allein macht den Umfang des Manövers klar.

Mehr hier:
https://www.german-foreign-policy.com/news/news/detail/8164/

 

Gestern hatte ich (nicht nur) diesbezüglich einen Offenen Brief an die Bundeskanzlerin geschrieben (s. u.) und bitte Sie ganz herzlich darum: Protestieren Sie ebenfalls.

Daran anschließend finden Sie noch eine kurze Notiz. 

Mit liebem Gruß

Ursula Mathern

 

Hier mein Offener Brief:  

An

die Bundeskanzlerin

Frau Dr. Angela Merkel

Angela.Merkel@bundestag.de,

internetpost@bundesregierung.de  

 

und die Mitglieder der Bundesregierung (in Kopie)

 

Offener Brief: Vom Nutzen der Erinnerung?

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel, 

gestern zeigten Sie sich gemeinsam mit dem Holocaust-Überlebenden Naftali Fürst unmittelbar vor dessen Porträt, und zwar anlässlich einer Ausstellung des Fotographen Martin Schöller. 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz werden dort die Porträts von 75 Überlebenden der Naziherrschaft präsentiert.

„Die Porträtierten schauen uns direkt in die Augen“, sagten Sie, „und sie sprechen durch ihre Blicke direkt zu uns. Wie ist das Weiterleben mit Wunden, die immer bleiben? Wie ist das überhaupt möglich? Wie schaffen es Überlebende, Zeugnis von dem abzulegen, was ihnen widerfahren ist?“

Welche Botschaft haben Sie eigentlich aus diesen Augen-Blicken empfangen? Und welche praktischen Konsequenzen ziehen Sie daraus? Sie sprachen von Scham, riefen zu Zivilcourage gegen Rassismus und Antisemitismus auf, mahnten, nicht zu schweigen und wegzuschauen, wenn andere gedemütigt würden. Die Menschenwürde zu achten und zu schützen sei die vornehmste Aufgabe des Staates und „unser aller Aufgabe“ werden Sie in der „Stimme“ zitiert.

In meinen Augen zumindest zeugt es von Instinktlosigkeit, und an Herrn Fürsts Stelle hätte ich es entschieden abgelehnt, ausgerechnet mit einer Militärmaschine nach Deutschland gebracht und vermutlich doch eher unfreiwillig zum Mitwirkenden einer ganz anderen Botschaft gemacht zu werden; nämlich: Seht her! 75 Jahre Befreiung vom Faschismus und Bundeswehr, das passt doch prima zusammen.

Überhaupt, Frau Dr. Merkel, Ihr gesamtes politisches Agieren spricht Ihren schönen Worten Hohn!

Ich denke an die sich hinschleppenden Prozesse um die NSU-Morde, die Morde an Oury Jallouh und anderen, deren Aufklärung durch staatliche Institutionen immer wieder aktiv behindert wurde und wird.

Ich erinnere an die unsäglichen Abschiebungen von Flüchtlingen selbst in Länder, in denen ihr Leben bedroht ist.

Ich denke an die Tausende, die infolge Ihrer wie der Politik der EU im Mittelmeer ertrunken sind; an die Weigerung Ihrer Regierung kurz vor Weihnachten, Kinder aus den griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen, trotz der dort herrschenden unwürdigen Bedingungen und obwohl aus vielen Orten Aufnahmebereitschaft signalisiert worden war.

Ich erinnere an die Rüstungsexporte, die im vergangenen Jahr alle bisherigen Rekorde brachen; an das Anheizen von Kriegen, die Beteiligung an völkerrechtswidrigen Kriegen, Ihre Untätigkeit in Bezug auf die Erhaltung des JCPOA-Atomabkommens mit dem Iran entgegen aller anders lautenden Zusagen.

Ich denke an die Wirtschaftssanktionen, mit denen Sie den Iran, Jemen u. a. überziehen, wohl wissend, dass diese Menschenleben kosten – wie auch an das Hochtreiben des hiesigen Militäretats zu Lasten dringend notwendiger Investitionen im zivilen Bereich.

Und leider ist es immer häufiger so, dass ausgerechnet die, die zu Unrecht nicht schweigen, z. T. „von höchster Warte“ diskreditiert und angefeindet, wenn nicht gar kriminalisiert werden.

Zu dieser beileibe nicht vollständigen Liste kommt nun Ihr neuestes Projekt hinzu: Defender 2020! Das größte Militärmanöver seit Ende des Kalten Krieges, unübersehbar gegen Russland gerichtet, das Land, das im von Deutschland angezettelten 2. Weltkrieg den höchsten Opferzoll gezahlt hat. Deutschland soll bei Defender 2020 die logistische Drehscheibe abgeben, inklusive aller ökologischen Verwüstungen und infrastrukturellen Schäden, die zwangläufig damit einhergehen werden. Das Risiko eines heißen und dann alles zerstörenden letzten Krieges nicht zu vergessen!

Frau Dr. Merkel, sofern Sie in den Augen der porträtierten Holocaust-Überlebenden tatsächlich etwas gelesen haben, dann kann die Konsequenz 75 Jahre später doch einzig und allein diese sein: SCHLUSS ZU MACHEN MIT ALL DIESEN VERBRECHERISCHEN AKTIONEN. KEHREN SIE UM! Als Pfarrerstochter dürften Sie auch wissen, dass Veränderungen zum Guten hin nicht durch „Heer oder Kraft“ geschehen.

Schlagen Sie ein neues und anderes Kapitel der Geschichte auf. Eines, das vom Atem der Befreiung vom Faschismus durchdrungen ist sowie vom tatsächlichen Bemühen um Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Und als erstes Zeichen solcherart definierter westlicher Werte: Sagen Sie Defender 2020 ab!

Meine persönliche Hochachtung wäre Ihnen gewiss. Und ich bin sicher, nicht nur hierzulande würden viele Menschen aufatmen.

XXX

                             ___________________________

CDU-Politiker fordert Bekenntnis zur Rüstung
Kiel. Nach dem Zuschlag für den Bau des Mehrzweckkampfschiffs »MKS 180« an ein niederländisch geführtes Konsortium hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ein Bekenntnis der Bundesregierung zum deutschen Kriegsschiffbau verlangt. Betriebe wie die jüngst unterlegene Kieler Werft »German Naval Yards« bräuchten für den Bau von Kriegsschiffen »eine klare Perspektive für die Zukunft«, sagte Günther am Dienstag. Er erwarte, dass die entsprechenden Ankündigungen der Bundesregierung rasch umgesetzt würden. (dpa/jW)

(Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/371070.cdu-politiker-fordert-bekenntnis-zur-r%C3%BCstung.html

 

 


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