Stoppen Sie den Verkauf von Spaßjagden auf vom Aussterben bedrohte Tierarten

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Urlaubsreisen zum Töten bedrohter Tierarten - Auf der Jagdmesse „Jagd und Hund“ vom 28.1.-2.2.2020 in Dortmund. 

Geparden, Elefanten, Giraffen oder Löwen sind von der Ausrottung bedroht. Es gibt nur noch ca. 7.000 Geparden, 400.000 Elefanten, 95.000 Giraffen und ca. 20.000 Löwen. Dennoch geht auch auf sie die Spaßjagd weiter. Der Jagdtourismus trägt zur Ausrottung selten gewordener Tierarten u.a. in Afrika bei, denn es werden i.d.R. die prächtigsten und kräftigsten Tiere und nicht die alten und kranken gejagt.
 
Nach den Amerikanern und den Spaniern sind deutsche Jäger Spitzenreiter bei der Jagd im Ausland. In den letzten zehn Jahren wurden die Trophäen von 323 Elefanten, 417 Leoparden, 195 Löwen, 24 Breitmaulnashörnern und 2 Spitzmaulnashörnern nach Deutschland eingeführt. 
 
Alleine 2018 wurden u.a. folgende Trophäen importiert: 48 Afrikanische Elefanten, 31 Leoparden, 8 Geparden, 3 Breitmaulnashörner. Dazu 34 Flusspferde, 17 Löwen und 4 Eisbärentrophäen.
 
Je seltener ein Tier ist, desto gefragter und teurer ist die Jagd. Für das Töten eines Elefanten zahlt der Hobbyjäger 10.000 Euro (Discountpreis für stoßzahnlose Elefanten) bis > 65.000 Euro. Für ca. 280.000 Euro dürfen auch die letzten Vertreter der Spitzmaulnashörner erschossen werden.
 
Trophäenjagd ist ein Hobby, bei dem prächtige Tiere zum Spaß und für die Trophäe abgeschossen werden. Für die Jagd in Afrika ist kein Jagdschein oder (belegtes) Jagdkönnen erforderlich. Auch finden Jagden mit Speeren oder Pfeil und Bogen, Hetze mit Hunden oder Jagd auf gefangene Tiere in Gattern statt.

Jagdanbieter werben gerne mit der angeblichen Nachhaltigkeit der Trophäenjagd; die Geldeinnahmen für die Vergabe der Abschusslizenzen kämen dem Artenschutz und der lokalen Bevölkerung zugute. Zahlreiche wissenschaftliche Studien der letzten Jahre belegen aber das Gegenteil. 
In den meisten Jagdgebieten geht der Wildtierbestand rapide zurück weil oftmals mehr abgeschossen wird als verträglich wäre. Auch die dort lebende Bevölkerung verarmt immer mehr. Weil es an der Entwicklung von alternativen Erwerbsmöglichkeiten mangelt geht die Wilderei auf Elfenbein oder für Fleisch weiter. Der größte Teil des Profites beim Verkauf der Abschüsse geht an die vielfach ausländischen Anbieter der Jagdsafaris.
 
Die Großwildjagd ist eine Mode aus der Kolonialzeit, sie ist ethisch nicht vertretbar und heizt die Wilderei an, sie dient weder der Arterhaltung noch schafft sie mittelfristig ökonomische Perspektiven. Der Verkauf solcher Jagdreisen sollte in Deutschland umgehend verboten werden.
 
Quellen:

Ausstellerverzeichnis der Messe "Jagd und Hund" - insbesondere Aussteller in Halle 7: https://osc.messe-dortmund.de/whdo/servlet/rubin.osc.bis.BisServlet?ishop_id2=&spr=D&FWD_spr=D&k2=HAVZ&aktMenueId=BIS_SEARCH&act=showform&k=AVZ&ishop_id=JH20_AVZ&vs=null&t=0931141945

https://www.br.de/rote-liste/index.html

http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/069/1906961.pdf

IUCN/PACO: Big Game Hunting in West Africa. What is its contribution to conservation? IUCN, Cambridge, 2009, ISBN: 978-2-8317-1204-8


https://www.dailymaverick.co.za/article/2019-04-30-trophy-hunting-part-two-end-of-the-game/


https://news.mongabay.com/2019/02/it-pays-but-does-it-stay-hunting-in-namibias-community-conservation-system/