Petition Closed

Die Soulkitchenhalle, bekannt aus Fatih Akins Film „Soulkitchen“ und seit drei Jahren beliebter Kunst- und Kulturort in Wilhelmsburg, soll auf Geheiß des SPD Senats abgerissen werden um Platz für noch mehr Logistikgewerbe am Veringkanal zu schaffen. Gegen diese kurzsichtige und überkommende Flächenpolitik, die viel kreatives Potential vernichtet, das in den letzten Jahren ohne städtische Förderung entstanden ist, regt sich massiver Widerstand.

Die Halle, gut 100 Jahre alt, weist verständlicherweise bauliche Mängel auf. Dies ist unstrittig. Die Sprinkenhof AG als städtisches Unternehmen, das mit der Verwaltung der Halle durch die Finanzbehörde betraut ist, hat ein Gutachten in Auftrag gegeben,
das statische Mängel bescheinigt, aufgrund dessen die aktuelle Nutzung der Halle untersagt wurde. Die konzeptionelle Weiterentwicklung des Ortes und die Wiederherstellung der Standsicherheit wird durch die Finanzbehörde verweigert.


Stattdessen wird ein Abriss als Alternativlos propagiert. Und nachdem die Sprinkenhof AG und die Stadt mit der Verlagerung des Opernfundus auf das Areal der ehemaligen Zinnwerke, die direkt gegenüber der Soulkitchenhalle an der östlichen Kanalseite liegen, aktuell scheitern, sollen auf der westlichen Seite nun Fakten geschaffen werden, die eine zukunftsweisende, vielseitige Entwicklung rund um den Kanal auf Jahrzehnte verhindern. Vor diesem Hintergrund wurden die Kulturschaffenden aufgefordert, die Halle und die Fläche, auf der während der Schließung das Kulturprogramm realisiert wurde, bis Ende August 2013 zu
räumen. Wenn alles ersteinmal geräumt ist, können schnell die Bagger kommen und den Ort unwiederbringlich zerstören.

Entlang des Veringkanals, vom Stadtteilkommunikationszentrum Honigfabrik im Norden, dem Atelierhaus der KünstlerCommunity, den Zinnwerken als Hort kreativer Mediengestalter bis hin zum interkulturellen Garten und dem vielseitig nutzbaren Dockville-Gelände am Reiherstieg kann ein „Kulturkanal“ entstehen, wo Hafenwirtschaft, Gewerbe und Kultur- / Kreativwirtschaft friedlich und kooperativ zusammen siedeln. Hohe Freizeitqualität, interessante Arbeitsstätten und ein breit gefächertes Kunst- und Kulturangebot kann den Veringkanal zu einem interessanten, bunten und dem Stadtteil förderlichen Quartier werden lassen.

 

Unsere Forderungen an die Hamburgische Bürgerschaft :

 

  • Sofortiger Stopp der Abrissvorbereitungen an der Soulkitchenhalle.

  • Sofortige Schaffung der Zugänglichkeit für Betreiber, Architekten und Gutachter, damit gesicherte Erkenntnisse über den Zustand, Erhalt, Instandsetzung und / oder Weiterverwendung der Halle erarbeitet werden können.

  • Den Kulturschaffenden ist Zeit bis Frühling 2014 zu geben, um ein attraktives, tragfähiges Nutzungs- und Umbaukonzept zu erstellen. Dabei soll Wert auf die Weiterverwendung von Bauteilen (z.. von Abbruchgebäuden) für etwaige Neubauten im Sinne eines innovativen „Upcycling-Projektes“ gelegt werden.

  • Einberufung eines Runden Tisches mit den wesentlichen Akteuren rund um den Veringkanal zur Erarbeitung eines Prozesses, wie die Planungen in den kommenden Monaten vonstattengehen können. Ziel muss es sein, den Baustufenplan von 1956 und den B-Plan WB 64 von 1988 dahingehend zu ändern, das neben Hafenlogistik und Gewerbe auch Platz für Kultur- und Kreativwirtschaft am beliebten Veringkanal ist.

  • Der Senat muss die städtische Sprinkenhof AG in ihre Schranken weisen, damit – nach dem Opernfundus-Desaster - nicht noch mehr Zwietracht im Quartier gesät wird.

  • Weiterhin Zurverfügungstellung der benachbarten Fläche für „Soulkitchenhallen EXIL“ bis über die Zukunft der Halle entschieden ist.

  • Der Senat hat anzuerkennen, dass in den vergangenen drei Jahren auf ehrenamtlicher Basis sich eine vitale, nicht-kommerzielle Kulturszene rund um die Soulkitchenhalle entwickelt hat, deren Vernichtung nicht im gesamtstädtischen Interesse ist.

 

 

Letter to
Eingabenausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft
Abriss der "Soulkitchenhalle" in Hamburg-Wilhelmsburg verhindern