Jordi Cuixart sitzt als politischer Gefangener in einem spanischen Gefängnis. Er wurde in erster und einziger Instanz unter eklatantem Bruch spanischen und internationalen Rechts zu einer langen Haftstrafe verurteilt, weil er seine von der spanischen Verfassung garantierten Grundrechte und seine Menschenrechte in Anspruch nahm. Das zuständige Gremium der Vereinten Nationen hat ebenso wie Amnesty International seine sofortige Freilassung gefordert.
https://www.ohchr.org/Documents/Issues/Detention/Opinions/Session84/A_HRC_WGAD_2019_6.pdf
https://www.amnesty.org/download/Documents/EUR4113932019ENGLISH.PDF
https://english.vilaweb.cat/noticies/luigi-ferrajoli-it-was-a-horrible-trial/
Während die Mehrheit der deutschen Presse nach wie vor über den Katalonienkonflikt ausgesprochen schlecht informiert und teilweise unwahre Behauptungen der spanischen Seite kritiklos übernimmt und verbreitet — besonders im Falle der F.A.Z. ist es angebracht, von einer teilweise unwahren, einseitig und tendenziös informierenden sowie lückenhaften Presseberichterstattung zu sprechen —, hat die Zeitung Die Welt ein längeres Interview mit einem der prominenten politischen Gefangenen in Spanien veröffentlicht, so daß deutschsprachige Leser sich aus erster Hand über die Sichtweise der katalanischen Seite informieren können:
Das Maß an Repression, das der spanische Staat gegenüber Katalonien derzeit ausübt, hat in der Europäischen Union außerhalb Spaniens keine Parallele. Kein Staat, der in solcher Weise gegen seine eigene Verfassung verstößt, seine Justiz für politische Zwecke instrumentalisiert und zwingendes internationales Recht bricht, darf dauerhaft stimmberechtigtes Mitglied der Europäischen Union bleiben. Falls Spanien nicht wieder auf den Weg der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zurückkehrt, wird seine Mitgliedschaft in der Europäischen Union früher oder später in Frage stehen. Die anderen Staaten Europas und die Europäische Union werden nicht ewig wegsehen können. Wer schweigt, stimmt zu!