

Professor Heinz Haber im Jahr 1990 kurz vor seinem Tod in einem Interview mit Manfred Gregor (Auszug): „Wir werden bestimmt von unseren Enkeln als eine der miesesten Generationen eingeschätzt werden, weil wir unglaublich selbstsüchtig sind. Wenn ich bloss an die Schätze der Erde denke. Wir haben in diesen 120 Jahren zwei Drittel des Öls und ein Drittel der Kohle verbraucht. Um diese Schätze bereitzustellen, brauchte die Erde 300 Millionen Jahre!! Wir benehmen uns wie die Erben einer reichen Familie, die das ganze Familienvermögen in einer Nacht verprassen. Und nach mir die Sintflut … Und damit werden wir unseren Ruf unseren Kindern und Kindeskindern gegenüber restlos versauen. Wir mit unserer Technik, die doch eigentlich die Frucht der Intelligenz des Menschen sein soll, wir rotzen da rein … das ist unglaublich … Die Überbevölkerung wird in einer ungeheuren Beschränkung der Freiheit enden.“
Haber, Heinz (1913–1990), deutscher Physiker, Astronom und Wissenschaftspublizist. Heinz Haber wurde am 15. Mai 1913 in Mannheim geboren. Nach einem Studium der Physik und Astronomie arbeitete er von 1942 bis 1945 am Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik in Berlin und ging 1946 in die USA. An der Luftwaffenschule Randolph Field für Luftfahrtmedizin in Texas, wo er bis 1952 tätig war, wurde er zum Professor für Astrophysik ernannt. Von 1952 bis 1956 wirkte Haber als Dozent an der California-Universität in Los Angeles. In Zusammenarbeit mit Walt Disney entstand sein erster populärwissenschaftlicher Fernsehfilm ‹Unser Freund, das Atom, ein Plädoyer für die Kernenergie›. Seit 1958 arbeitete Haber als Wissenschaftspublizist für das deutsche Fernsehen. Er produzierte mehr als 350 Fernsehbeiträge und verfasste 30 Sachbücher zu naturwissenschaftlichen Themen. Besonders bekannt wurden seine Sendungen ‹Der blaue Planet›, ‹Lebendiges Weltall› und ‹Geschichten aus Raum und Zeit›. Einige seiner Bücher wie ‹Der Stoff der Schöpfung›, ‹Der offene Himmel› und ‹Stirbt unser blauer Planet?› verkauften sich als Bestseller. Seine Interessen galten vor allem der Astronomie, Meteorologie und den Geowissenschaften. Obschon eher unpolitisch, warnte er als einer der Ersten vor den Gefahren einer globalen Umweltzerstörung. Zu seinen zahlreichen Fernsehauszeichnungen gehören zwei Adolf-Grimme-Preise und die ‹Goldene Kamera›. 1964 gründete Haber als Herausgeber die Wissenschaftszeitschrift ‹Bild der Wissenschaft›. Heinz Haber starb am 13. Februar 1990 in Hamburg.
* Die Erlaubnis zum Wiederabdruck des Interview wurde Achim Wolf am 10. September 2008 von Manfred Gregor erteilt.