Kita-Schließungen in Chemnitz verhindern – Betreuungsschlüssel verbessern


Kita-Schließungen in Chemnitz verhindern – Betreuungsschlüssel verbessern
Das Problem
Update vom 29.09.24: In Chemnitz gibt es erneut Pläne, mehrere Kitas (diesmal 10) zu schließen. Dazu gibt es nun auch eine gesonderte Petition.
Selbstverständlich kann auch diese Petition weiter gezeichnet werden, da sie im Kern fortwährend das gleiche Ziel verfolgt: Betreuungsschlüssel optimieren statt Kitas schließen!
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Update vom 17.07.2024: Chemnitz will weitere Kitas schließen – bitte diese Informationen beachten!
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Ursprüngliche Petition vom 11. Januar 2023:
Die Stadt Chemnitz plant in den nächsten vier Jahren fünf kommunale Kindertageseinrichtungen zu schließen. Das geht nicht nur am realen Bedarf in den betroffenen Stadtteilen vorbei, sondern ignoriert auch die eigentlichen Herausforderungen bei der Betreuung. Aus diesem Grund muss das verhindert werden – dafür brauchen wir deine Stimme!
Nach dem millionenschweren Neubau und der Sanierung verschiedener Kitas in Chemnitz, soll nun der Rotstift bei der Erzieherausbildung und Bestandsobjekten angesetzt werden. Dabei geht es weniger um den eigentlichen Bedarf vor Ort, sondern die Stadt lässt vielmehr etwaige Sanierungsaufwendungen für die Standorte über die Schicksale der betroffenen Kinder bzw. Familien entscheiden.
Im Rahmen des Bedarfsplans möchte die Stadt folgende kommunale Kindertageseinrichtungen „auslaufen“ lassen und somit letztendlich 479 Betreuungsplätze streichen:
- Kita Altendorfer Straße 25 (Kapazität 105 Plätze)
- Kita Albert-Schweitzer-Straße 71 (Kapazität 75 Plätze)
- Kita Fürstenstraße 263 – 265 (Kapazität 106 Plätze)
- Kita Weststraße 11 (Kapazität 98 Plätze)
- Kita Alfred-Neubert-Straße 55/57 (Kapazität 95 Plätze) (siehe Petition)
Dem stellen wir uns entschieden entgegen!
Eltern, Kita-Mitarbeiter/innen und Politik erreichten die Pläne vollkommen unvorbereitet. Bei genauerer Betrachtung wird schnell klar, dass sich die Pläne vor allem auf Zahlen stützen, die von der Praxis vor Ort nicht gedeckt werden. Auch werden gewachsene Strukturen vor Ort und pädagogische Projekte der Einrichtungen vollkommen ausgeklammert.
Dabei zweifeln wir keinesfalls an, dass es zu einem Rückgang des Bedarfs kommen könnte. Die Frage ist, wie man damit umgeht.
Hohe Auslastung und lange Wartezeiten
Die betroffenen Kitas sind mehr als ausgelastet. Eine Platzvergabe ist bereits seit Jahren oft nur über Wartelisten möglich. Es ist nicht absehbar, dass sich dies in den nächsten Jahren ändern wird und die Wiedereröffnung der Kita Michaelstraße dies abfangen können wird. Die Stadt kann diese Annahme auch nicht glaubhaft untermauern.
Allein drei der Objekte befinden sich im bzw. am bevölkerungsreichsten (und kinderreichsten) Stadtteil von Chemnitz. Es ist generell nicht begreiflich, was die Verweise der Stadt auf mangelnde Inanspruchnahme von Plätzen mit den betroffenen Einrichtungen zu tun haben sollen. Hier besteht kein direkter Zusammenhang.
Betreuungsschlüssel optimieren statt Kitas schließen
Auch der Betreuungsschlüssel ist an der Grenze des Akzeptablen und sollte vorrangig verbessert werden. Selbst wenn eine verminderte Geburtenzahl für die nächsten Jahre angenommen würde, wäre dies eine Chance, die Betreuung in den Kitas merklich zu optimieren und Chemnitz für Familien interessanter zu machen.
Obendrein weist das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in einer Studie darauf hin, dass der Geburtenrückgang im Jahr 2022 in Deutschland direkt auf die COVID-19-Pandemie zurückzuführen ist. Ob ein zukünftiger Rückgang erfolgt, kann derzeit auch aufgrund der Fluchtbewegung aus Teilen Osteuropas nicht beurteilt werden. Zumal diesbezüglich zugezogene Kinder nicht in der Geburtenstatistik auftauchen.
Belastungen für den Haushalt durch fragliche Nachnutzung
Vier der fünf betroffenen Kitas befinden sich in Zentrumsnähe. Ein Leerstand im Jahr 2027 bedeutet vier „neue“ und sanierungsbedürftige, leerstehende Gebäude im Stadtbild, welche der Attraktivität einer „Kulturhauptstadt Europas“ entgegenstehen. Außerdem ist die Unterhaltung eines leeren Gebäudebestands ebenfalls mit hohen jährlichen Kosten verbunden.
Ein Verkauf dieser städtischen Flächen kann aus unserer Sicht jedoch auch nicht im Interesse der Stadt liegen, da zum einen unklar ist, ob die Bedarfszahlen wirklich sinken und die Stadt dann zum anderen die Nachnutzung nicht beeinflussen kann.
Umweltauswirkungen durch eine gestiegene Zahl an „Kita-Pendlern“ oder durch zusätzliche Flächenversiegelung bei einer Nachnutzung der Kita-Gärten wurden überdies von der Stadt nicht mitgedacht.
Jetzt aktiv werden und Petition unterzeichnen!
Es ist wichtig, zeitnah zu handeln! Die Beschlussvorlage der Verwaltung liegt den Fraktionen des Stadtrats bereits vor und soll im Jugendhilfeausschuss am 24.01.2023 vorberaten und am 08.02.2023 dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Die Vorberatung im Jugendhilfeausschuss findet öffentlich statt.
Unsere Ziele sind:
- Erhalt der von der Schließung bedrohten Kindertagesstätten
- Alternativen zu den vorgestellten Plänen erarbeiten, auch was die Betreuung von (zukünftigen) Geschwisterkindern angeht
- Verbesserung der Betreuungsschlüssel vornehmen
- Möglichst viele Unterstützer für diese Petition zu gewinnen, um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. (PDF zum Aufhängen)
- Jede Entscheidung der Beschlussvorlage auf den Prüfstand stellen und wenn nötig, eine Vertagung der Beschlussfassung zu erreichen
- Vergleich verschiedener Zukunftsszenarien und Veröffentlichung dieser. Sollten sich die Bedarfszahlen anders als dargestellt positiv entwickeln, entstehen hier immense Reinvestitionskosten, die durch die Nichtschließung der Kitas verhindert werden könnten. Die tatsächlichen Einsparpotenziale durch die Schließung der 5 Kitas sollten mit verschiedenen Zukunftsperspektiven (z. B. steigende Bedarfszahlen) ermittelt werden.
- Das Vorhaben in Zusammenhang anderer familienbelastender Entscheidungen bewerten (Kita-Gebühren-Erhöhung, Kostenerhöhung Nahverkehr, Kostenerhöhung Verpflegung, Zeit- und Kostenaufwand für längeren Kita-Weg, …)
- Den Mitarbeiter/innen der Kitas Planungssicherheit geben
Der Elternschaft der betroffenen Einrichtungen ist bewusst, dass diese Petition keine rechtliche Relevanz auf kommunaler Ebene hat. Wir nutzen diese Möglichkeit dennoch, um eine Öffentlichkeit für dieses Thema zu schaffen und über unsere Sichtweise zu informieren.
Bitte unterstützt dieses Anliegen im Sinne einer kinderfreundlichen Stadt Chemnitz. Danke! ♥
Ergänzende Informationen:
- Freie Presse: Mehrere Kitas in Chemnitz vor der Schließung
- MDR: Chemnitz will fünf Kitas schließen
- Sachsen Fernsehen: Drehscheibe Chemnitz vom 10.01.2023
- Freie Presse: Kita-Schließungen in Chemnitz stoßen auf Gegenwind
- Stellungnahme der Fraktionen von SPD, DIE LINKE/Die PARTEI und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu angekündigten Kita-Schließungen
- Nächste Kita-Kürzung in Chemnitz: Rathaus stoppt Erzieherausbildung
- So wehren sich Chemnitzer Eltern gegen geplante Kita-Schließungen
- PDF mit QR-Code zum Ausdrucken und Aufhängen
- Offener Brief zum Thema der geplanten Kita-Schließungen in Chemnitz (PDF) vom 19.01.23
- Freie Presse: Machtwort im Chemnitzer Rathaus: Ausschuss fegt Pläne für Kita-Schließungen vom Tisch (24.01.23)
- Zu wenig Kinder: Chemnitz will weitere Kitas schließen (17.07.24)
- Kita-Schließungen in Chemnitz: Diesen Einrichtungen droht das Aus (29.09.24) (das sind die betroffenen Standorte.)

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Das Problem
Update vom 29.09.24: In Chemnitz gibt es erneut Pläne, mehrere Kitas (diesmal 10) zu schließen. Dazu gibt es nun auch eine gesonderte Petition.
Selbstverständlich kann auch diese Petition weiter gezeichnet werden, da sie im Kern fortwährend das gleiche Ziel verfolgt: Betreuungsschlüssel optimieren statt Kitas schließen!
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Update vom 17.07.2024: Chemnitz will weitere Kitas schließen – bitte diese Informationen beachten!
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Ursprüngliche Petition vom 11. Januar 2023:
Die Stadt Chemnitz plant in den nächsten vier Jahren fünf kommunale Kindertageseinrichtungen zu schließen. Das geht nicht nur am realen Bedarf in den betroffenen Stadtteilen vorbei, sondern ignoriert auch die eigentlichen Herausforderungen bei der Betreuung. Aus diesem Grund muss das verhindert werden – dafür brauchen wir deine Stimme!
Nach dem millionenschweren Neubau und der Sanierung verschiedener Kitas in Chemnitz, soll nun der Rotstift bei der Erzieherausbildung und Bestandsobjekten angesetzt werden. Dabei geht es weniger um den eigentlichen Bedarf vor Ort, sondern die Stadt lässt vielmehr etwaige Sanierungsaufwendungen für die Standorte über die Schicksale der betroffenen Kinder bzw. Familien entscheiden.
Im Rahmen des Bedarfsplans möchte die Stadt folgende kommunale Kindertageseinrichtungen „auslaufen“ lassen und somit letztendlich 479 Betreuungsplätze streichen:
- Kita Altendorfer Straße 25 (Kapazität 105 Plätze)
- Kita Albert-Schweitzer-Straße 71 (Kapazität 75 Plätze)
- Kita Fürstenstraße 263 – 265 (Kapazität 106 Plätze)
- Kita Weststraße 11 (Kapazität 98 Plätze)
- Kita Alfred-Neubert-Straße 55/57 (Kapazität 95 Plätze) (siehe Petition)
Dem stellen wir uns entschieden entgegen!
Eltern, Kita-Mitarbeiter/innen und Politik erreichten die Pläne vollkommen unvorbereitet. Bei genauerer Betrachtung wird schnell klar, dass sich die Pläne vor allem auf Zahlen stützen, die von der Praxis vor Ort nicht gedeckt werden. Auch werden gewachsene Strukturen vor Ort und pädagogische Projekte der Einrichtungen vollkommen ausgeklammert.
Dabei zweifeln wir keinesfalls an, dass es zu einem Rückgang des Bedarfs kommen könnte. Die Frage ist, wie man damit umgeht.
Hohe Auslastung und lange Wartezeiten
Die betroffenen Kitas sind mehr als ausgelastet. Eine Platzvergabe ist bereits seit Jahren oft nur über Wartelisten möglich. Es ist nicht absehbar, dass sich dies in den nächsten Jahren ändern wird und die Wiedereröffnung der Kita Michaelstraße dies abfangen können wird. Die Stadt kann diese Annahme auch nicht glaubhaft untermauern.
Allein drei der Objekte befinden sich im bzw. am bevölkerungsreichsten (und kinderreichsten) Stadtteil von Chemnitz. Es ist generell nicht begreiflich, was die Verweise der Stadt auf mangelnde Inanspruchnahme von Plätzen mit den betroffenen Einrichtungen zu tun haben sollen. Hier besteht kein direkter Zusammenhang.
Betreuungsschlüssel optimieren statt Kitas schließen
Auch der Betreuungsschlüssel ist an der Grenze des Akzeptablen und sollte vorrangig verbessert werden. Selbst wenn eine verminderte Geburtenzahl für die nächsten Jahre angenommen würde, wäre dies eine Chance, die Betreuung in den Kitas merklich zu optimieren und Chemnitz für Familien interessanter zu machen.
Obendrein weist das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in einer Studie darauf hin, dass der Geburtenrückgang im Jahr 2022 in Deutschland direkt auf die COVID-19-Pandemie zurückzuführen ist. Ob ein zukünftiger Rückgang erfolgt, kann derzeit auch aufgrund der Fluchtbewegung aus Teilen Osteuropas nicht beurteilt werden. Zumal diesbezüglich zugezogene Kinder nicht in der Geburtenstatistik auftauchen.
Belastungen für den Haushalt durch fragliche Nachnutzung
Vier der fünf betroffenen Kitas befinden sich in Zentrumsnähe. Ein Leerstand im Jahr 2027 bedeutet vier „neue“ und sanierungsbedürftige, leerstehende Gebäude im Stadtbild, welche der Attraktivität einer „Kulturhauptstadt Europas“ entgegenstehen. Außerdem ist die Unterhaltung eines leeren Gebäudebestands ebenfalls mit hohen jährlichen Kosten verbunden.
Ein Verkauf dieser städtischen Flächen kann aus unserer Sicht jedoch auch nicht im Interesse der Stadt liegen, da zum einen unklar ist, ob die Bedarfszahlen wirklich sinken und die Stadt dann zum anderen die Nachnutzung nicht beeinflussen kann.
Umweltauswirkungen durch eine gestiegene Zahl an „Kita-Pendlern“ oder durch zusätzliche Flächenversiegelung bei einer Nachnutzung der Kita-Gärten wurden überdies von der Stadt nicht mitgedacht.
Jetzt aktiv werden und Petition unterzeichnen!
Es ist wichtig, zeitnah zu handeln! Die Beschlussvorlage der Verwaltung liegt den Fraktionen des Stadtrats bereits vor und soll im Jugendhilfeausschuss am 24.01.2023 vorberaten und am 08.02.2023 dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Die Vorberatung im Jugendhilfeausschuss findet öffentlich statt.
Unsere Ziele sind:
- Erhalt der von der Schließung bedrohten Kindertagesstätten
- Alternativen zu den vorgestellten Plänen erarbeiten, auch was die Betreuung von (zukünftigen) Geschwisterkindern angeht
- Verbesserung der Betreuungsschlüssel vornehmen
- Möglichst viele Unterstützer für diese Petition zu gewinnen, um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. (PDF zum Aufhängen)
- Jede Entscheidung der Beschlussvorlage auf den Prüfstand stellen und wenn nötig, eine Vertagung der Beschlussfassung zu erreichen
- Vergleich verschiedener Zukunftsszenarien und Veröffentlichung dieser. Sollten sich die Bedarfszahlen anders als dargestellt positiv entwickeln, entstehen hier immense Reinvestitionskosten, die durch die Nichtschließung der Kitas verhindert werden könnten. Die tatsächlichen Einsparpotenziale durch die Schließung der 5 Kitas sollten mit verschiedenen Zukunftsperspektiven (z. B. steigende Bedarfszahlen) ermittelt werden.
- Das Vorhaben in Zusammenhang anderer familienbelastender Entscheidungen bewerten (Kita-Gebühren-Erhöhung, Kostenerhöhung Nahverkehr, Kostenerhöhung Verpflegung, Zeit- und Kostenaufwand für längeren Kita-Weg, …)
- Den Mitarbeiter/innen der Kitas Planungssicherheit geben
Der Elternschaft der betroffenen Einrichtungen ist bewusst, dass diese Petition keine rechtliche Relevanz auf kommunaler Ebene hat. Wir nutzen diese Möglichkeit dennoch, um eine Öffentlichkeit für dieses Thema zu schaffen und über unsere Sichtweise zu informieren.
Bitte unterstützt dieses Anliegen im Sinne einer kinderfreundlichen Stadt Chemnitz. Danke! ♥
Ergänzende Informationen:
- Freie Presse: Mehrere Kitas in Chemnitz vor der Schließung
- MDR: Chemnitz will fünf Kitas schließen
- Sachsen Fernsehen: Drehscheibe Chemnitz vom 10.01.2023
- Freie Presse: Kita-Schließungen in Chemnitz stoßen auf Gegenwind
- Stellungnahme der Fraktionen von SPD, DIE LINKE/Die PARTEI und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu angekündigten Kita-Schließungen
- Nächste Kita-Kürzung in Chemnitz: Rathaus stoppt Erzieherausbildung
- So wehren sich Chemnitzer Eltern gegen geplante Kita-Schließungen
- PDF mit QR-Code zum Ausdrucken und Aufhängen
- Offener Brief zum Thema der geplanten Kita-Schließungen in Chemnitz (PDF) vom 19.01.23
- Freie Presse: Machtwort im Chemnitzer Rathaus: Ausschuss fegt Pläne für Kita-Schließungen vom Tisch (24.01.23)
- Zu wenig Kinder: Chemnitz will weitere Kitas schließen (17.07.24)
- Kita-Schließungen in Chemnitz: Diesen Einrichtungen droht das Aus (29.09.24) (das sind die betroffenen Standorte.)

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Petition am 11. Januar 2023 erstellt