
Liebe Unterstützer*innen,
ich melde mich nach längerer Zeit wieder zu Wort. Leider konnte ich aufgrund einiger Schwierigkeiten nicht früher ein Update senden. Auch einige Emails konnte ich nicht zeitnah beantworten, ich verspreche dies aber nachzuholen.
Die Lage für Amir Hossein Moradi, Said Tamjidi and Mohammad Rajabi ist weiterhin unverändert. Ihr Schicksal ist weiterhin ein Fall für das islamischen Gericht – eine akute Gefahr , besteht aktuellen Berichten zufolge nicht und sie werden anwaltlich betreut. Trotzdem sind sie natürlich nicht auf freien Füßen.
Die Lage im Iran bleibt weiterhin höchst kritisch : Neuester schlimmer Vorfall sind die Erschießungen in Saravan (südöstlich des Iran an der Grenze zu Pakistan), die sich vor Kurzem (22. Februar) ereignet haben. Die Region gehört zu den ärmsten Regionen im Iran. Einige Menschen dort sind gezwungen aufgrund der desolaten Wirtschaftslage, Treibstoff unter schwierigsten Bedingungen nach Pakistan zu schmuggeln, um zu überleben. Gemäß Human Right Watch hat die islamische Revolutionsgarde am 22. Februar die Straße blockiert, die die Bewohner für den Transport von Treibstoff nach Pakistan im Grenzgebiet von Eskan in der Stadt Saravan in der Provinz Sistan und Belutschistan genutzt haben. Daraufhin wurde von diesen Sicherheitskräfte das Feuer auf diese Menschen eröffnet. Sie wurden regelrecht hingerichtet und hatten keine Chance. Es ist davon auszugehen, dass es sich um mindestens 40 Tote handelt (einige abgebildet). Über 100 wurden (teils schwer) verletzt. Das Internet wurde abgestellt.
Die EU hat sich zu diesem brutalen Sachverhalt nicht geäußert. Medien hierzulande stellen diesen Sachverhalt anders dar und sprechen von „Aufständigen“ und „gewaltbereiten Separatisten und Kriminellen vor Ort“, die das Büro des Gouverneurs der Provinz Sistan und Belutschistan in der Stadt Saravan gestürmt hätten. Dies ist eine fehlerhafte bzw. einseitige Berichterstattung. Das Büro wurde gestürmt, allerdings nicht aus krimineller Gewaltbereitschaft, sondern aus Protest, nach der Hinrichtung der Menschen vor Ort.
Angesichts des unerträglichen Leides, das die Menschen und ihre zurückgebliebenen Familien vor Ort ertragen müssen, ist es mir wichtig, euch auch diese Hintergründe darzustellen.
Selbstverständlich werde ich euch über die Entwicklung von Amir Hossein, Said und Mohammed am Laufenden halten und über die Lage vor Ort berichten.
Viele Gesundheit wünsche ich euch allen!
Eure
Saideh