Aber die Werbung läuft weiter in anderen Ländern. Wir wollen, dass die Werbung in allen Ländern gestoppt wird!
Hallo,
kurz nachdem Hornbach gestern morgen verklärt hat, dass die Werbung "ab dem 15. April durch den Spot zur Nachfolgekampagne ersetzt" werden sollte, meldete sich der Deutsche Werberat mit einer wahren Frühlingsbotschaft: Er hat in der Werbung einen Verstoß gegen seine Verhaltensregeln gesehen, "insbesondere gegen die Ziffer 1 der „Verhaltensregeln des Deutschen Werberats gegen Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen“. Die Folge: Die Werbung wird ab sofort in Deutschland aus allen Kanälen (TV, Online, Kino) entfernt!
Das ist ein großer Erfolg!
Jedoch hat Hornbach noch nicht die ganze Hausaufgabe gemacht: Die Werbung läuft nach wie vor in anderen europäischen Ländern wie Österreich, Rumänien, Tschechien, und Niederlanden, wo keine solche Entscheidung vorliegt. Die Ländern sind nicht nur beliebte Urlaubsziele von Asiat*innen, sondern auch leben dort Asiat*innen seit mehrere Jahrzehnten. Deshalb: Lass uns unseren Etappensieg feiern, und zwar mit einem weiteren Beschwerdebrief an Florian Prueß und Axel Müller, mit der Aufforderung, die Werbung Europaweit aus allen Kanälen zu entfernen! Die E-Mail-Adresse findet ihr hier:
https://www.hornbach-holding.de/de/contact.html
Die wichtigsten Teile aus der Entscheidung vom Deutschen Werberat findet ihr in diesem Brief.
Heute genieße ich endlich einen schönen Frühlingstag. Ich hoffe, dass ihr auch einen schönen Abend genießt!
Herzliche Grüße aus Köln,
Sung Un
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Betreff: Werbespot „So riecht das Frühjahr“ der Hornbach Baumarkt AG
15.04.2019
A_2019-190_Hornbach AG
"Es liegt ein Verstoß gegen die Verhaltensregeln des Deutschen Werberats, insbesondere gegen die Ziffer 1 der „Verhaltensregeln des Deutschen Werberats gegen Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen“ vor. Danach dürfen Menschen in der Werbung weder aufgrund ihrer Rasse oder Herkunft, noch aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden."
"Als Verstoß gegen den Werbekodex und für nicht mehr akzeptabel hält der Werberat die Szene mit der asiatischen Protagonistin. Diese ist im Gesamtkontext des Spots zu beanstanden, da sie asiatische Frauen aufgrund ihrer Herkunft und des klischeehaften angeblichen Verhaltens von Asiaten, sich benutzte Wäsche aus dem Automaten zu ziehen, lächerlich macht und sie damit abwertet."
"Auch Humor, Ironie und Überzeichnung sind wichtige Stilmittel in der Werbung. Mit dem oftmals bemühten „Augenzwinkern“ lässt sich eine rassistische Werbeaussage jedoch nicht rechtfertigen."
"Insoweit haben wir in unserer Entscheidung darauf verwiesen, dass es nicht darauf ankommt, wie der Werbungtreibende seine Werbemaßnahme verstanden wissen will, sondern wie der Durchschnittsverbraucher diese bei unbefangener Betrachtung wahrnimmt."
"Nachdem der Werberat das Unternehmen über die Beanstandung informiert hat und auch darüber, dass bei Nichtänderung bzw. Weiterschaltung der Werbung eine Öffentliche Rüge erfolgen wird, hat das Unternehmen entschieden, die ursprünglich bis Ende April 2019 geplante Kampagne ab Montag, 15. April 2019 zu beenden. Der Werbespot wird daher in Deutschland seit heute nicht mehr eingesetzt bzw. beworben (TV, Online, Kino)."