Atualização do abaixo-assinadoWir fordern wohnortnahe Geburtshilfe in Niedersachsen!

In Cloppenburg haben wir schön was bewegt!

Hilke SchaulandAlemanha
12 de set. de 2022

Wir haben uns vernetzt, gemeinsam demonstriert und mit Ministerpräsident Weil gesprochen.
Durch die regelmäßige Schließung des Kreißsaal des St. Josefs-Hospital über die Wochenenden in den Sommerferien zog sich spürbar eine Welle der Verschlechterung bis ins gut 40 km entfernte Oldenburg und darüber hinaus. Gebärende mussten zum Beispiel nach Westerstede (60-70km entfernt) ausweichen.
Cloppenburg ist mit rund 2000 Geburten pro Jahr einer der geburtenreichsten Landkreise. Schon vor der angekündigten Schließung an den Wochenenden hatte sich die Klinik immer wieder abgemeldet. Erst letztes Jahr schloss der Kreißsaal im Nachbarkreis Friesoythe endgültig - Eine unzumutbare Situation für die Eltern! Wenn sich diese nicht auf den örtlichen Kreißsaal verlassen können, weichen sie natürlich geplant oder spontan auf andere aus. Das verzerrt das Bild der Geburtenzahlen.
Diesen Ablauf der gestaffelten Schließung kennen wir bereits von anderen Kliniken, wo die Geburtshilfe dann endgültig schloss. Daher haben wir alle Hebel in Bewegung gesetzt, um gemeinsam mit Eltern ein Zeichen zu setzen. Es darf kein Kreißsaal mehr geschlossen werden!

Zunächst gründete sich die „Initiative für gute Geburt in Cloppenburg“ aus örtlichen Hebammen, Gynökologinnen, Eltern, Politiker*innen und den Landfrauen. Diese Gruppe wurde zum Gespräch mit Stephan Weil eingeladen, der im Rahmen des Wahlkampfes für die Landtagswahl vor Ort war. Am 18.8. fand dieses Gespräch statt. Die angestellten Hebammen des Krankenhauses berichteten aus ihrem Alltag und den entsprechenden Schwierigkeiten. Eindringlich wurde ihm die Relevanz der wohnortnahen Geburtshilfe im Flächenland Niedersachsen geschildert. In das Krankenhausgesetz, welches vor kurzem verabschiedet wurde, muss die geburtshilfliche Versorgung durch kommende Verordnungen gut eingearbeitet werden, so eine Forderung seitens der Initiative. Alle Anwesenden waren sich einig, dass sowohl die Pflegenden als auch die Hebammen nicht der Wirtschaftlichkeit und damit der industriellen Taktung unterliegen sollten. Herr Weil versprach, sich die Fallpauschalen für die Geburtshilfe aufbereiten zu lassen. Er sieht als Ursache die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, auf die durch die Politik doch wieder eine Einflussnahme geschehen sollte. Weil wurde auf unsere Petition aufmerksam gemacht und bekam eine Postkarte hierzu überreicht.

Zur Kundgebung für den Erhalt der Geburtshilfe am 31.8. in Cloppenburg kamen weit mehr als 200 Menschen zusammen. Es gab unter meiner Moderation Redebeiträge vom Hebammenverband Niedersachsen, von der Elterninitiative Mother Hood e.V., von einer angestellten Hebamme, vom Geschäftsführer des St. Josefs-Hospital Andreas Krone, von Landrat Johann Wimberg, sowie einer ortsansässigen Kinderärztin und der Vorsitzenden der Landfrauen Kreis Cloppenburg. Rege Beteiligung an der Demonstration mitsamt Banner kam ebenfalls von den Landfrauen, der Initiative und vielen Familien. Die Presse war vertreten und berichtete ausführlich.
Alle Anwesenden und Redner*innen waren sich einig, dass die Geburtshilfe in Cloppenburg erhalten bleiben müsse und durchgehend geöffnet sein soll. Der Geschäftsführer Andreas Krone berichtete von Neueinstellungen für den Kreißsaal und dass die Geburtshilfe im September wieder zum Normalbetrieb übergehen könne.

Die Initiative jedoch wird weiter bestehen. Ein runder Tisch wird gefordert. Cloppenburg steht hier nicht nur für sich, sondern in ganz Niedersachsen und auch ganz Deutschland müssen wir kämpfen und uns einsetzen für eine gute, wohnortnahe Geburtshilfe. Das ist nicht nur für Eltern wichtig, sondern für die ganze Gesellschaft – für die Zukunft. Teilen Sie die Petition, nutzen Sie das
Kampagnenmaterial zum Herunterladen auf https://hebammen-niedersachsen.de/blog/petition-geburtshilfewohnortnah und sprechen Sie mit Ihren Abgeordneten!

Ihre Hilke Schauland

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