Wie wollen wir feiern? – an open letter to Stuttgart


Wie wollen wir feiern? – an open letter to Stuttgart
Das Problem
Eine unserer mit viel Herz und Liebe kuratierten Kulturgastronomien steht vor dem Aus, weil sie anonym bei der Stadtverwaltung gemeldet wurde. Und das ist im Zweifel nur der Startschuss für eine Stadtweite Schließungswelle.
Das Problem: Seit über 20 Jahren gibt es in Stuttgart Mischkonzepte, die Elemente einer Schankstätte (Verwaltungsslang für Bar, Kneipe) mit denen eines Tanzlokals bzw. einer Versammlungsstätte (Club, Diskothek, Konzertlocation) verbinden. Der/die GesetzgeberIn hat jedoch leider bis zum heutigen Tag keine sinnvollen gesetzlichen Regelungen auf den Weg gebracht, die es ermöglichen, solche Läden legal und wirtschaftlich zu betreiben.
Clubbetreiber in Stuttgart beklagen sich seit Jahren darüber, dass sie die hohen Anforderungen an ein Tanzlokal in Sachen Brandschutz, Lärmschutz, Entfluchtung usw. erfüllen und andere direkt vis-a-vis unbehelligt unter dem Deckmäntelchen ‚Gaststätte‘ teilweise clubähnliches Programm machen. Und das ist auf gewisse Art und Weise irgendwie nachvollziehbar. Was jedoch nicht nachvollziehbar ist: dass sich in unserer Stadt Personen dazu hinreißen lassen mit anonymen Anzeigen gezielt kulturelle Mischbetriebe zu zerstören und die Existenzen ihrer BetreiberInnen zu vernichten.
Doch was wird los sein „down town“, wenn eines Tages auch das letzte Mischkonzept gemeldet und erfolgreich zur Aufgabe gezwungen wurde? Hier ist es vielleicht hilfreich das Nachtleben in seiner Gesamtheit zu betrachten. Fällt das Genre Mischkonzept aus dem Ausgeh-Angebot heraus, wird der Zeitraum von 21:00 bis 1:00 Uhr, in dem sich viele Menschen für den anschließenden Clubbesuch „warm feiern“, nicht mehr attraktiv bespielt. Im Zweifel geht es dann also nach dem gepflegten Besuch der legalen Schankstätte einfach wieder zurück nach Hause. Das Sicherheitsgefühl in der Innenstadt wird sich weiter verschlechtern, was einen selbstverstärkenden Effekt zur Folge haben wird und den klassischen Clubs sicherlich auch nicht die Massen in die Läden spült. Was außerdem oft von vielen vergessen wird: wie elementar wichtig ein intaktes und vielfältiges Nachtleben gerade für junge Menschen, Auszubildende, StudentInnen, BerufsanfängerInnen, Fachkräfte usw. ist.
Stuttgart hat derzeit noch ein einigermaßen abwechslungsreiches Nachtleben, das unsere Stadt zu einem Ort macht, an dem wir – egal mit welcher Vorliebe – feiern gehen können. Wir wollen, dass das so bleibt und vor allem, dass unser Nachtleben in Zukunft noch vielfältiger und bunter wird. Deshalb fordern wir im sinnvolle, gesetzliche Regelungen für diese Mischkonzepte. Zum einen, um Rechts- und Planungssicherheit für BetreiberInnen zu ermöglichen, zum anderen, um Ungerechtigkeiten zu beseitigen.
Wir rufen alle, denen ein vielfältiges und kreatives Nachtleben am Herzen liegt, dazu auf, von Stadt, Land und Bund endlich realitätsnahe gesetzliche Regelungen für Mischkonzepte einzufordern. Lasst uns für eine lebenswerte Stadt kämpfen, in der wir zusammenstehen und in der wir verdammt noch mal auch weiterhin gut miteinander feiern können.

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Das Problem
Eine unserer mit viel Herz und Liebe kuratierten Kulturgastronomien steht vor dem Aus, weil sie anonym bei der Stadtverwaltung gemeldet wurde. Und das ist im Zweifel nur der Startschuss für eine Stadtweite Schließungswelle.
Das Problem: Seit über 20 Jahren gibt es in Stuttgart Mischkonzepte, die Elemente einer Schankstätte (Verwaltungsslang für Bar, Kneipe) mit denen eines Tanzlokals bzw. einer Versammlungsstätte (Club, Diskothek, Konzertlocation) verbinden. Der/die GesetzgeberIn hat jedoch leider bis zum heutigen Tag keine sinnvollen gesetzlichen Regelungen auf den Weg gebracht, die es ermöglichen, solche Läden legal und wirtschaftlich zu betreiben.
Clubbetreiber in Stuttgart beklagen sich seit Jahren darüber, dass sie die hohen Anforderungen an ein Tanzlokal in Sachen Brandschutz, Lärmschutz, Entfluchtung usw. erfüllen und andere direkt vis-a-vis unbehelligt unter dem Deckmäntelchen ‚Gaststätte‘ teilweise clubähnliches Programm machen. Und das ist auf gewisse Art und Weise irgendwie nachvollziehbar. Was jedoch nicht nachvollziehbar ist: dass sich in unserer Stadt Personen dazu hinreißen lassen mit anonymen Anzeigen gezielt kulturelle Mischbetriebe zu zerstören und die Existenzen ihrer BetreiberInnen zu vernichten.
Doch was wird los sein „down town“, wenn eines Tages auch das letzte Mischkonzept gemeldet und erfolgreich zur Aufgabe gezwungen wurde? Hier ist es vielleicht hilfreich das Nachtleben in seiner Gesamtheit zu betrachten. Fällt das Genre Mischkonzept aus dem Ausgeh-Angebot heraus, wird der Zeitraum von 21:00 bis 1:00 Uhr, in dem sich viele Menschen für den anschließenden Clubbesuch „warm feiern“, nicht mehr attraktiv bespielt. Im Zweifel geht es dann also nach dem gepflegten Besuch der legalen Schankstätte einfach wieder zurück nach Hause. Das Sicherheitsgefühl in der Innenstadt wird sich weiter verschlechtern, was einen selbstverstärkenden Effekt zur Folge haben wird und den klassischen Clubs sicherlich auch nicht die Massen in die Läden spült. Was außerdem oft von vielen vergessen wird: wie elementar wichtig ein intaktes und vielfältiges Nachtleben gerade für junge Menschen, Auszubildende, StudentInnen, BerufsanfängerInnen, Fachkräfte usw. ist.
Stuttgart hat derzeit noch ein einigermaßen abwechslungsreiches Nachtleben, das unsere Stadt zu einem Ort macht, an dem wir – egal mit welcher Vorliebe – feiern gehen können. Wir wollen, dass das so bleibt und vor allem, dass unser Nachtleben in Zukunft noch vielfältiger und bunter wird. Deshalb fordern wir im sinnvolle, gesetzliche Regelungen für diese Mischkonzepte. Zum einen, um Rechts- und Planungssicherheit für BetreiberInnen zu ermöglichen, zum anderen, um Ungerechtigkeiten zu beseitigen.
Wir rufen alle, denen ein vielfältiges und kreatives Nachtleben am Herzen liegt, dazu auf, von Stadt, Land und Bund endlich realitätsnahe gesetzliche Regelungen für Mischkonzepte einzufordern. Lasst uns für eine lebenswerte Stadt kämpfen, in der wir zusammenstehen und in der wir verdammt noch mal auch weiterhin gut miteinander feiern können.

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Petition am 1. August 2024 erstellt