

WHO + Irakisches Gesundheitsministerium: #Act4Iraq – Legen Sie die Daten über angeborene Fehlbildungen im Irak offen!
Das Problem
Mein Name ist Dr. Samira Alaani. Ich arbeite als Kinderärztin im „Fallujah General Hospital“. In den Jahren nach den Angriffen von US-Streitkräften auf unsere Stadt registrierten meine KollegInnen und ich einen erschreckenden Anstieg der Anzahl von Kindern, die mit Fehlbildungen zur Welt kommen: Neuralrohrdefekte („offener Rücken“), Herzfehler und andere Fehlbildungen, für die ich nicht einmal eine Bezeichnung kenne. Viele Kinder überleben nicht. Für die anderen sorgen wir so gut wie möglich – mit den beschränkten Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen.
Bereits seit 1997 gehe ich in Falludscha meinem Beruf nach, 2006 realisierte ich dann, dass etwas nicht stimmt und begann die Fälle zu dokumentieren. Wir stellten fest, dass nun 144 Babys mit einer Missbildung pro 1000 Lebendgeburten geboren werden. Wir glauben, dass es mit der Kontamination durch die Kämpfe in unserer Stadt zusammenhängt, auch heute, etwa zehn Jahre später. Nicht nur Falludscha ist betroffen; Krankenhäuser im Gouvernement al-Anbar und in vielen anderen Regionen im Irak verzeichnen einen ähnlichen Anstieg. Werdende Mütter und ihre Familien haben nun Angst, jeden Tag sehe ich die Belastung, die diese Angst auf sie ausübt. Die erste Frage, die ich höre, wenn ein Kind geboren wird, ist nicht „Ist es ein Mädchen oder ein Junge?“ sondern „Ist mein Kind gesund?“.
Als ich davon hörte, dass das Irakische Gesundheitsministerium und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Forschung zu dem Thema betreiben wollen, war dies für mich ein Hoffnungsschimmer. Ich wusste, eine Studie würde nur das bestätigen, was wir bereits wissen, nämlich dass die Zahl der angeborenen Fehlbildungen stetig steigt, aber ich sah darin trotzdem einen wichtigen ersten Schritt, damit der Irak und die internationale Gemeinschaft endlich aktiv werden.
Die Studie ist mittlerweile abgeschlossen und man versprach uns, sie würde zu Beginn des Jahres 2013 veröffentlicht werden, doch nun, sechs Monate später, hat die WHO weitere Verzögerungen angekündigt. Wir befürchten, dass es nun um Politik geht und nicht mehr um Wissenschaft. Wir warten schon seit Jahren auf die Wahrheit. Die Betroffenen können nicht länger warten. Die Daten sollten daher in einer Open-Access-Zeitschrift veröffentlicht werden, um ein unabhängiges, wissenschaftliches Begutachtungsverfahren („Peer-Review“) zu ermöglichen. Das Verfahren wäre auf diesem Weg schnell, präzise und transparent.
Die Betroffenen müssen die Wahrheit erfahren, sie müssen erfahren, warum sie Fehlgeburten haben, sie müssen erfahren, warum ihre Babys so krank sind, aber vor allem müssen sie wissen, dass etwas dagegen unternommen wird. Das Irakische Gesundheitsministerium und die WHO müssen die Daten offenlegen und uns Antworten geben.
Bitte unterschreiben Sie diese Petition und zeigen Sie den Menschen im Irak, dass der Rest der Welt sie nicht vergessen hat.

Das Problem
Mein Name ist Dr. Samira Alaani. Ich arbeite als Kinderärztin im „Fallujah General Hospital“. In den Jahren nach den Angriffen von US-Streitkräften auf unsere Stadt registrierten meine KollegInnen und ich einen erschreckenden Anstieg der Anzahl von Kindern, die mit Fehlbildungen zur Welt kommen: Neuralrohrdefekte („offener Rücken“), Herzfehler und andere Fehlbildungen, für die ich nicht einmal eine Bezeichnung kenne. Viele Kinder überleben nicht. Für die anderen sorgen wir so gut wie möglich – mit den beschränkten Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen.
Bereits seit 1997 gehe ich in Falludscha meinem Beruf nach, 2006 realisierte ich dann, dass etwas nicht stimmt und begann die Fälle zu dokumentieren. Wir stellten fest, dass nun 144 Babys mit einer Missbildung pro 1000 Lebendgeburten geboren werden. Wir glauben, dass es mit der Kontamination durch die Kämpfe in unserer Stadt zusammenhängt, auch heute, etwa zehn Jahre später. Nicht nur Falludscha ist betroffen; Krankenhäuser im Gouvernement al-Anbar und in vielen anderen Regionen im Irak verzeichnen einen ähnlichen Anstieg. Werdende Mütter und ihre Familien haben nun Angst, jeden Tag sehe ich die Belastung, die diese Angst auf sie ausübt. Die erste Frage, die ich höre, wenn ein Kind geboren wird, ist nicht „Ist es ein Mädchen oder ein Junge?“ sondern „Ist mein Kind gesund?“.
Als ich davon hörte, dass das Irakische Gesundheitsministerium und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Forschung zu dem Thema betreiben wollen, war dies für mich ein Hoffnungsschimmer. Ich wusste, eine Studie würde nur das bestätigen, was wir bereits wissen, nämlich dass die Zahl der angeborenen Fehlbildungen stetig steigt, aber ich sah darin trotzdem einen wichtigen ersten Schritt, damit der Irak und die internationale Gemeinschaft endlich aktiv werden.
Die Studie ist mittlerweile abgeschlossen und man versprach uns, sie würde zu Beginn des Jahres 2013 veröffentlicht werden, doch nun, sechs Monate später, hat die WHO weitere Verzögerungen angekündigt. Wir befürchten, dass es nun um Politik geht und nicht mehr um Wissenschaft. Wir warten schon seit Jahren auf die Wahrheit. Die Betroffenen können nicht länger warten. Die Daten sollten daher in einer Open-Access-Zeitschrift veröffentlicht werden, um ein unabhängiges, wissenschaftliches Begutachtungsverfahren („Peer-Review“) zu ermöglichen. Das Verfahren wäre auf diesem Weg schnell, präzise und transparent.
Die Betroffenen müssen die Wahrheit erfahren, sie müssen erfahren, warum sie Fehlgeburten haben, sie müssen erfahren, warum ihre Babys so krank sind, aber vor allem müssen sie wissen, dass etwas dagegen unternommen wird. Das Irakische Gesundheitsministerium und die WHO müssen die Daten offenlegen und uns Antworten geben.
Bitte unterschreiben Sie diese Petition und zeigen Sie den Menschen im Irak, dass der Rest der Welt sie nicht vergessen hat.

Die Entscheidungsträger*innen
Neuigkeiten zur Petition
Diese Petition teilen
Petition am 15. August 2013 erstellt