Petition update

offener Brief an Ärztlichen UKE-Direktor Prof. Lohse

Thomas Kochmann Xenon
Wallenhorst, Germany

Mar 31, 2020 — 

Lieber Unterstützer, 

vielen Dank für Ihre/Eure Unterstützung. Der Ärztliche Direktor der Gastroentereologie und Infektiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf startete am letzten Sonntag in der BAMS einen öffentlichen Aufruf zu einer Covid-19-Strategie, die in eine völlig andere Richtung geht.

Darauf habe mit dem unten stehenden offenen Brief geantwortet.

Beste Grüße,

Thomas Kochmann

-------- Originalnachricht --------
Betreff: offener Brief an Ärztlichen UKE-Direktor Prof. Lohse
Datum: 2020-03-31 21:17
Von: "Dr. Thomas Kochmann" <thomas.kochmann>
An: alohse@uke.de
Kopie: vweinl@bams.de

Sehr geehrter Herr Prof. Lohse,

die BILD am SONNTAG (BAMS) hat in ihrer Ausgabe vom 29.03.20 auf Seite 10 zwei
zueinander konträre Strategien zur Lösung der Covid-19-Pandemie veröffentlicht:

(1) Der Virologe Prof. Kekulé befürwortet die bisherigen Kontaktvermeidungs-Strategien
der Bundesregierung und kritisiert, dass z.B. die Kita- und Schulschließungen schon früher
hätten kommen müssen. Darüber hinaus fordert er ein breites (OP-) Maskentragen für
alle.

(2) Sie hingegen fordern, dass Kitas und Schulen bald wieder öffnen, damit
Kinder und junge Eltern schnellstmöglichst eine Covid-19-Infektion
durchmachen. Sie regen dabei an, zum Ziele der Herdenimmunität Ansteckungen
sicher zu steuern.

Die BAMS veröffentlichte Ihre Vorschläge unter der Überschrift
"Je schneller Kinder und junge Eltern eine Infektion durchmachen, umso besser".

Ich habe am 21.03.20 eine Online-Petition auf change.org gestartet (merkbarer Link: http://petition)
und bis jetzt etwa 1500 Unterstützer-Unterschriften meines Appells "Schütze den Mitmenschen und trage OP-Gesichtsmaske" erhalten.

Da Ihre in der BAMS vorgeschlagene Strategie zu der meiner Unterstützer konträr ist, erlaube
ich mir, in diesem offenen Brief an alle meine Unterstützter Ihre Vorschläge
der sog. "gesteuerten Ansteckung" auf meiner Petitionsseite zuendezudenken.

Wie kann man Ansteckungen "steuern", ohne die Risikogruppen zu gefährden?

Wer stellt für Sie eine "Risikogruppe" dar? Sind es alle Menschen außer Kinder und junge Eltern?

Die BAMS schreibt, dass Sie 60 Jahre alt seien. Fühlen Sie sich schon zur "Risikogruppe" zugehörig,
oder eher noch zu den "jungen Eltern"?

Wenn letzteres, müsste Ihre Strategie der "gesteuerten Ansteckung" auch für Sie gelten.

Bisher blieben Sie der Allgemeinheit die Definition von "gesteuerter Ansteckung" schuldig.

Vielleicht meinen Sie damit eine leicht zu konstruierende Vernebler-Apparatur,
die mit in Zellkultur angezüchteten Viren bestückt wird. Versuchspersonen könnten dann
nach bronchopulmonaler Virus-Applikation in einer Quarantäne-Situation überwacht werden,
in der Hoffnung, dass sie nach 2 Wochen Antikörper gebildet haben.

Wenn dann im Rahmen einer Notstandsverordnung der Regierung alle Bürger, die nicht zu den "Risikogruppen" gehören,
zum Schutze der Allgemeinheit und dem Aufbau einer Herdenimmunität zu einer derartigen Behandlung
verpflichtet würden, schützte man in der Tat die "wirklichen Risikogruppen".

Dabei würden Kinder und junge Eltern, wie von Ihnen gefordert, schnellstmöglich eine Covid-19-Infektion durchmachen.
Dies wäre eine kontrollierte gesteuerte Ansteckung.

Eine unkontrollierte gesteuerte Ansteckung bestünde darin,
dem Virus unter Kindern und jungen Eltern einfach freien Lauf zu lassen.

Wie würden Sie bei dieser unkontrollierten gesteuerten Ansteckung die "Risikogruppen" schützen?
Dazu schlagen Sie ausschließlich vor, dass jede Pflegekraft im
Altenheim eine Schutzmaske tragen müsse. Besteht Deutschland aus Ihrer Sicht
nur aus Kindern, jungen Eltern und Bewohnern von Altenheimen?

Um die "Risikogruppen" wirklich effektiv zu schützen, müsste jede von ihnen
mit ausreichend vielen FFP3-Masken ausgestattet werden. Oder wollen Sie Menschen,
die für Sie zur "Risikogruppe" gehören, zukünftig kein normales Alltagsleben wie zum Beispiel
"Einkaufen" erlauben, während Kinder und junge Eltern wieder völlige Bewegungsfreiheit genießen dürfen?

Wie soll der Gesetzgeber dieses regeln? Wie soll der Gesetzgeber die "Risikogruppen" definieren?

Meinen Sie mit "Risikogruppen" diejenigen Menschen, die im Falle einer Covid-19-Infektion eine
hohe Wahrscheinlichkeit haben, daran zu sterben? Nach der aktuellen deutschen Todesstatistik
lässt sich in der Tat anhand dieses Kriteriums eine "Risikogruppe" definieren. Sollten wir jedoch
italienische, spanische, französische oder US-amerikanische "Zustände" in Deutschland bekommen, werden
zu den "Risikogruppen" automatisch auch jüngere Patienten hinzukommen. Im Augenblick können wir in Deutschland
meines Wissens bisher noch jeden jüngeren Covid-19-Patienten, der z.B. beatmungspflichtig wird, retten.

Aber was passiert, wenn unsere Intensivmedizin kollabiert?

Da auch jüngere Patienten an Covid-19 schwer erkanken können, verbietet sich Ihre in der BAMS vorgeschlagene
sichere Ansteckungsaktion automatisch. Eine derartige Maßnahme zu propagieren, ist aus meiner Sicht
mit der ärztlichen Ethik nicht zu vereinbaren.

Jeder Arzt ist dazu verpflichtet, *jeden* Patienten vor der Infizierung mit diesem teuflischen Virus zu schützen!

Empfehlungen zur "sicher gesteuerten Ansteckung" sind nur dann mit der ärztlichen Ethik vertretbar, wenn es sich
um einen nach allen modernen Maßstäben und Gesetzen ausreichend getesteten und zugelassenen Impfstoff handelt.

Mit freundlichen Grüßen,


Thomas Kochmann


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