Danke erstmal an alle, die unsere Petition unterschrieben und uns unterstützt haben. Jede einzelne Unterschrift hat mir gezeigt, dass wir nicht ganz alleine sind.
Der Petitionsausschuss hat uns am Ende jedoch nicht geholfen. Unser Anliegen wurde abgelehnt und für uns hatte das keinerlei Veränderung zur Folge. Das ist einfach nur enttäuschend.
Trotzdem möchte ich euch ein Update geben, weil ich finde, die Menschen sollten sehen, was hier wirklich passiert.
Wir hatten im Irak einen Termin zur Familienzusammenführung in Bagdad. Dort wurden wir jedoch wieder weggeschickt, weil mein Mann aus Kurdistan kommt und deshalb zum zuständigen Konsulat nach Erbil muss.
Obwohl Kurdistan eine autonome Region ist, gehört es staatlich zum Irak. Trotzdem war es nicht möglich, den Antrag in Bagdad anzunehmen. In Erbil gibt es lediglich eine Warteliste mit Wartezeiten von über einem Jahr. Realistisch muss man eher mit zwei Jahren rechnen, bis man überhaupt einen Termin bekommt. Danach dauert die Prüfung noch einmal viele Monate.
Das bedeutet für uns weitere Jahre Trennung.
Meine Anwältin musste drei Monate abwarten, bevor sie überhaupt eine Untätigkeitsklage einreichen durfte. Diese wurde inzwischen gestellt. Die Rechnung kam natürlich sofort und ich habe sie direkt bezahlt. Ob sich dadurch etwas bewegt, wissen wir noch nicht.
Zusätzlich wollte ich unsere Ehe hier in Deutschland eintragen lassen. Ich habe die Eheurkunde bei der Stadt abgegeben. Dabei wurde mir eher unterschwellig das Gefühl vermittelt, dass die Urkunde vielleicht nicht echt sein könnte. Es wurde nicht direkt so ausgesprochen, aber dieses Misstrauen stand im Raum. Jetzt wird die Echtheit unserer Ehe von der Polizei geprüft. Und das finde ich ehrlich gesagt sehr belastend. Man kämpft monatelang für seine Ehe und muss dann plötzlich das Gefühl haben, sich dafür rechtfertigen zu müssen.
Und als wäre das alles nicht genug, kommen jetzt noch die aktuellen Angriffe dazu. Mein Mann lebt in Kurdistan im Irak. In seiner Region gibt es derzeit Anschläge. Nur wenige Meter von dem Wohngebiet seiner Familie ist eine Rakete eingeschlagen.
Ich sitze hier in Deutschland und kann nichts tun. Ich weiß nicht, ob und wann ich ihn überhaupt besuchen kann. Meine Flüge wurden beim letzten Mal schon gestrichen. Jetzt ist wieder alles unsicher. Das ist alles sehr schlimm.
Wir wollen einfach nur zusammenleben. Stattdessen kämpfen wir seit Monaten gegen Wartezeiten, Bürokratie, Misstrauen und nun auch gegen eine Situation, die lebensgefährlich sein kann.
Mir ist es wichtig, dass ihr das wisst. Hinter all dem stehen echte Menschen und echtes Leid.