
Seit vergangener Woche bin ich nach Kurdistan gereist, um meinen Freund endlich wiederzusehen. Nach der schmerzhaften Trennung in Deutschland war dieses Wiedersehen ein unglaublich wichtiger Moment für uns beide.
Da uns die Möglichkeit genommen wurde, in Deutschland auf normalem Weg zu heiraten, haben wir nun hier begonnen, unsere Eheschließung zu planen – ein Schritt, der für uns sehr bedeutend ist, aber auch viele Hürden mit sich bringt. Ich bin hier Ausländerin, muss unzählige Behördengänge erledigen und alles ist mit enormen Wartezeiten verbunden. Dazu kommt, dass die Anerkennung einer Ehe zwischen den kurdischen Behörden und dem deutschen Konsulat abgestimmt werden muss, was im schlimmsten Fall über ein Jahr dauern kann.
Ich habe in den letzten Tagen schon gemerkt, wie sehr mich die Situation belastet – allein der Gedanke an die erneute Trennung bereitet mir Bauchschmerzen. Trotzdem versuchen wir weiter stark zu bleiben, Schritt für Schritt.
Da unsere bisherige rechtliche Unterstützung leider nicht verlässlich war und das Vertrauen zerstört wurde, habe ich mich nach einer neuen Anwältin umgesehen. Mit ihr möchte ich mich in Deutschland treffen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Wir hoffen, dass sie uns nicht nur bei der Eheschließung unterstützt, sondern auch Wege findet, die Einreisesperre zu überwinden und Gerechtigkeit einzufordern.
Denn klar ist: Die Abschiebung war absolut ungerechtfertigt und falsch abgelaufen. Wir werden nicht aufgeben und weiter für unseren gemeinsamen Weg kämpfen.
Vielen Dank an alle, die uns bisher mit ihrer Unterstützung, ihren Unterschriften und ihrer Kraft begleiten. Das bedeutet uns unendlich viel.