Update petisiWälder sind keine Holzfabriken - es reicht!!!

Schutzfunktion naturnaher Wälder (Schwammwälder) bei Extremwetter

Susanne EckerJerman
15 Sep 2026

Ahrtal 2021 - Katastrophen wie diese könnten abgemildert und sogar verhindert werden …

Die Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 war eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte Deutschlands. Allein im Ahrtal starben mindestens 135 Menschen, und die Schäden beliefen sich auf Milliarden. Die Hauptursache waren extreme Regenfälle durch das stationäre Tiefdruckgebiet „Tief Bernd“, die durch den Klimawandel begünstigt wurden. Die Ahr überwindet auf 85 Kilometern 420 Höhenmeter, was die Fließgeschwindigkeit und Erosionskraft des Wassers zusätzlich verstärkte. Die extremen Niederschläge – lokal bis zu 150 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit – führten zu Sturzfluten und massiven Überschwemmungen, die durch die Topografie des Ahrtals noch verschärft wurden.

Rolle der Waldbewirtschaftung: Verstärker der Flut

Die Waldbewirtschaftung spielte im Kontext der Katastrophe eine nicht zu unterschätzende Rolle als Verstärker der Folgen. Aber erst nach der Flut gab es  Diskussionen über die Rolle von Wäldern als natürliche Wasserspeicher und Erosionsschutz, insbesondere in steilen, bewaldeten Hanglagen. Kritische Fragen dazu hatten bereits im Vorfeld Bürger des Ahrtals aufgeworfen, ohne eine entsprechende Resonanz von den Behörden zu erhalten. Noch kurz vor der Katastrophe, am 21. Mai 2021, veröffentlichte die BBIWS den Bericht eines Ahrtalanwohners: 

RLP - Ahrtal: Kahlschläge gehen wider besseres Wissen weiter...

„Rund um das Ahrtal werden Kahlschläge wider besseres Wissen hinsichtlich einer  Wiederbewaldung durchgeführt wie noch nie! Nicht die kranken Bäume, wie man vermuten möchte, sondern gerade und gerne die, die alles überstanden haben, die eigentlich ein Teil der Lösung sein könnten. Großernter fahren  auf den Flächen und an den Hängen nicht in Bahnen, sondern kreuz und quer, sie verdichten den wertvollen Waldboden für lange Zeit und vernichten alles, auch Jungbäume. Tag für Tag. Und die kahlgeschlagenen Flächen liegen da, der Sonne und dem Wind preisgegeben. Faktoren, die das Mikroklima so verschlechtern, dass es für junge Bäume schwer wird, einen weiteren Hitzesommer zu überstehen.“

https://www.bundesbuergerinitiative-waldschutz.de/2021/05/21/rlp-ahrtal-kahlschläge-gehen-wider-besseres-wissen-weiter/

Die Frage stellt sich also heute wieder, ob aus der kurz darauf folgenden Jahrhundertflut wirklich in den Folgejahren umgesetzte Erkenntnisse gewonnen wurden, wie man mit nachhaltiger Waldbewirtschaftung, Erosionsschutz und entsprechend starkem Wasserrückhalt künftig besser auf solche Extremwetterereignisse vorbereitet wäre. 

Interessanterweise ist in den uns bekannten Texten zur Rolle der Forstwirtschaft zwar die Rede von Rückhaltepotenzialen und Waldumbau hin zu resilienteren Wäldern, auch geht es um den Rückbau oder Verschluss von wasserableitenden Strukturen, die aktuell noch verpflichtend beim Wegebau (in einem sehr großen Wegenetz in deutschen Wäldern) bestehen. Ein Blick in die bewirtschafteten Wälder zeigt aber: Es gibt begründete Zweifel an der effektiven und schnellen Umsetzung schon dieser allgemeinen und selbstverständlichen Voraussetzungen hinsichtlich Hochwasserschutz, die im Nachgang zur Katastrophe thematisiert wurden. Immerhin ist die Forstwirtschaft per Gesetz verpflichtet, den Wald zu schützen und in all seinen Funktionen - also gerade und auch als Wasserspeicher - zu erhalten. Waldbilder sprechen hier bundesweit aber eine andere Sprache als der Gesetzestext. 

Hier den gesamten Beitrag zum "Schwammwald" weiterlesen.... https://www.bundesbuergerinitiative-waldschutz.de/2026/09/14/schutzfunktion-naturnaher-w%C3%A4lder-gegen-katastrophen/

 

Salin tautan
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