Mise à jour sur la pétitionWälder sind keine Holzfabriken - es reicht!!!Naturschutzinitiative e.V. (NI) erstattet Anzeige gegen Hessen-Forst
Susanne EckerAllemagne
12 nov. 2021

Kahlschlag im Reinhardswald: Großflächige Schadholzräumungen zerstören Wald-Boden-Ökosysteme

In Hessen - und auch in anderen Bundesländern - haben in den letzten Jahren, von der Öffentlichkeit kaum beachtet und kommentiert, großflächige Räumungen von Nadelhölzern, vor allem von Fichtenhölzern stattgefunden, die durch Dürre und Borkenkäferbefall massiv geschädigt wurden. „Durch die Räumungen wurden auf überdimensional großen Flächen Waldböden regelrecht verwundet, der Trockenheit ausgesetzt und durch Holzerntemaschinen stark verdichtet“, sagt der hessische Landesvorsitzende des Umweltverbands Naturschutzinitiative e.V. (NI), Harry Neumann.

Allein im nordhessischen vom Landesbetrieb Hessen-Forst bewirtschafteten Reinhardswald, ein Hotspot der Borkenkäfer-Kalamität, seien fast am Stück rund 4.000 Hektar geräumt worden. Nach Auffassung der NI stehen die Räumungen im eklatanten Widerspruch zu einer forstrechtlich definierten „nachhaltigen und ordnungsgemäßen“ Forstwirtschaft und verstoßen nach dem Umweltverband zudem gegen die Eingriffsregelung des Bundesnaturschutzgesetzes. Daher habe die NI auf dieser Rechtsgrundlage nunmehr Anzeige gegen den Verursacher, den Landesbetrieb Hessen-Forst, bei der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Kassel eingereicht.

Der Anzeige liegt eine gutachterliche Stellungnahme des Wald- und Naturschutzexperten Norbert Panek (Wissenschaftlicher Beirat der NI) zugrunde, in der die Eingriffe auf einer rund 1.300 Hektar großen Beispielfläche südwestlich von Reinhardshagen ökologisch und rechtlich bewertet wurden.

Danach wurden zwischen 13 und 17 Prozent der exemplarisch untersuchten Räumungsfläche durch Rückegassen teilweise irreversibel geschädigt. „Die Böden wurden so erheblich verdichtet und ihre bodenbiologischen Prozesse so stark verändert, dass sie ihre Funktion im Naturhaushalt nicht oder nur erheblich eingeschränkt erfüllen können“, so der Experte Norbert Panek. Damit verstoße der Landesbetrieb auch gegen die Bewirtschaftungskriterien des Zertifikats „Forest Stewardship Council“ (FSC).

Den vollständigen Artikel und das Gutachten (zum Download) weiterlesen auf der Homepage der BBIWS....

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