Petition updateWälder sind keine Holzfabriken - es reicht!!!RLP: Fragwürdige Holzernte im Naturschutzgebiet "Pfälzer Moorniederung"
Susanne EckerGermany
Sep 27, 2020

Liebe UnterstützerInnen - ein weiterer Hitze- und Dürresommer geht zu Ende und allenthalben finden Aufrufe an die Bürger statt, bei Pflanzungen zu helfen und den Wald gemeinsam zu retten. Umso seltsamer muten dann forstliche Eingriffe in Naturschutzgebiete an, die doch eigentlich gerade jetzt unser Interesse an Walderhalt und Artenschutz vorbildlich repräsentieren sollen. Als Bürger müssen wir uns deshalb dafür interessieren, was im Naturschutzgebiet wirklich passiert und die "Pflege"maßnahmen der Landesforsten hinterfragen. Ein Beispiel aus Rheinland-Pfalz. 
 
Am 03. September 2020 erschien die Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz unter Leitung von Ministerin Ulrike Höfken: „Alte, geschlossene Buchenwälder werden im rheinland-pfälzischen Staatswald besonders vor den Folgen des Klimawandels geschützt, indem dort vorerst keine planmäßige Holzernte mehr stattfindet“.

Ein wichtiger Schritt zum Schutz der Wälder gegen die Austrocknung in Dürresommern und zur Förderung der Biodiversität, für die alte Bäume in intakten Wäldern unabdingbar sind und doch kaum mehr vorkommen. Eine Forderung also, die noch in besonderem Maße für Naturschutzgebiete gelten muss, in der jegliche Forstwirtschaft der Pflege und nicht vorrangig der Holzvermarktung dienen darf. Anmerkung zu dieser Waldschutzoffensive: in den Regionalzeitungen, in denen die Forstamtsleitungen ständig präsent sind, wurde über das Einschlagsmoratorium kaum berichtet.

Was Waldschützer im streng geschützten Naturschutzgebiet „Pfälzer Moorniederung“ entdeckt haben, bestätigt aber die Ankündigung eher als reines Lippenbekenntnis oder grundlegendes forstliches "Missverständnis". Im genannten NSG gibt es nämlich noch einige sehr alte Eichen- und Rotbuchenbestände. Teilweise stehen diese weit abseits von Verkehrswegen und in geschlossenen Verbänden, so dass hier eine Verkehrssicherungspflicht nicht zum Tragen kommt.

An einer Stelle mit vielen alten Rotbuchen, weit jenseits der 100 Jahre, sind frische Fällmarkierungen angebracht. Rotbuchen mit Umfängen zwischen 180 cm und 330 cm sollen offensichtlich bei nächster Gelegenheit – oder spätestens nach Ablauf des Altbaummoratoriums Ende 2021? - gefällt werden. Je nach Standort (Bodenverhältnisse, Sonneneinstrahlung, Niederschlag, usw.) entspricht ein Umfang ab ca. 180 cm bei Rotbuchen ungefähr einem Alter von 100 Jahren (Mitchell-Formel).

Ausführlichen Bericht mit Bildmaterial weiterlesen auf der Homepage der BBIWS!

 

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