
„Seitenwechsel“ in Halle: Bühne für die extreme Rechte
Die extrem rechte Buchmesse „Seitenwechsel“ im November 2025 in Halle (Saale) war keine harmlose Literaturveranstaltung. Sie war eine Bühne für ein dicht vernetztes Milieu der extremen Rechten – von rechtskonservativen Publizist*innen über AfD-Funktionär*innen bis hin zu aktiven Neonazis. Das Umfeld von Götz Kubitscheks „Sezession“ war ebenso präsent wie die „Identitäre Bewegung“, teilweise sogar in organisatorischer Verantwortung. Hier traf sich die extreme Rechte in all ihren Facetten: in bürgerlichem Gewand aber auch offen neonazistisch, vereint unter einem gemeinsamen Ziel.
Literatur war für die Organisator*innen von „Seitenwechsel“ lediglich ein Vehikel für die Vermittlung von völkischen, geschichtsrevisionistischen und autoritären Ideologien. Die Messe diente dazu, diese Inhalte zu verbreiten, zu vernetzen und salonfähig zu machen – getarnt als Kultur und scheinbare Meinungsfreiheit. Was hier stattfindet, ist aber kein offener, pluralistischer Diskurs, sondern der gezielte Versuch, menschenverachtende Positionen in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.
Mit der Buchmesse „Seitenwechsel“ führt die extreme Rechte einen gezielten „Kampf um die Köpfe“. Während sie Gleichberechtigung, Vielfalt und Demokratie angreift, stilisiert sie sich bei jeder Kritik zum Opfer einer angeblichen „Cancel Culture“. Das ist kalkuliert – und durchschaubar.
Demokratie braucht Zivilcourage!
Zivilcourage heißt, dieser Strategie zu widersprechen. Zivilcourage heißt, der extremen Rechten keine Räume und keine Bühnen zu überlassen und der schrittweisen Normalisierung extremer Positionen demokratische Werte entgegen zu setzen. Deshalb fordern wir auch in Halle eine öffentliche Debatte über die Vermietungspraxis der „Zwerenz-Gruppe“ und ihre Verantwortung für die Unterstützung antidemokratischer und rechtsextremer Akteure.
Demokratie verteidigt sich nicht von selbst. Demokratie braucht Haltung, Mut, einen klaren Kompass und Grenzen.