Petition updateVerhindern Sie das vorsorgliche Fällen gesunder Bäume im Schlosspark Moers!Klarstellung der Befürworter für den Erhalt der gesunden Bäume im Schlosspark Moers  
Christina JostenMoers, Germany
Dec 23, 2024

Klarstellung der Befürworter für den Erhalt der gesunden Bäume im Schlosspark Moers  

Im Kontext der geplanten Fällungen von insgesamt 109 Bäumen im Schlosspark Moers gibt es erhebliche Bedenken, insbesondere hinsichtlich der 56 Bäume, die laut Expertenmeinung von Peter van der Zwaag vollständig gesund sind oder nur so geringfügige Beeinträchtigungen haben, dass diese keine Fällbegründung darstellen. Ein besonders auffälliges Beispiel stellt das sogenannte "Lindenrondell" dar, wo alle Bäume (Bergahorne) gefällt werden sollen – trotz ihrer gesunden Verfassung. Merkwürdigerweise ist einer dieser Bäume sogar eine Linde! Auch mindestens drei Bäume, die aus denkmalpflegerischen / sichtachsentechnischen Gründen gefällt werden sollen, sind in einwandfreiem Zustand, darunter eine Fichte gegenüber vom Schloss.   

Diese Feststellungen widersprechen der Darstellung in der FAQ-Liste der Stadt Moers, die von einer prozentualen Verteilung der Fällgründe spricht:  

-56 % der Fällungen sollen aufgrund starker Krankheitsschäden erfolgen  

-40 % wegen erster Krankheitsschäden und klimatisch bedingten Beeinträchtigungen der Vitalität  

-4 % aus denkmalpflegerischen Gründen.  

Die Widersprüche zwischen den Planungen und den Feststellungen der Experten werfen Fragen auf.   

Chronik der Ereignisse:   

Die Bürger:innen von Moers wurden erst im Juni 2024 durch die Presse auf die geplanten Baumfällungen aufmerksam. Alle Anfragen zu diesem Thema, die im Oktober und November 2024 gestellt wurden, blieben unbeantwortet. Auch die direkte Anfrage bei der Firma LAE Ehrig bezüglich einer Übersicht über die betroffenen Bäume und die Gründe für die Fällungen blieb ohne Antwort.   

Angesichts der Unklarheiten initiierte die Bürgerinitiative am 19. November 2024 eine Petition. Am 4. Dezember 2024 wurde das Thema in der Ratssitzung nochmal angesprochen, und etwa 1.300 Unterschriften an den Bürgermeister übergeben. Im Anschluss wandte sich die Gruppe auch an den Forstexperten Peter Wohlleben und die Presse, um auf die Situation aufmerksam zu machen.   

Am 12. Dezember 2024, knapp einen Monat vor den geplanten Fällungen, wurde der Plan zur Baumfällung sowie eine Liste mit den Gründen veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch noch keine Markierung der betroffenen Bäume erfolgt. Erst am 14. Dezember 2024 wurden von den Bürger:innen provisorisch rot-weiße Flatterbänder angebracht, um auf die bevorstehenden Fällungen hinzuweisen – diese wurden jedoch wenige Tage später von einem Mitarbeiter des Moerser Unternehmens ENNI entfernt.   

Ein weiteres Problem: die Neupflanzungen. Die Ersatzbäume sollen einen Stammumfang von 16 bis 18 cm und eine Höhe von 4 bis 6 Metern haben. Es wird Jahre bzw. Jahrzehnte dauern, bis diese die CO2-Speicherfähigkeit erzielen wie die alten und großen gesunden Bäume.   

Im Gespräch am 16. Dezember 2024 mit den Verantwortlichen der Stadt (Herrn Makrlik, Herrn Dabrock und Herrn Oppermann) wurde angekündigt, dass ein artenschutzrechtliches Gutachten innerhalb einer Woche verfügbar sein würde. Bis zum heutigen Datum (23. Dezember 2024) ist dieses Gutachten jedoch nicht veröffentlicht worden. Es bleibt unklar, wie mit den Tieren, die in den zu fällenden Bäumen leben, verfahren wird – beispielsweise mit den Fledermäusen.  

Besorgnis über die Transparenz und Fachlichkeit der Planung:   

Besonders beunruhigend ist, dass die Stadt Moers den NABU (Naturschutzbund) anfänglich als zustimmend zu den Fällungen darstellte, was sich später als unzutreffend herausstellte. Diese fehlerhafte Darstellung wirft Zweifel an der transparenten und fachlichen Überwachung der Planungen auf.   

Darüber hinaus wird die Entscheidung der Stadt, ein Landschaftsarchitekturbüro mit der Planung zu beauftragen und keine externen Fachleute zur Begleitung hinzuzuziehen, hinterfragt. Es stellt sich die Frage, warum nicht unabhängige Experten den gesamten Prozess überwachen, um sicherzustellen, dass alle Aspekte, insbesondere die des Artenschutzes und der Baumgesundheit, korrekt berücksichtigt werden.   

Besonders problematisch ist auch die unsachliche Kritik an dem Baumexperten Peter van der Zwaag. Nachdem er sich der Gruppe angeschlossen hatte, um mit seiner Expertise die geplanten Fällungen zu hinterfragen, wurde er von einigen Seiten, u.a. auch von der Stadt, insbesondere in den sozialen Medien, massiv angegangen. Die öffentliche Kritik an ihm war zum Teil sehr persönlich und nicht sachlich begründet. Dies führte zu einer weiteren Entfremdung zwischen den Verantwortlichen der Stadt und den besorgten Bürger:innen. Auch seine fachlichen Einwände wurden von Stadtvertretern nicht ausreichend berücksichtigt, was als Zeichen für einen nicht offenen Dialog gewertet wird.   

Die Gruppe selbst, die sich spontan und aus Sorge um die Bäume gebildet hat, ist in hohem Maße bürgerschaftlich engagiert und zeigt, wie sich demokratische und soziale Impulse aus der Bevölkerung heraus entwickeln können. Dies wird besonders durch die Zahl der Unterschriften für die Petition deutlich – aktuell über 4.100 Stimmen, zum größten Teil aus der Moerser Einwohnerschaft. 

Noch eine Anmerkung: viele Mitglieder des Stadtrates äußerten ihr Bedauern über die geplanten Fällmaßnahmen. Uns würde interessieren, wieviele tatsächlich einmal in den Park gegangen sind, um sich selbst vor Ort eine Meinung zu bilden, bevor abgestimmt wurde.  

Appell an die Stadt Moers:   

+ Die Bürger:innen fordern, dass die gesunden Bäume erhalten bleiben und jährlich auf eventuelle Schäden überprüft werden.   

+ Die Bürger:innen fordern desweiteren von der Stadt, dass sie bei zukünftigen Projekten wie diesen frühzeitig und transparent in die Planung einbezogen werden. Sie kritisieren die kurze Zeitschiene bis zu den Fällungen und den Mangel an Kommunikation und Beteiligung der Öffentlichkeit. In einer Vorlage des Rates wurde bereits darauf hingewiesen, dass bei solchen Maßnahmen mit Protesten und Widerständen zu rechnen ist. Dennoch wurden die Bürger:innen und Experten nicht angemessen in den Entscheidungsprozess einbezogen.   

FAZIT: Der Widerstand gegen die Fällungen wächst, und die Stadt sollte nun auf die Bedenken der Bevölkerung eingehen, um zu einer für alle Seiten tragbaren Lösung zu kommen.  

FROHE WEIHNACHTEN wünscht unsere Bürgerinitiative allen Baumfreunden.  

Kontakt: Protestschlossparkmoers@yahoo.com 

Copy link
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
Email
X