Urlaub per Bahnreise anstatt per Flugzeug endlich praktisch & günstig machen!

Das Problem

Im Verkehrssektor besteht eine enorme Lücke zwischen der Realität und den Klimaschutzzielen der Bundesregierung: Trotz stetig steigendem Verkehrsaufkommen für Personen und Güter muss der Ausstoß an Treibhausgasen (THG) bis 2030 in etwa halbiert werden. Klimafreundlichstes Beförderungsmittel für Personen und Güter ist eindeutig die Bahn – die Verlagerung von Verkehrsleistung auf die Schiene ist daher ein hocheffizientes Klimaschutzinstrument. Dies gilt auch und besonders für den Personen-Fernverkehr.

Reisen in den Urlaub werden von Deutschen noch immer zumeist mit dem Flugzeug absolviert (52% in 2020), gefolgt vom Auto (45%). Nur 10% der Bürger*innen nutzen vorwiegend die Bahn für die Fahrt in den Urlaub. Angesichts der Klimawirkung ist dies verheerend: Die Reise einer vierköpfigen Familie bspw. in die Toskana verursacht per Flugzeug ca. 3 Tonnen THG (der 1,5fache Jahressaustoß eines durchschnittlichen Autos!) und per Bahn nur ca. 300 kg, also ein Zehntel.

Während heute jede*r mit minimalem organisatorischem Aufwand eine Flugreise im Internet buchen kann, bedeutet eine Bahnreise über Ländergrenzen hinweg jedoch noch immer fast unlösbaren Planungs- und Organisationsaufwand. Es gibt keine einfachen und durchgängigen Buchungssysteme, die eine Onlinebuchung per „one-stop-shop“ erlauben, wie Bürger*innen es vom Flugzeug gewohnt sind. Die Deutsche Bahn hat zudem jüngst die Provisionen für Buchungen über Bahnagenturen komplett gestrichen – damit wurde professionellen Bahnreisebüros weitgehend die Geschäftsgrundlage entzogen.

Wer eine komplexe Bahnreise buchen will, um die Emissionen des Urlaubsflugs einzusparen, hat daher – im Jahr 2022, fünf Jahre bevor unser Klimabudget für das 1,5°C-Ziel aufgebraucht ist – noch immer nur zwei Optionen: stundenlang in der Warteschleife der DB Buchungshotline zu warten oder stundenlang vor dem Bahnschalter zu stehen. Die Bahn-Mitarbeitenden sind zudem keine Touristiker und können kaum sinnvolle Ratschläge erteilen, wo bspw. Zwischenübernachtungen Sinn machen oder welche Schlafabteile sich für Kinder eignen. Der dringend nötige Umstieg auf die Schiene ist daher für Urlaubsreisende extrem erschwert.

Dieser Zustand ist absolut unzeitgemäß und schadet dem Klima sowie dem Ansehen einer Verkehrswende, die den Bürger*innen einen Verhaltenswechsel nahelegt, wo de facto keine gangbare Alternative besteht.

Der Deutsche Bundestag möge daher beschließen:

  • dass die Bundesregierung sich dafür einsetzen soll, durch Abstimmung mit den europäischen Nachbarn im europäischen Bahnverbund ein einheitliches und durchgängig umgesetztes Echtzeit-Buchungssystem für länderübergreifende Bahnreisen zu errichten;
  • dass die Bundesregierung sich dafür einsetzen soll, durch Subventionierung (analog zum 9/49-Euro-Ticket) die Preise für Interrail-Tickets deutlich zu senken sowie die Platzkontingente für Interrail-Reisende deutlich zu erhöhen;
  • dass die Bundesregierung den Ausbau der Nachtzugverbindungen aus Deutschland heraus erweitern und beschleunigten soll – drei neue Nachtzugverbindungen bis 2025 sind zu wenig;
  • dass die Bundesregierung länderübergreifende Autoreisezüge wieder in das reguläre DB-Angebot aufnehmen soll;
  • dass die Bundesregierung ein Provisionssystem der DB einführt, welches faire Provisionen für spezialisierte Bahnreisebüros auch für reine Ticketbuchungen (und Platzreservierungen in Kombination mit Interrail-Tickets) vorsieht.
avatar of the starter
Tim SchulzePetitionsstarter*inPhysiker, Autor und Papa mit Begeisterung für Klimaschutz und Nachhaltigkeit

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Das Problem

Im Verkehrssektor besteht eine enorme Lücke zwischen der Realität und den Klimaschutzzielen der Bundesregierung: Trotz stetig steigendem Verkehrsaufkommen für Personen und Güter muss der Ausstoß an Treibhausgasen (THG) bis 2030 in etwa halbiert werden. Klimafreundlichstes Beförderungsmittel für Personen und Güter ist eindeutig die Bahn – die Verlagerung von Verkehrsleistung auf die Schiene ist daher ein hocheffizientes Klimaschutzinstrument. Dies gilt auch und besonders für den Personen-Fernverkehr.

Reisen in den Urlaub werden von Deutschen noch immer zumeist mit dem Flugzeug absolviert (52% in 2020), gefolgt vom Auto (45%). Nur 10% der Bürger*innen nutzen vorwiegend die Bahn für die Fahrt in den Urlaub. Angesichts der Klimawirkung ist dies verheerend: Die Reise einer vierköpfigen Familie bspw. in die Toskana verursacht per Flugzeug ca. 3 Tonnen THG (der 1,5fache Jahressaustoß eines durchschnittlichen Autos!) und per Bahn nur ca. 300 kg, also ein Zehntel.

Während heute jede*r mit minimalem organisatorischem Aufwand eine Flugreise im Internet buchen kann, bedeutet eine Bahnreise über Ländergrenzen hinweg jedoch noch immer fast unlösbaren Planungs- und Organisationsaufwand. Es gibt keine einfachen und durchgängigen Buchungssysteme, die eine Onlinebuchung per „one-stop-shop“ erlauben, wie Bürger*innen es vom Flugzeug gewohnt sind. Die Deutsche Bahn hat zudem jüngst die Provisionen für Buchungen über Bahnagenturen komplett gestrichen – damit wurde professionellen Bahnreisebüros weitgehend die Geschäftsgrundlage entzogen.

Wer eine komplexe Bahnreise buchen will, um die Emissionen des Urlaubsflugs einzusparen, hat daher – im Jahr 2022, fünf Jahre bevor unser Klimabudget für das 1,5°C-Ziel aufgebraucht ist – noch immer nur zwei Optionen: stundenlang in der Warteschleife der DB Buchungshotline zu warten oder stundenlang vor dem Bahnschalter zu stehen. Die Bahn-Mitarbeitenden sind zudem keine Touristiker und können kaum sinnvolle Ratschläge erteilen, wo bspw. Zwischenübernachtungen Sinn machen oder welche Schlafabteile sich für Kinder eignen. Der dringend nötige Umstieg auf die Schiene ist daher für Urlaubsreisende extrem erschwert.

Dieser Zustand ist absolut unzeitgemäß und schadet dem Klima sowie dem Ansehen einer Verkehrswende, die den Bürger*innen einen Verhaltenswechsel nahelegt, wo de facto keine gangbare Alternative besteht.

Der Deutsche Bundestag möge daher beschließen:

  • dass die Bundesregierung sich dafür einsetzen soll, durch Abstimmung mit den europäischen Nachbarn im europäischen Bahnverbund ein einheitliches und durchgängig umgesetztes Echtzeit-Buchungssystem für länderübergreifende Bahnreisen zu errichten;
  • dass die Bundesregierung sich dafür einsetzen soll, durch Subventionierung (analog zum 9/49-Euro-Ticket) die Preise für Interrail-Tickets deutlich zu senken sowie die Platzkontingente für Interrail-Reisende deutlich zu erhöhen;
  • dass die Bundesregierung den Ausbau der Nachtzugverbindungen aus Deutschland heraus erweitern und beschleunigten soll – drei neue Nachtzugverbindungen bis 2025 sind zu wenig;
  • dass die Bundesregierung länderübergreifende Autoreisezüge wieder in das reguläre DB-Angebot aufnehmen soll;
  • dass die Bundesregierung ein Provisionssystem der DB einführt, welches faire Provisionen für spezialisierte Bahnreisebüros auch für reine Ticketbuchungen (und Platzreservierungen in Kombination mit Interrail-Tickets) vorsieht.
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Tim SchulzePetitionsstarter*inPhysiker, Autor und Papa mit Begeisterung für Klimaschutz und Nachhaltigkeit
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