Unterstützen Sie die Aufarbeitung der Misshandlungen der „Verschickungskinder“


Unterstützen Sie die Aufarbeitung der Misshandlungen der „Verschickungskinder“
Das Problem
Foto: Anja Röhl, Uwe Rüddenklau, Prof. Dr. Christiane Dienel und Prof. Dr. Ilona Yim als Experten für die Initiative Verschickungskinder e.V. im Bundestag im Familienministerium
Ich bin Anja Röhl, heute 70 Jahre alt. Als Fünfjährige wurde ich 1961 nach Wyk auf Föhr ins Hamburger Kinderheim zur Erholung verschickt. Nachts wurden dort Kinder an die Betten gefesselt. Als Achtjährige erlebte ich bei einem weiteren (von der Krankenkasse bezahlten) Verschickungsaufenthalt Toilettenverbote, Demütigungen, körperliche und seelische Gewalt, Briefzensur und zahlreiche andere Strafen. Dies war in einem Kinderkurheim des DRK im Teutoburger Wald.
Es wurden über 8 Millionen Kinder so verschickt. Zehntausende von ihnen haben Misshandlungen erlitten, wurden Opfer von Arzneimittelversuchen und einige Kinder fanden sogar den Tod. Seit 2019 organisieren wir „Verschickungskinder“ uns. Wir fordern die Anerkennung unseres Leids und Unterstützung für Vernetzung, Selbsthilfe, Recherche und Dokumentation für die Betroffenen, die oft noch nach ihren Heimen suchen, sowie Handlungen zur Wiedergutmachung unseres Leids.
Am 7. Juli 2022 wurde uns vom Bundesfamilienministerium mitgeteilt, dass sich die Bundesregierung nicht für uns zuständig erklärt und uns daher auch keinerlei Unterstützung bei der dringend benötigten Aufarbeitung der Kinderverschickungen geben will. Für diese Mitteilung hat das Ministerium über zwei Jahre gebraucht. In gleicher Zeit gab es unzählige Presseberichte, Fernseh- und Radioreportagen und Forschung durch unsere Initiative zusammen mit engagierten Wissenschaftler:innen. Wir haben zehntausenden Menschen Hilfe durch Beratung, Zuspruch, Vernetzung und Dokumentation ihrer in der Verschickung erlittenen Leiden gegeben. Bisher komplett ehrenamtlich als Privatpersonen. Ihr, die ihr das hier lest (mehr Infos auf www.verschickungsheime.de) helft uns, dass uns Gerechtigkeit widerfährt. Uns hat man in den Verschickungsheimen Fürchterliches angetan, und zwar systematisch. Die Kuren waren für viele eine willkommene Geldquelle. Manche Heimleiter waren durch den Nationalsozialismus belastete Ärzte, die sich in den Heimen durch ihre Grausamkeit verrieten. Unsere Forschung zeigt ganz klar: Es war ein bundesweit verzahntes System – Bund (u.a. als Geldgeber), Länder (hatten die Heimaufsicht) und Träger der Heime (u.a. ev. und kath. Kirche, Arbeiterwohlfahrt und andere) tragen gemeinsam die Verantwortung dafür.
Wir haben unzählige Daten, Akten und Zeugenaussagen dazu gesammelt. Heraus kam: Die Kinderverschickungen waren ein System, in dem Eltern belogen, Kinder gequält und gut verdient wurde. Bäderorte, Bäderärzte, Träger und Entsendestellen haben am System der Kinderverschickungen verdient. Behörden in Bund und Ländern haben Beschwerden nicht ernst genommen und unter den Teppich gekehrt. Auch nach weiteren zwei Jahren Anstrengung hat uns bisher auch die neue Bundesregierung nichts als Versprechungen zu bieten. Wir wollen endlich eine Anerkennung unseres Leids und eine die Möglichkeit unser Leid aus Betroffenensicht individuell und gesellschaftlich aufzuarbeiten, dazu ist mindestens nötig:
- Ein Dokuzentrum ( digital und präsent)
- Unterstützung unserer Bürger-Betroffenen-Forschungsgruppen
- Unterstützung einer professionellen Beratung und Hilfeleistung.
Das ist alles nicht einmal teuer und würde nur ein Bruchteil dessen kosten, was z.B. für die Aufarbeitung der Heimkinder-Skandale aufgewendet wurde. Deshalb unterstützt diese Petition, mit der wir uns an die Bundesregierung wenden. Nur wenn uns viele Tausende unterstützen, kann das Unrecht aufgearbeitet werden. Ohne Ihre Unterstützung bleiben tausendfache Misshandlungen ungeklärt und am Ende haben wieder die gewonnen, die uns schon damals nicht geglaubt haben, als wir als verstörte Kinder von den Kuren zurückkamen.
Wir fordern von der Bundesregierung, vom Bundesfamilienministerium und vom Gesundheitsministerium: Übernehmen Sie Verantwortung für das Unrecht an den Verschickungskindern. Unterstützen Sie die Aufarbeitung der Kinderrechtsverletzungen in den Kinderkuren durch die Einrichtung einer bundesweiten Koordinierungsstelle für Selbsthilfe und Vernetzung, durch die Schaffung eines Dokumentationszentrums und Unterstützung der vielen Bürgerforschungs-Gruppen, die jetzt schon bei uns arbeiten. Weiterführende Infos auf: www.verschickungsheime.de
Anja Röhl

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Das Problem
Foto: Anja Röhl, Uwe Rüddenklau, Prof. Dr. Christiane Dienel und Prof. Dr. Ilona Yim als Experten für die Initiative Verschickungskinder e.V. im Bundestag im Familienministerium
Ich bin Anja Röhl, heute 70 Jahre alt. Als Fünfjährige wurde ich 1961 nach Wyk auf Föhr ins Hamburger Kinderheim zur Erholung verschickt. Nachts wurden dort Kinder an die Betten gefesselt. Als Achtjährige erlebte ich bei einem weiteren (von der Krankenkasse bezahlten) Verschickungsaufenthalt Toilettenverbote, Demütigungen, körperliche und seelische Gewalt, Briefzensur und zahlreiche andere Strafen. Dies war in einem Kinderkurheim des DRK im Teutoburger Wald.
Es wurden über 8 Millionen Kinder so verschickt. Zehntausende von ihnen haben Misshandlungen erlitten, wurden Opfer von Arzneimittelversuchen und einige Kinder fanden sogar den Tod. Seit 2019 organisieren wir „Verschickungskinder“ uns. Wir fordern die Anerkennung unseres Leids und Unterstützung für Vernetzung, Selbsthilfe, Recherche und Dokumentation für die Betroffenen, die oft noch nach ihren Heimen suchen, sowie Handlungen zur Wiedergutmachung unseres Leids.
Am 7. Juli 2022 wurde uns vom Bundesfamilienministerium mitgeteilt, dass sich die Bundesregierung nicht für uns zuständig erklärt und uns daher auch keinerlei Unterstützung bei der dringend benötigten Aufarbeitung der Kinderverschickungen geben will. Für diese Mitteilung hat das Ministerium über zwei Jahre gebraucht. In gleicher Zeit gab es unzählige Presseberichte, Fernseh- und Radioreportagen und Forschung durch unsere Initiative zusammen mit engagierten Wissenschaftler:innen. Wir haben zehntausenden Menschen Hilfe durch Beratung, Zuspruch, Vernetzung und Dokumentation ihrer in der Verschickung erlittenen Leiden gegeben. Bisher komplett ehrenamtlich als Privatpersonen. Ihr, die ihr das hier lest (mehr Infos auf www.verschickungsheime.de) helft uns, dass uns Gerechtigkeit widerfährt. Uns hat man in den Verschickungsheimen Fürchterliches angetan, und zwar systematisch. Die Kuren waren für viele eine willkommene Geldquelle. Manche Heimleiter waren durch den Nationalsozialismus belastete Ärzte, die sich in den Heimen durch ihre Grausamkeit verrieten. Unsere Forschung zeigt ganz klar: Es war ein bundesweit verzahntes System – Bund (u.a. als Geldgeber), Länder (hatten die Heimaufsicht) und Träger der Heime (u.a. ev. und kath. Kirche, Arbeiterwohlfahrt und andere) tragen gemeinsam die Verantwortung dafür.
Wir haben unzählige Daten, Akten und Zeugenaussagen dazu gesammelt. Heraus kam: Die Kinderverschickungen waren ein System, in dem Eltern belogen, Kinder gequält und gut verdient wurde. Bäderorte, Bäderärzte, Träger und Entsendestellen haben am System der Kinderverschickungen verdient. Behörden in Bund und Ländern haben Beschwerden nicht ernst genommen und unter den Teppich gekehrt. Auch nach weiteren zwei Jahren Anstrengung hat uns bisher auch die neue Bundesregierung nichts als Versprechungen zu bieten. Wir wollen endlich eine Anerkennung unseres Leids und eine die Möglichkeit unser Leid aus Betroffenensicht individuell und gesellschaftlich aufzuarbeiten, dazu ist mindestens nötig:
- Ein Dokuzentrum ( digital und präsent)
- Unterstützung unserer Bürger-Betroffenen-Forschungsgruppen
- Unterstützung einer professionellen Beratung und Hilfeleistung.
Das ist alles nicht einmal teuer und würde nur ein Bruchteil dessen kosten, was z.B. für die Aufarbeitung der Heimkinder-Skandale aufgewendet wurde. Deshalb unterstützt diese Petition, mit der wir uns an die Bundesregierung wenden. Nur wenn uns viele Tausende unterstützen, kann das Unrecht aufgearbeitet werden. Ohne Ihre Unterstützung bleiben tausendfache Misshandlungen ungeklärt und am Ende haben wieder die gewonnen, die uns schon damals nicht geglaubt haben, als wir als verstörte Kinder von den Kuren zurückkamen.
Wir fordern von der Bundesregierung, vom Bundesfamilienministerium und vom Gesundheitsministerium: Übernehmen Sie Verantwortung für das Unrecht an den Verschickungskindern. Unterstützen Sie die Aufarbeitung der Kinderrechtsverletzungen in den Kinderkuren durch die Einrichtung einer bundesweiten Koordinierungsstelle für Selbsthilfe und Vernetzung, durch die Schaffung eines Dokumentationszentrums und Unterstützung der vielen Bürgerforschungs-Gruppen, die jetzt schon bei uns arbeiten. Weiterführende Infos auf: www.verschickungsheime.de
Anja Röhl

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Die Entscheidungsträger*innen
Kommentare von Unterstützer*innen
Petition am 18. Juli 2022 erstellt