

Hiermit laden wir alle, die hier unterschrieben haben, herzlich zum bundesweiten Kongress „Aufarbeitung Kinderverschickung“ am 22./23.11.2024 in Bad Kreuznach ein.
Nutzt die Chance und meldet euch an, wenn ihr es noch nicht getan habt. Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, sich zu vernetzen, eigene Erlebnisse in der Gruppe zu reflektieren und gleichzeitig einen Beitrag zur Aufarbeitung zu leisten. In jedem Jahr sind auch viele Neue dabei, bei denen der Besuch des Kongresses der erste persönliche Kontakt zur Initiative Verschickungskinder ist. Fühlt euch herzlich eingeladen! Das Gleiche gilt für das erste DDR-Kurkinder-Treffen, das am 31.10.2024 in Fürstenberg an der Havel stattfindet.
Hierzu einen eindrucksvollen TV-Beitrag (Teil1) und zweiten Teil
Am 7. Oktober 2024 wurde der Abschlussbericht der Studie zu den Hamburger Kinderverschickungen in der Alster City feierlich übergeben. Anwesend waren u.a. Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer, Forschende, beteiligte Studierende und Beiratsmitglieder. Schlotzhauer sprach den Verschickungskindern ihr Mitgefühl aus. Die Studie, geleitet von Prof. Dr. Sarah Meyer und Prof. Dr. Johannes Richter von der Evangelischen Hochschule Hamburg, basiert u.a. auf Interviews mit Betroffenen. Weiterhin wurden 700 Akten aus dem Kinderheim in Wyk auf Föhr gesichert und erstmals ausgewertet. Im Ergebnis zeigt sich deutlich, dass Gewalt in den Heimen systematisch war. Ein Mahnmal auf der Kurpromenade von Wyk ist in Planung. Am 17. Oktober hat die Initiative Verschickungskinder ein Treffen für Hamburger Betroffene organisiert. Näheres zu der Hamburger Studie hier.
Initiative Verschickungskinder – das größte deutsche „bottom-up“ Citizen Science Projekt
Auf dem Forum Citizen Science 2024 in Hamburg vom 9.-10.10.2024 hat Christiane Dienel die Initiative Verschickungskinder und unsere Bürgerforschung vorgestellt, was viel Beachtung fand. Denn es gibt kein anderes Bürgerforschungsprojekt in Deutschland, an dem so viele Menschen mitforschen, und zwar aus eigener Initiative und ohne Forschungsförderung. Wir sind von Anfang an mit dem Anspruch gestartet, unser Erleben selbst zu erforschen. Schon in der Erklärung der Verschickungskinder auf unserem allerersten Kongress in Sylt am 24.11.2024 heißt es: „Wir ehemaligen Verschickungskinder, die der damaligen Situation wehr- und hilflos ausgeliefert waren, wollen heute nicht Objekt von Forschung werden. Die Erforschung der Kinderkuren muss deshalb partizipativ als „citizen science“/bürgerorientierte Forschung erfolgen: Wir Betroffenen bestimmen die Zielsetzungen und Fragestellungen der Forschung und tragen durch unsere eigene Recherche sowie durch unsere Erlebnisberichte dazu bei.“
Politische Unterstützung in der aktuellen Legislatur 2024 - Wahlprogramme für die Bundestagswahl 2025
Uwe Rüddenklau von der Initiative Verschickungskinder e.V. ist in diesen Tagen sehr aktiv im Gespräch mit Abgeordneten verschiedener Parteien, um Möglichkeiten auszuloten, wie unsere Initiative noch in dieser Legislaturperiode unterstützt werden kann. Schon jetzt sind alle Parteien auch aktiv dabei, sich für die Bundestagswahl 2025 aufzustellen. Wir bemühen uns deshalb aktiv, unseren Bedarf nach einer bundesweiten Ansprech- und Vernetzungsstelle bei allen potentiellen Regierungsparteien bekannt zu machen und nach Möglichkeit in die Wahlprogramme zu bringen. Wenn ihr Kontakt zu Personen habt, die für den Deutschen Bundestag kandidieren werden, sprecht über unsere Initiative und bittet um Unterstützung. Gern könnt ihr uns auch ansprechen, wenn ihr entsprechende Kontakte habt - dann übernehmen wir die Kommunikation. Es ist sehr wichtig, dass wir jetzt politischen Rückenwind bekommen, damit endlich auch die Bundesregierung das erlittene Leid anerkennt und uns bei der Vernetzung, Aufarbeitung und Forschung unterstützt.
Zoom-Vortrag von Prof. Dr. Ilona Yim am 30. Oktober, 21:00 - 22:00 (in englischer Sprache)
Prof. Dr. Ilona Yim hält an der University of California, Irvine einen Vortrag über die gesundheitlichen Folgen der Verschickung von Millionen deutscher Kinder nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele dieser Kinder berichten von traumatischen Erfahrungen wie Isolation und strengen Strafen. Ilona Yim erforscht, welche nachweisbaren dauerhaften Spuren diese Traumatisierungen hinterlassen haben. Weitere Informationen dazu und den Einwahllink gibt es hier.
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Es grüßen herzlich
Anja Röhl, Ilona Yim und Christiane Dienel vom AEKV e.V.
Uwe Rüddenklau von der bundesweiten Initiative Verschickungskinder e.V.