

Liebe BELTRETTER, Unterzeichner und Unterstützer,
gegen Ostsee-Tunnelbau gibt es Bedenken in GANZ Deutschland!
Immer wieder heißt es ja, der Fehmarnbelttunnel sei ein norddeutsches Thema. Pustekuchen. Unsere Umfrage zeigt: Es geht um unsere Ostsee. Und es ist ein deutsches Thema.
Knapp 64 Prozent der Menschen in Nordrhein-Westfalen, 60 Prozent der Menschen in Süddeutschland und 59 Prozent der Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, die vom geplanten Tunnelbau durch die Ostsee wissen, sind dagegen. Ihre größte Sorge: Das Projekt könnte wichtigen Naturschutzräumen und den Tieren in der Ostsee Schaden zufügen.
Dass viele Menschen, die in der Nähe der Ostsee leben, Bedenken hinsichtlich des geplanten Baus eines mächtigen Absenktunnels durch die Ostsee zwischen Fehmarn und Dänemark haben, ist naheliegend. Doch nicht nur sie sind besorgt. Wie eine repräsentative Umfrage ergab, die YouGov im Auftrag des Beltretter e.V. durchgefüht hat, sehen auch die Menschen in Süddeutschland, NRW sowie in den süd-ostdeutschen Bundesländern das Großbau-Projekt kritisch. Sie haben Sorge, dass der Bau der Natur und den Tieren an und in der Ostsee großen Schaden zufügen könnte. Diese Sorge ist begründet, bestätigen Experten.
Obwohl ganz Deutschland ein sehr großes Interesse am Meer im eigenen Land mit seinen Sand- und Badestränden hat, wissen die wenigsten, dass an der Ostsee eine Mega-Baustelle geplant ist. Ein 18 km langer Graben soll dort in den empfindlichen Meeresboden gegraben werden. Es soll ein Absenktunnel entstehen, der eine schnellere Verkehrs-Verbindung zwischen Deutschland und Dänemark schaffen soll. Über eine vierspurige Autobahn und zweigleisige Bahnstrecke sollen künftig LKW, Autos und Züge über den Grund der Ostsee rollen – mitten durch ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet. „Dabei bestätigt eine jüngst von der Landesregierung Schleswig-Holstein veröffentlichte Studie eher, dass sich ein solcher Tunnel wirtschaftlich gar nicht rechnet“, so Karin Neumann, Pressesprecherin der Beltretter.
Doch bei dem geplanten Tunnelbau stellt sich nicht nur die Frage nach der Wirtschaftlichkeit, sondern vor allem auch die nach der Umweltverträglichkeit. Menschen in allen Bundesländern haben Bedenken, dass der Tunnel wertvollen Naturschutzräumen erheblichen Schaden zufügt sowie die Tiere, die in der Ostsee leben, gefährdet. So haben in Süddeutschland 71 Prozent derer, die vom Tunnelbau wissen, Sorge, dass er der Natur schadet, in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind es fast 76 Prozent, auch in NRW sorgen sich knapp 70 Prozent um die Auswirkungen auf die Naturschutzräume an und in der Ostsee. Deshalb sind auch so viele der Befragten, die vom Bau wissen, dagegen: Fast 64 Prozent der Menschen in Nordrhein-Westfalen, 60 Prozent in Süddeutschland und 59 Prozent in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, die vom geplanten Tunnelbau durch die Ostsee wissen, haben sich in der YouGov Studie eindeutig gegen den Bau ausgesprochen. Damit haben die Deutschen in den Bundesländern fernab der Ostseeküste eine ähnliche Haltung zum Ostsee-Tunnelbau wie die Befragten in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg, wo knapp 61 Prozent gegen den Bau sind.
Gleichzeitig fühlen sich diejenigen, die vom Bau wissen, nicht ausreichend über seine Hintergründe und Auswirkungen informiert: Allein in Süddeutschland sind das laut YouGov mehr als 92 Prozent, in Sachen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sogar knapp 94 Prozent und in NRW beklagen ebenfalls fast 90 Prozent, dass sie sich nicht ausreichend informiert fühlen. „Vor dem Hintergrund, dass die Menschen fernab der Küste ebenfalls ein großes Interesse am Erhalt und Schutz der Ostsee haben, ist es skandalös, dass die Politik sie nicht wirklich und offen aufklärt, welch ökologisches Desaster sich im Fall des Tunnelbaus abspielen könnte“, so Karin Neumann. Auch die Menschen an oder in der Nähe der Küste in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg fühlen sich mit über 80 Prozent unzureichend informiert.
Die Sorge vieler Menschen in ganz Deutschland ist begründet. „Wir gehen davon aus, dass der geplante Ostsee-Tunnel das empfindliche Ökosystem auf jeden Fall schädigen wird“, so Malte Siegert, Fehmarnbelt-Experte beim NABU. „Die durch den Bau aufgewirbelten Sedimente werden unserer Einschätzung nach im Ökosystem Ostsee großen Schaden anrichten und das Meer weiträumiger eintrüben als von den Planern prognostiziert. Laichplätze von Heringen und Dorschen werden gefährdet. Lärm durch Unterwasserbauarbeiten würde die streng geschützten Schweinswale vertreiben, deren Bestände in der Ostsee ohnehin schon stark rückläufig sind“, warnt der NABU.
Liebe Grüße
Das BELTRETTER Team